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Biologische Gefährdungen

In vielen Betrieben treten bei Tätigkeiten von Beschäftigten biologische Gefährdungen auf. Die Biostoffverordnung (BioStoffV) konkretisiert, die an den Arbeitgeber gerichtete Verpflichtung zur Gefährdungsbeurteilung bezüglich möglicher Gesundheitsgefahren basierend auf biologischen Arbeitsstoffen. Fachinformation zu diesem Themenkomplex:

Der Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) hat einen Sachstandsbericht zur Bedeutung von Mykotoxinen im Rahmen der arbeitsplatzbezogenen Gefährdungsbeurteilung veröffentlicht. Mykotoxine sind Stoffe, die von Schimmelpilzen gebildet werden und teilweise ein erhebliches gesundheitsgefährdendes Potenzial aufweisen.

Kenntnisse über das mögliche Auftreten von Mykotoxinen, insbesondere am Arbeitsplatz, und über mögliche Gefährdungen sind nur selten vorhanden. Dennoch fordert die Biostoffverordnung vom Anwender, dass auch toxische Wirkungen biologischer Arbeitsstoffe bei der Gefährdungsbeurteilung mit berücksichtigt werden. Der vorliegende Sachstandsbericht, der unter maßgeblicher Beteiligung der GroLa BG erarbeitet wurde, bietet Informationen zum Vorkommen, zur Wirkung, zur Bewertung, zu Arbeitsplatzmessungen und zu möglichen Schutzmaßnahmen, die bei der Gefährdungsbeurteilung als Hilfestellung dienen können. Im Anhang findet sich eine Liste mit bislang publizierten Untersuchungen zur Mykotoxinbelastung in unterschiedlichen Gewerbszweigen, aus der Anwender ersehen kann, ob aus dem betreffenden Bereich Ergebnisse zur Mykotoxinbelastung bekannt sind.

Der Sachstandsbericht kann auf der Homepage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin www.baua.de/prax unter der Rubrik „Biologische Arbeitsstoffe“ und dort unter „Informationen aus dem ABAS“ oder unter dem folgenden direkten Link kostenfrei heruntergeladen werden.

Die Zahl der Meldungen über gesundheitliche Beschwerden in Innenräumen nimmt seit Jahren zu. Die Beschwerden, über die berichtet wird, umfassen ein sehr breites Spektrum an gesundheitlichen Beschwerden der Atemwege, der Augen, der Haut sowie neurologische und konstitutionelle Symptome. Gemeinsam ist diesen gesundheitlichen Beschwerden die unspezifische Genese. Dr. Stefan Mayer, Referent für biologische Einwirkungen bei der BGHW, hat den aktuellen Wissensstand zusammengefasst.

Als Ursache wird von den Betroffenen in der Regel eine Schadstoffbelastung der Luft angenommen. Im Vordergrund der Forschungstätigkeiten stehen zum einen flüchtige organische Kohlenwasserstoffverbindungen (VOC) und zum anderen Schimmelpilze bzw. deren Sporen und Stoffwechselprodukte. Kausale Zusammenhänge zwischen den vorkommenden Konzentrationen an VOC oder Schimmelpilzen und den gesundheitlichen Beschwerden konnten bislang nicht ermittelt werden.

Nicht geklärt ist zum Beispiel die Frage, warum Beschäftigte in Innenräumen über gesundheitliche Beschwerden klagen, obwohl Messungen zeigen, dass die Belastungen der Luft in der Regel im Bereich der Hintergrundbelastung bzw. im Bereich von Referenzwerten liegen. Offen ist auch, warum nicht alle gleichermaßen exponierten Beschäftigten über Beschwerden klagen und die Symptome unterschiedlich sind, warum Frauen häufiger über Beschwerden berichten als Männer und warum Beschäftigte in Fällen von verdecktem Schimmelpilzbefall über gesundheitliche Beschwerden berichten, obwohl keine direkte Exposition besteht.

Ein nahezu durchgängiges Merkmal von Innenräumen, aus denen gesundheitliche Belastungen gemeldet werden, ist das Vorhandensein von unangenehmen Gerüchen. Nach bisherigem Erkenntnisstand ist es unwahrscheinlich, dass Gerüche in Innenräumen gesundheitliche Beschwerden im Sinne von toxikologischen oder physiologischen Veränderungen auslösen. Aufgrund von Besonderheiten des Geruchssinns hat dieser einen ungefilterten Zugang zu den Zentren für Emotionen und Ängste. Unangenehme Gerüche, die häufig als Indikator für eine Schadstoffbelastung gewertet werden, können über die Induktion von Besorgnis und Angst Stressreaktionen auslösen, die zu den typischen Beschwerdebildern aus belasteten Innenräumen führen können. Auch die o.g. Besonderheiten von Innenraumbelastungen können über die Wahrnehmung von Gerüchen und deren Wirkungen erklärt werden.

Weiterführende Informationen und Hintergründe zur Wirkung von Gerüchen finden Sie in einem Fachbeitrag (pdf, 191 kB) von Dr. Mayer im Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie.

Es riecht nach Schimmel und hinterlässt das ungute Gefühl, dass die Arbeit nicht gesund ist. Gerade im Sommer sind Rücknahmestellen für Pfand- und Einwegflaschen häufig kein angenehmer Aufenthaltsort. Aber sind Schimmelpilze in der Flaschenrücknahme tatsächlich, wie von Kunden und Mitarbeitern oft befürchtet, eine Gefahr für die Gesundheit?

Pfandflaschenrücknahme

Sammeltisch für Mehrweg-Leergut

Die BGHW ist in einer mehrmonatigen Untersuchung dieser Frage nachgegangen. Das erstaunliche Ergebnis: Auch wenn es müffelt, die Schimmelpilzkonzentration liegt in einem Bereich, der auch in der unbelasteten Außenluft anzutreffen ist.

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