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Fragen rund um den Versicherungsschutz

Versicherungsschutz im Homeoffice

Beschäftigte und versicherte Unternehmer sind im Homeoffice beziehungsweise bei Telearbeit grundsätzlich gesetzlich unfallversichert. Dabei ist es egal, ob der Arbeitsplatz ein eigener Raum ist oder nur eine Ecke in einem Zimmer.

 

Es sind jedoch nur solche Tätigkeiten versichert, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Gleiches gilt für betriebliche Tätigkeiten in Räumen, in denen zum Beispiel aus technischen Gründen ein für die Arbeit benötigtes Gerät aufgestellt ist. Ebenso versichert sind Wege vom häuslichen Arbeitsplatz in die Firma, um beispielsweise Arbeitsergebnisse abzuliefern, neue Arbeitsaufträge entgegenzunehmen oder an Besprechungen teilzunehmen. Der Versicherungsschutz beginnt und endet auf Wegen zum Betrieb mit Durchschreiten der äußeren Haustür.

 

Nicht versichert sind dagegen Wege innerhalb des privaten Wohnraums wie der Gang zur Toilette oder in die Küche, um sich etwas zum Essen oder Trinken zu holen. Diese Wege zu Hause zählen zum privaten Lebensbereich. Ebenso verhält es sich, wenn jemand beispielsweise vom häuslichen Arbeitszimmer oder Arbeitsplatz mit seinem Notebook auf die Terrasse oder in den Garten umzieht. Kommt es zu einem Unfall, so zählt dies zu den Gefahren der Privatwohnung und deren Umfeld. Hier besteht kein Versicherungsschutz über die Berufsgenossenschaft.

 

Zu beachten ist darüber hinaus: Unterbricht jemand für private Tätigkeiten oder Erledigungen die Arbeit, ist der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung zumindest für diese Zeit ebenso unterbrochen.

 

Grundsätzlich gilt: Versichert sind alle Tätigkeiten, die in einem sachlichen Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis stehen. Entscheidend ist dabei die Handlungstendenz der versicherten Person zum Unfallzeitpunkt. Eine rechtsverbindliche Bewertung hängt letztlich immer von den konkreten Umständen jedes einzelnen Falles ab.

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 (Coronavirus) ist grundsätzlich kein Arbeitsunfall, sondern sie stellt eine sogenannte Allgemeingefahr dar. Von einer Allgemeingefahr ist auszugehen, wenn in einem bestimmten Gebiet alle Menschen im Grunde gleich bedroht sind. Die WHO hat die Verbreitung des SARS-CoV-2 als Pandemie eingestuft, womit bei Corona von einer weltweiten Allgemeingefahr auszugehen ist. Es handelt sich im Regelfall um keinen Arbeitsunfall, weil es sich um eine Gefahr handelt, von der Versicherte zur gleichen Zeit und mit gleicher Schwere auch außerhalb der Arbeit betroffen gewesen wären. COVID-19-Erkrankungen können jedoch in manchen Fällen die Voraussetzungen einer Berufskrankheit der BK-Nummer 3101 erfüllen. Nämlich dann, wenn Versicherte durch Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen gegenüber der allgemeinen Bevölkerung einer wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt waren (hierzu zählen Versicherte mit Tätigkeiten im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrtspflege oder die in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit in ähnlichem Maße ausgesetzt sind. Auch die BGHW hat Unternehmen versichert, die als Zulieferer oder bei Reparaturen von Laborgeräten Versicherte beschäftigen, die mit infizierten Geräten in Kontakt kommen könnten oder diese reinigen/reparieren müssen). Die Allgemeingefahr tritt dabei wegen des erhöhten beruflichen Risikos in den Hintergrund. Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt bei einem Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung soll nicht erfolgen. Nach den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollen sich Menschen, die eine Infektion vermuten, an das zuständige Gesundheitsamt wenden, das dann die weitere Koordination übernimmt.

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