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Schutzmaßnahmen bei beruflichem Personenkontakt zum Schutz vor SARS-CoV-2

Vorbereitung auf eine mögliche Krankheitswelle- Schwangere- Gefährdung durch Postsendungen? - Außentermine - Kundenkontakt - Mund-Nasen-Bedeckung - Umgang mit kranken Kollegen - Sozialräume - Informationskette: Externe

Bei beruflichen Tätigkeiten mit Personenkontakt gelten in der Regel die Bestimmungen und Empfehlungen zu Infektionsschutz und Hygiene.

Hier sind die üblichen Maßnahmen wie Händehygiene, Husten- und Niesetikette sowie Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen in der Öffentlichkeit zu berücksichtigen (siehe RKI).
www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Da sich die Sachlage täglich ändert, ist auf aktuelle Behördliche Anordnungen vor Ort zu achten. 

Die hier aufgeführten Maßnahmen sind nicht abschließend und sind je nach Situation vor Ort ggf. durch weitere Maßnahmen zu ergänzen.

Auf einen Schlag können viele Beschäftigte gleichzeitig ausfallen. Sie erkranken entweder selbst oder müssen erkrankte Familienangehörige pflegen. Durch Quarantänemaßnahmen der Gesundheitsämter kann sich der Personenkreis, der nicht mehr zur Arbeit gehen kann, schnell vergrößern. Um die betrieblichen Abläufe dennoch sicherstellen zu können, ist es erforderlich, im Vorfeld eine ganze Reihe von Fragen zu klären. Beispielsweise wie Geschäftsabläufe bei Personalausfällen sichergestellt werden sollen. Die Unfallversicherungsträger haben als Hilfestellung zehn Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung zum Download zusammengestellt. Wichtig ist es, durch eine sachliche Risikokommunikation Paniksituationen zu vermeiden.

Nach Informationen des Robert Koch Instituts (RKI) scheint die WHO davon auszugehen, dass Schwangere kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Es ist aber zu beachten, dass es Medikamente gibt, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen. Schwangere, die beruflich tätig sind, gelten außerdem als Personengruppe mit einem besonderen gesetzlichen Schutz (MuSchG). Für den Arbeitsplatz der Schwangeren ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, bei der die möglichen Gefährdungen durch das neuartige Corona Virus berücksichtigt werden.

In vielen Betrieben stellt sich derzeit die Frage, welche Schutzmaßnahmen für schwangere Beschäftigte zu ergreifen sind.

Bei dem Begriff „Beschäftigungsverbot“ muss zwischen dem infektionsschutzrechtlichen Beschäftigungsverbot nach § 56 Abs. 1 IfSG einerseits und den mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz anderseits unterschieden werden.

Die Unfallkasse Nord und das Sozialministerium Schleswig-Holstein stellen hierzu das Merkblatt für Arbeitgeber  "Mutterschutzgesetz: Betriebliches Beschäftigungsverbot für eine schwangere Frau aufgrund des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) - Merkblatt für Arbeitgeber zu COVID-19 "Coronavirus-Krankheit-2019" (Stand 18.03.2020)"  bereit.

Die „Information zum Mutterschutz im Zusammenhang mit dem Coronavirus“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie Arbeit und Soziales vom 27.03.2020 erläutert das mutterschutzrechtliche Beschäftigungsverbot unter COVID-19-Virusinfektion. 

 

Fakt ist, dass bislang keine Fälle bekannt sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Postsendungen gekommen ist. Deshalb ist ein äußerliches Desinfizieren von Waren nicht erforderlich.

Grundsätzlich sollte man derzeit Dienstreisen vermeiden und möglichst nur auf elektronischem Weg miteinander kommunizieren.

COVID-19 ist inzwischen weltweit verbreitet. In einer erheblichen Anzahl von Staaten gibt es Ausbrüche mit zum Teil großen Fallzahlen; von anderen Staaten sind die genauen Fallzahlen nicht bekannt. Ein Übertragungsrisiko besteht daher sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit. Das Auswärtige Amt hat inzwischen auch eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Daher weiß das Robert Koch-Institut keine internationalen Risikogebiete oder besonders betroffenen Gebiete in Deutschland mehr aus.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Regelungen für Einreisende erlassen, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in ihre eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben sich für einen Zeitraum von 14 Tagen ständig dort aufzuhalten. Sie sind außerdem verpflichtet, unverzüglich das für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren und auf ihre Einreise hinzuweisen.

 

Kundenkontakte können im Unternehmen in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Situationen stattfinden:

a) Kundenkontakt findet ortsfest statt

z. B. Beratung an einem Tisch, Infotheke, Schalter, Bedientheke, Kasse…

Hier können dauerhafte Vorkehrungen zur Sicherung der notwendigen Distanz geschaffen werden:

  • Kennzeichnung der Aufenthaltsbereiche und Stehflächen für die Kunden
  • Feste Aufstellung von Mobiliar (Tische, Sitzmöbel...)
  • Regelungen kontaktloser Übergabe von Gegenständen, Papieren...
  • Installation von Abtrennungen

b) Kundenkontakt findet beweglich statt

z. B. Kundenberatung in einer Verkaufsausstellung, in einem Bekleidungsgeschäft, Warenannahme, Warenausgabe …

Hier müssen einerseits Regelungen getroffen werden, um Kontakte bereits im Vorfeld zu reduzieren oder zu kanalisieren (z. B. Absperrung einzelner Bereiche für Kunden, an denen das Abstandhalten schwierig ist - z. B. Regalgänge beim Wareneinräumen, vorgegebene Bewegungsrichtungen, Einbahnstraßenregelungen…). Auch müssen flexible Vorkehrungen getroffen werden, die sich an die verschiedenen Situationen anpassen.

Es sind Sicherungsmaßnahmen festzulegen, wie die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleistet werden kann. Hierbei ist zu empfehlen, Anregungen der Beschäftigten einholen. Beispiele: an verschiedenen Stellen den Mindestabstand in Echtgröße verbildlichen (z.B. durch Markierungen auf den Stehflächen oder an den Wänden, Anhaltsgrößen zum Vergleich ausmessen, z. B. Durchmesser der Kleiderständer, Breite eines Schrankes, Breite eines Durchgangs …

Wichtig ist eine Schulung des Personals im Umgang mit uneinsichtigen Personen und mit Personen, die aus besonderen Gründen Abstände oder Regeln nicht einhalten können (z. B. wegen Schwerhörigkeit, Hilfsbedürftigkeit…).

Wo enge Kontakte nicht zu vermeiden sind (z. B. Maßnehmen für die Änderungsschneiderei…) müssen beide Beteiligten (Kunde und ausführende Person) Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) tragen. Sobald wie möglich ist der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern wieder einzunehmen. Auch mit dem Tragen von MNB entfällt nicht die Notwendigkeit der zentralen Schutzmaßnahmen gegen die Übertragung von SARS-CoV-2-Viren. Insbesondere die distanzschaffenden Maßnahmen müssen unbedingt beibehalten werden.

Für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung ist die Minderung  der Infektionsgefahr besonders wichtig. Über die gesundheitlichen Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung einhergehen, müssen die Beschäftigten unterwiesen werden. Als Grundlage hierfür können die Angaben des Robert-Koch-Institutes genutzt werden:  https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html  Die vordringliche Schutzmaßnahme für diese Personengruppe besteht darin, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und die erforderlichen Mindestabstände sicher einzuhalten. Ein Einsatz in Bereichen mit hohem Kundenaufkommen, in denen die Einhaltung der Mindestdistanzen von der betroffenen Person selbst nicht vorhersehbar und steuerbar ist, ist hiermit in der Regel nicht vereinbar oder erfordert zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes.

Um Sicherheit für die Beschäftigten zu gewährleisten, ist eine Beratung durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt zu ermöglichen. Dies gewährsleistet eine individuelle, auf die Verhältnisse am Arbeitsplatz bezogene Beurteilung und Beratung der Beschäftigten, sowie eine Mitteilung an den Arbeitgeber über erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes (unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht). Wenn diese Arbeitsschutzmaßnahmen einem Tätigkeitswechsel  entsprechen, erfolgt die Mitteilung an den Arbeitgeber nur mit Einwilligung durch die betroffene Person.

 

Informationen zu Kundenkontakte außerhalb des Betriebes finden Sie in der Frage:

Was ist bei Außendienstterminen oder sonstigen Tätigkeiten in Privathaushalten zu beachten?

Der oder die Vorgesetzte sollte im Vorfeld abwägen, ob der Außentermin tatsächlich erforderlich  und nicht verschiebbar ist. Klären Sie im Vorfeld ab, ob sich im Haushalt eine Person in angeordneter häuslicher Isolierung befindet. In diesen Fällen ist jeglicher Arbeitseinsatz vor Ort zu unterlassen. Dies ist nur bei begründeten Notfällen und nur nach vorheriger Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt unter den von dort erfolgenden Auflagen vertretbar.

Der Personenkontakt am Arbeitsort ist auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken. Auch in Privatwohnungen sollen Kunden angehalten werden, immer einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Wenn dies z. B. wegen räumlicher Enge nicht möglich ist, sollen sie den Raum verlassen. Sorgen Sie für gute Durchlüftung. Wegen der notwendigen Distanz sollen Dokumente und andere Gegenstände nicht direkt mit den Händen an Kunden übergeben werden.

Auch wenn fließendes Wasser zum Händewaschen in den meisten Fällen vorhanden ist, kann das Mitführen von sauberen Papiertüchern und Seife sinnvoll sein. Sollte keine Waschmöglichkeit vorhanden sein, so ist  die Mitnahme von Händedesinfektionsmitteln eine gute Alternative.

Bei der Arbeit im Team sind die empfohlenen Abstände so weit wie möglich einzuhalten, auch in den Pausen.  

Es ist sinnvoll, in festen Teams zu arbeiten, die sich auch in den Pausen, während der Rüstzeiten im Betrieb usw. nicht räumlich nahe kommen. Hierdurch lässt sich die Anzahl  möglicher Kontakte innerhalb der Belegschaft begrenzen und auch im Falle notwendiger Quarantänemaßnahmen die Anzahl der betroffenen Personen reduzieren.

Unter dem Schlagwort Atemschutz werden immer wieder unterschiedliche Masken und Gesichtsbedeckungen mit entsprechend unterschiedlichen Einsatzzwecken durcheinander geworfen.

Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) und Mund-Nasen-Bedecken (MBB)

Visiere / Gesichtsschilde

Filtrierende Atemschutzmasken (FFP2-/FFP3-Masken) 

Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS)  und Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB)

Medizinische Mund –Nasen-Schutzmasken (MNS) und auch die inzwischen häufiger zu sehenden selbst genähten Behelfsmasken zur Bedeckung von Mund und Nase (NMB, auch bezeichnet als Alltagsmasken oder Community-Masken) verfolgen ähnliche Ziele, nämlich den Schutz von Personen und Oberflächen in der Umgebung des Trägers  vor winzigen Tröpfchen aus dessen Atemwegen.  Sie sind als Eigenschutz nicht effektiv, da sie die eingeatmete Luft nicht wirksam filtern können. Sie sind aber in der Lage Tröpfchen zumindest teilweise abzufangen, die beim Husten und Sprechen aus den Atemwegen heraus geschleudert werden. Ein gewisser Schutz des Gegenübers im Falle einer eigenen Infektiosität ist daher anzunehmen.

Bei COVID-19 wird davon ausgegangen, dass ein Teil der Infektionen unentdeckt bleibt, weil sich keine oder nur sehr schwache Symptome entwickeln. Auch  Personen, die erkennbar erkranken,  können schon vor dem Eintreten von typischen Symptomen  infektiös sein, ohne es selbst zu bemerken. Tragen unbemerkt Infektiöse  eine Barriere vor Mund und Nase (dies kann auch eine textile Behelfsmaske sein), so wird  die Infektionsgefahr in der unmittelbaren Umgebung etwas reduziert.

Kommerziell und privat hergestellte MNB bestehen meist aus handelsüblichen, unterschiedlich eng gewebten Baumwollstoffen und stellen gegenüber SARS-CoV-2-haltigen Tröpfchen eine begrenzte Barriere dar, allerdings in einem geringeren Maße als z.B. medizinische Gesichtsmasken nach DIN EN 14683 oder gar FFP-Atemschutzmasken nach DIN EN 149. 

Eine Reduzierung potentieller Tröpfchenübertragungen ist vor allem dann zu erwarten, wenn möglichst viele Personen eine Barriere tragen.  Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen wird deshalb als Ergänzung zu den übrigen zentralen Schutzmaßnahmen in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum  dringend empfohlen. Dies bezieht sich insbesondere auf Örtlichkeiten, an denen mehrere Menschen zusammentreffen und sich dort länger aufhalten (z. B. Arbeitsplatz) oder der physische Abstand von mindestens 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann (z. B. Einkaufssituation, öffentliche Verkehrsmittel).

Gemäß SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard von BMAS und DGUV sollen unabhängig vom Betrieblichen Maßnahmenkonzept  in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung gestellt und getragen werden. Aus der Sicht des Arbeitsschutzes leitet sich daraus kein Zwang zum ständigen Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen ab. Erste Priorität hat nach wie vor, das Einhalten eines Mindestabstandes von 1,5 m. Nur wenn dies durch bauliche oder organisatorische Maßnahmen wie Abtrennungen, oder Zugangsregelungen nicht sicher erreicht werden kann, greift die Forderung nach Mund-Nasen-Bedeckungen. Dies gilt z. B. für Beschäftigte im Handel, die Kunden auf der Fläche beraten oder Ware verräumen.

An stationären Kassenarbeitsplätzen, die einen breiten und möglichst mehrseitigen Schutz der Beschäftigten garantieren, wie dies in der Frage „Bieten durchsichtige Trennwände einen Schutz für das Kassenpersonal?“ beschrieben und in den Best-Practice-Beispielen dargestellt ist, müssen keine Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen darf aber keineswegs dazu führen, dass Schutzmaßnahmen entfallen.  In Betrieben entfällt hierdurch auf keinen Fall die grundsätzliche Forderung, die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass die Mindestabstände zwischen den anwesenden Personen gewährleistet sind oder – wenn dies nicht möglich ist, physische  Abtrennungen z. B. in Form transparenter Trennscheiben o. ä. angebracht werden.

Nase-Mund-Bedeckungen stellen einen gewissen Fremdschutz dar, sind aber kein sicherer Selbstschutz für den Träger. Sie können daher das potentiell erhöhte Risiko einer Infektionsübertragung, das mit Unterschreiten des Mindestabstandes von 1,5 Metern anzunehmen ist, nicht so vollständig ausschalten, wie dies für Personen erforderlich wäre, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung haben . Solche Personen sollen auch mit MNB nicht in Bereichen eingesetzt werden, an denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann.

Die hygienische Handhabung ist auch bei einfachen Mund-Nasen-Bedeckungen zu beachten, d. h.:

  • Auf- und Absetzen möglichst berührungsfrei (am Befestigungsband anfassen) und nur mit gewaschenen Händen
  • Wechsel bei Durchfeuchtung oder Verschmutzung
  • Nach der Verwendung so zusammenlegen, dass die Innenseiten geschützt sind bzw. keine anderen Oberflächen berühren können
  • Waschen selbst genähte Behelfsmasken  nach jeder Benutzung bei mindestens 60°C in der Waschmaschine
  • Aufbewahrung in einem trockenen und sauberen Ort oder Behälter
  • Für benutzte MNB verschließbaren Sammelbehälter verwenden.
  • Einmalmasken können gemäß RKI über den Haus/Restmüll entsorgt werden. Idealerweise sollten die Einmalmasken in Gefrierbeuteln oder ähnlichem verschlossen werden. Auf keinen Fall sollen sie mit Abfällen entsorgt werden, die einer Sortierung zugeführt werden wie DSD-Abfälle (Duales System Deutschland GmbH)  oder Altpapier.

Dort, wo Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden müssen, ist zu beachten, dass diese für die Träger eine Belastung darstellen können und nicht dauerhaft während einer ganzen Schicht getragen werden sollten. Als vorläufige Empfehlung gilt, dass die Mund-Nasenbedeckungen bei Durchfeuchtung spätestens aber nach  2 Stunden gewechselt werden sollten.

Visiere / Gesichtsschilde

Haben Visiere bzw. Gesichtsschilde die gleiche Wirkung wie Mund-Nasen-Bedeckungen? 

Gesichtsschilde werden üblicherweise in medizinischen Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern als zusätzlicher Schutz des Gesichts vor direkten Spritzern (z.B. Blut) eingesetzt. Sie ersetzen dort weder medizinische Gesichtsmasken noch Atemschutzmasken.
Derzeit kann nicht sicher beurteilt werden, ob Gesichtsschilde in gleicher Weise wie Mund-Nasen-Bedeckungen geeignet sind, eine mögliche Ausbringung von SARS-CoV-2 über Tröpfchen der Ausatemluft zu reduzieren, und einen vergleichbaren Schutz vor SARS-CoV-2-haltigen Tröpfchen anderer Personen zu gewährleisten.
Solange diese Fragen nicht sicher geklärt sind, ersetzen aus unserer Sicht Gesichtsschilde im Regelfall nicht die nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zu verwendenden Mund-Nasen-Bedeckungen, können aber eine sinnvolle Ergänzung zum Schutz des Gesichts vor Spritzern („Spuckschutz“) darstellen. Mit einem Gesichtsschild werden zudem die Augen geschützt, ein unbeabsichtigtes ins Gesicht fassen oder Augen reiben wird verhindert. Anstelle des Gesichtsschildes schützen selbstverständlich auch Schutzbrillen die Augen vor Spritzern.
Von den Anforderungen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards kann allerdings der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung abweichen, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Weise hergestellt werden kann. Ob Gesichtsschilde in Kombination mit weiteren Maßnahmen gegenüber den Mund-Nase-Bedeckungen eine gleichwertige Maßnahme zu den Mund-Nase-Bedeckungen sein können, muss dann entsprechend beurteilt und entschieden werden. Die branchenspezifischen Hilfestellungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger sind hierbei zu berücksichtigen.

Filtrierende Atemschutzmasken (FFP2-/FFP3-Masken)

Die eigentlichen Atemschutzmasken verhindern aufgrund ihrer Materialeigenschaften und ihres Dichtsitzes, dass Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 eingeatmet werden  und können so die tragende Person selbst schützen. Es handelt sich dabei um partikelfiltrierende Halbmasken, die auch als FFP-Masken (Filtering Face Piece) bezeichnet werden. Diese sind als Schutzausrüstung in medizinischen Bereichen zwingend erforderlich, wo mit infizierten Patienten gearbeitet werden muss und ein Schutz des Personals nur mit solchen Atemschutzmasken gewährleistet werden kann. Eine vergleichbare Exposition ist außerhalb des medizinischen Bereichs in der Regel nicht anzunehmen.

Zertifizierte Medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken und FFP2-/FFP3-Masken erfüllen als Medizinprodukte bzw. als persönliche Schutzausrüstung für den Arbeitsschutz gesetzliche Vorgaben und technische Normen und sind für die Sicherheit von Personal und Patienten im Gesundheitswesen und in der Pflege, aber auch z. B. im Rettungswesen unerlässlich. Im Handel sind sie auch für die beruflichen Anwender schwer zu beschaffen. Sie sollen daher für die vorgesehenen Einsatzgebiete vorbehalten bleiben und nicht in der Allgemeinheit an Stellen, an denen sie nicht zwingend erforderlich sind, verwendet werden.

Für den Gebrauch von Atemschutzmasken ist eine Unterweisung notwendig, die den sachgerechten Umgang und Gebrauch der Maske durch die Anwender (Tragezeitbegrenzung, Erholungszeiten, Passform, Lagedauer, Wechselfrequenz) umfasst. Vor der Verwendung von Atemschutzmasken ist der betriebsärztliche Dienst einzubeziehen.

Weitere Hinweise sowie eine Übersicht über die unterschiedlichen Maskentypen und ihren Einsatz finden sich auf den folgenden Seiten:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte        

Hinweis:

Aktuell sorgen zahlreiche Atemschutzprodukte mit gefälschtem Zertifikat für Unsicherheit. Ob ein Produkt tatsächlich normgerecht geprüft und verordnungskonform zertifiziert wurde, lässt sich in der Datenbank von DGUV Test recherchieren.

 

Aufgrund der Empfehlungen bzw. Forderungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) sind viele Unternehmen gefordert, entsprechende Bedeckungen zu beschaffen. Standardisierte Vorgaben, die eine MNB erfüllen muss, gibt es derzeit nicht. Dies wird u.a. daran deutlich, dass teilweise auch Schals und Tücher als Bedeckung akzeptiert werden.

Dennoch gibt es einige Kriterien, die bei der Beschaffung beachtet werden sollten.

Der verwendete Stoff soll möglichst einen Transport infektiöser Tröpfchen durch die Maske hindurch verhindern. Hier haben MNB aus dicht gewebten Stoffen einen Vorteil.

Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke, die die Atmung in der Regel stärker behindert und schmiegen sich den Gesichtskonturen besser an

Die Größe der MNB soll so bemessen sein, dass diese von dem Bereich unterhalb des Kinns bis über die Nase reicht

  • Die NMB sollen sich der Gesichtskontur anpassen können. Kaum geeignet sind MNB, die nur aus einem Stück rechteckigem Stoff bestehen
  • Die MNB sollten über einen Nasenbügel verfügen. Neben der besseren Abdichtung ist dies insbesondere für Brillenträger von Vorteil, da die Brille nicht so leicht beschlägt und der Tragekomfort deutlich höher ist
  • Bei wiederverwendbaren Masken sollen der Stoff und die Befestigungsbänder mindestens bei 60 °C waschbar sein. Für die Befestigung der MNB am Kopf wird die Verwendung von Bändern aus textilem Gewebe empfohlen. Handelsübliche Gummibänder weisen – bis auf wenige Ausnahmen – keine ausreichende Waschbeständigkeit bei hohen Temperaturen auf. Auf die richtige Pflege sollte seitens des Herstellers hingewiesen werden
  • Sofern die verwendeten Stoffe auf beiden Seiten gleich aussehen, kann es hilfreich sein, eine Seite so zu kennzeichnen, dass die Innen- und Außenseite unterschieden werden kann.
  • Seitens des Herstellers darf nicht der Eindruck erweckt werden, bei der MNB handle es sich um einen Mund-Nasen-Schutz, eine Atemschutzmaske oder vergleichbare Schutzausrüstung

MNB können bei Bedarf auch bei lokalen Schneidereien oder Nähereien in Auftrag gegeben werden. Es empfiehlt sich, vor dem Auftrag ein Muster anzufordern.

Der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard sieht vor, dass unabhängig vom betrieblichen Maßnahmenkonzept in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen zur Verfügung gestellt und getragen werden sollen. Dies bedeutet nicht, dass grundsätzlich an Arbeitsplätzen MNB getragen werden müssen.

 

 

Bei begründetem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion oder auch Influenzavirus-Infektion, etwa bei Kontakt zu Personen mit bekannter Infektion und entsprechenden Symptomen, sollten sich die Betroffenen frühzeitig krank melden und zu Hause bleiben. Wenn sie ärztliche Hilfe benötigen oder die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden muss, sollten sie auf jeden Fall einen Arzt kontaktieren. Um die Arztpraxen nicht zu überlasten, sollte die erste Kontaktaufnahme telefonisch erfolgen. Bei Unsicherheit sollten sie freigestellt werden, um einer weiteren Verbreitung im Betrieb entgegen zu wirken.

Hier noch ein Hinweis, der bei jedem Infekt gilt, insbesondere im Hinblick auf die derzeitige Grippewelle: Wer krank ist, soll sich nicht „heldenhaft" an den Arbeitsplatz schleppen. Er oder sie soll sich zu Hause auskurieren, bis die Gesundheit wieder voll hergestellt ist und keine Möglichkeit mehr besteht, andere anzustecken. So lässt sich verhindern, dass die Kolleginnen und Kollegen infiziert werden, dann ebenfalls erkranken, ausfallen und selbst zum Ansteckungsrisiko werden. Dies sollte von den Führungskräften aktiv kommuniziert und vorgelebt werden.

  • Sorgen Sie auch in den Sozialräumen für ein Einhalten der Abstandsregeln von mindestens 1,5 m, z. B. durch Begrenzung der Personenzahl und eine vorgegebene Anordnung von Stühlen und Tischen.
  • Weisen Sie auf die Einhaltung der allgemeinen Hygiene hin, z.B. Nies- und Hustenetikette und das Waschen der Hände vor den Pausen.
  • Organisieren Sie die Pausen so, dass sich die jeweiligen Schichten und Teams nicht in den Sozialräumen bzw. Raucherbereichen oder auf dem Weg dorthin begegnen.
  • Die Räume sollen regelmäßig, insbesondere nach jeder Benutzung gründlich durchgelüftet werden.
  • Die benutzten Oberflächen wie Tische, Stuhllehnen und ähnliches in den Sozialräumen wie Teeküchen, Pausenräume oder Kochgelegenheiten sind nach jeder Benutzung zu reinigen. Hierfür sind fettlösende Reinigungsmittel und Tücher bzw. Lappen zur Verfügung zu stellen.
  • Die beschriebenen Maßnahmen, insbesondere das Halten von Abstand und das regelmäßige Lüften gelten auch für Sanitärräume. Achten Sie darauf, dass auch bei Raucherpausen die Mindestabstände eingehalten werden.

Die hier aufgeführten Maßnahmen sind nicht abschließend und sind je nach Situation vor Ort ggf. durch weitere Maßnahmen zu ergänzen.

In vielen Betrieben sind neben der Stammbelegschaft auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von externen Betrieben, z.B. Handwerksbetriebe oder Zeitarbeitsfirmen tätig. Auch diese Personen müssen über die Maßnahmen informiert sein, die aktuell im Betrieb hinsichtlich des Coronavirus getroffen werden. Rechtsgrundlage hierfür ist § 8 des Arbeitsschutzgesetzes. Die entsprechenden Informationsketten müssen in Zusammenarbeit mit den externen Betrieben in der betrieblichen Pandemieplanung berücksichtigt sein. Konkret müssen insbesondere folgende Informationen an externe Betriebe und deren Beschäftigten kommuniziert werden, wenn sie im Betrieb tätig sind:

  • Gibt es Veränderungen in den Betriebsabläufen, die sich auf die Zusammenarbeit auswirken?
  • Gibt es im Betrieb besondere Infektionsrisiken, die zu beachten sind?
  • Wer ist im Betrieb zu informieren, falls ein Verdachts- oder Erkrankungsfall bei externen Beschäftigten oder Selbstständigen auftritt?
  • Wie wird informiert, falls in der Stammbelegschaft ein Verdachts- oder Erkrankungsfall auftritt?

Informationen über das betriebliche Vorgehen helfen zum einen, dass alle Beteiligten schnell über mögliche Verdachts- oder Erkrankungsfälle Bescheid wissen. Zum anderen kann so Verunsicherung und der Verbreitung von Gerüchten vorgebeugt werden.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Infektionsgefahren bei der Arbeit:

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