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Arbeitsschutz auf TikTok

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Arbeitsschutz-Themen rangieren bei Auszubildenden und Berufseinsteigern nicht unbedingt an oberster Stelle. Dennoch ist diese Gruppe besonders gefährdet, einen schweren Unfall bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin zu erleiden. Mit einer neuen Videoserie auf Social Media will die BGHW nun junge Menschen dazu anregen, sich mit ihrem eigenen Risikoverhalten auseinanderzusetzen: Die Nullshow.

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„Und Action!“ heißt es an diesem bewölkten Oktobertag auf einer Verkehrsinsel im Kölner Stadtteil Bickendorf. Vor der Kamera steht ein junges Paar und hat einen Disput. „Was soll das?“ fragt der Mann genervt, als er von der jungen Frau bedrängt und angerempelt wird. „Ich simuliere gerade einen Auffahrunfall wegen zu geringem Abstand!“ ruft ihm diese enthusiastisch entgegen. „Was?!“ Der Mann ist sichtlich perplex.

Trailer der Nullshow auf YouTube

Eine Szene, die später in einem neuen Videoclip der BGHW zu sehen sein wird. Gedreht werden neue Folgen für „Die Nullshow“ – eine Video-Serie speziell für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger zwischen 16 und 25 Jahren. Angelehnt an bekannte Late Night Show-Formate präsentiert eine junge Moderatorin Themen rund um Arbeitsschutz und Unfallprävention auf überspitzte Art und Weise. Dabei stellt sie die jeweiligen Situationen kurzweilig und humorvoll pointiert dar, ohne diese als lächerlich darzustellen.

Arbeitsschutz von Anfang an

„Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Lehrkräfte wissen, wie schwierig es sein kann, gerade diese Generation mit Arbeitsschutz-Themen zu erreichen“, sagt Karl-Josef Thielen, Leiter der BGHW-Unternehmenskommunikation. „Andererseits ist der Einstieg in den Beruf der beste Zeitpunkt, um sicherheitsrelevantes Verhalten zu verankern. Was man schon zu Beginn lernt, bleibt gut und gerne das ganze Berufsleben über erhalten.“ Die Facetten von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu verinnerlichen kann die jungen Menschen zudem vor leidvollen Erfahrungen schützen. Zahlen der BGHW zeigen etwa, dass die Berufsgruppe bis 25 Jahren einen überproportional hohen Anteil an Renten- und Todesfällen aufweist.

Noch mehr als andere Altersgruppen beziehen Jugendliche und junge Menschen ihre Informationen über das Smartphone und die sozialen Netzwerke. „Sie sind gewohnt Informationen online, verbunden mit einem hohen Entertainmentfaktor zu konsumieren“, weiß Karl-Josef Thielen. Aus diesem Grund konzipierte die BGHW „Die Nullshow“ in erster Linie als Format für die Inhalte der BGHW auf YouTube, Instagram und TikTok.

Mit Wortwitz, Charme und Satire

Moderiert wird die Sendung von „Hanna“, einer Moderatorin Anfang 20 mit Wortwitz, Charme und einer kräftigen Portion Satire. Sie führt nicht nur durch die kurzen, etwa zweiminütigen Clips, sondern spielt auch in den Sketchen mit. Unterstützt wird das Format durch den zusätzlichen Einsatz von Jugendlichen (Influencer), die bereits über eine gewisse Internetpräsenz verfügen und eine eigene Community aufweisen können.

Junge Menschen sind es gewohnt Informationen online, verbunden mit einem hohen Entertainmentfaktor, zu konsumieren.

Karl-Josef ThielenLeiter Unternehmenskommunikation BGHW

Kein klassischer Präventionsfilm

Erwachsene polarisiert das Format zuweilen – ist es doch ganz so anders als alles, was man von „der BG“ gewohnt ist. Ein klassischer Präventionsfilm soll „Die Nullshow“ auch nicht sein. Die Clips können für den Einstieg in die Unterweisung genutzt werden, ersetzen diese jedoch nicht.

Gemäß der Kampagne „GIB MIR NULL!“, in deren Rahmen „Die Nullshow“ entwickelt wurde, will die Videoreihe insbesondere Menschen erreichen, die sich bislang wenig oder gar nicht mit der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz beschäftigen. Ziel ist es, den Fokus auf das eigene Risikoverhalten zu lenken und so anzuregen, dass sich auch Berufseinsteiger im Handel und in der Warenlogistik mit den Gefährdungen am eigenen Arbeitsplatz auseinandersetzen und sogar Verbesserungsmaßnahmen anregen.

Prävention aus einem anderen Blickwinkel

Die Themen der „Nullshow“ kennen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ihrem Lebens- und Berufsalltag: zum Beispiel das Fahren mit E-Scootern, Gefährdungen durch Lärm, Nutzung von Leitern oder etwa das Verhalten als Autofahrerinnen und Autofahrer im Straßenverkehr. Statt mit dem erhobenen Zeigefinger vermittelt „Die Nullshow“ die Botschaften aus einem anderen Blickwinkel. So wie beim Thema „dichtes Auffahren unter Zeitdruck“: „Nur weil ihr im Auto sitzt, haltet ihr keinen Abstand mehr und fangt an zu drängeln? Hallo? Macht ihr das im normalen Leben auch?“ fragt Hanna ungläubig in die Kamera. Nur um im nächsten Sketch zu zeigen, wie das aussehen würde, anderen Menschen auf offener Straße so an die Pelle zu rücken, wie manch Autofahrende auf der Autobahn. Nicht nur zu Corona-Zeiten ein No-Go.

Vor Ort bei den Dreharbeiten

Die Dreharbeiten der aktuellen Staffel von "Die Nullshow" fanden im Oktober 2020 in Köln statt.

Einblick in die Maske bei den Dreharbeiten der Nullshow
Moderatorin Hanna sitzt am Nachrichtenpult vor einem green screen
Dreharbeiten der Nullshow in einer Küche
Dreharbeiten der Nullshow auf der Straße
Das Team der Nullshow dreht in gelben Sicherheitswesten in einem Lager
Dreharbeiten zur Nullshow im Institut für Arbeitsschutz der DGUV
Die Moderatorin der Nullshow hält das Handzeichen für "Spitze!" in die Kamera
Die Moderatorin der Nullshow hält ihre offene Handfläche in die Kamera: darauf ist ein Smiley mit Handcreme gemalt

NULL Unfall, NULL Ausfall — kein Zufall!

„Die Nullshow“ ist eine Videoclip-Serie im Rahmen der Präventionskampagne GIB MIR NULL! der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik.

Mit GIB MIR NULL! verfolgt sie ein Ziel: null Arbeitsunfälle und null Berufskrankheiten an den Arbeitsplätzen im Handel und in der Warenlogistik. Die Kampagne bietet einen niederschwelligen Einstieg in die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, zum Beispiel mit Mitmachmitteln und Medienangeboten, die einen frischen Blick auf das Thema gewähren.

Zur Kampagne GIB MIR NULL!

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