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Faktenlage Schlaf

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Das Wichtigste im Überblick

  • Ein erholsamer Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit.
  • 34 Millionen Deutsche können schlecht schlafen.
  • Schlafstörungen verursachen allein in Deutschland einen Produktionsschaden in Höhe von 60 Milliarden Euro.
  • Müdigkeit ist eine Ursache für schwere und tödliche Wege- und Dienstwegeunfälle mit dem Pkw oder Lkw.
  • Schichtarbeit kann zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus führen
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Haben Sie heute gut geschlafen? Immer mehr Menschen können diese Frage nicht mit Ja beantworten. Sie haben Probleme beim Ein- und Durchschlafen, fühlen sich tagsüber schlapp und unkonzentriert. Ein ausreichender und erholsamer Schlaf ist jedoch extrem wichtig für unseren Körper. Er ist die Voraussetzung dafür, dass wir gesund und leistungsfähig sind. Was Sie sonst noch über das Schlafen wissen sollten, besonders über den schlechten Schlaf und seine Folgen:

Warum ist Schlaf so wichtig für die Gesundheit?

Ausreichender Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit, weil der Körper in der Nacht regeneriert und repariert – aber nur, wenn wir tief und fest schlafen. In der Tiefschlafphase werden zum Beispiel Krankheitserreger bekämpft, Zellen repariert und erneuert. Das Gehirn schüttet in dieser Phase besonders viel vom Wachstumshormon Somatropin aus, was unsere Leistungsfähigkeit erhöht. Außerdem speichert das Gehirn im Tiefschlaf neues Wissen ab. Es ruft die Daten und Erlebnisse des Tages nochmals ab und überträgt alles Wichtige in den Langzeitspeicher. Ein weiterer Effekt: Guter Schlaf beugt Burn-out und Depressionen vor, weil im Schlaf das Stresshormon Cortisol abgebaut wird.  Guter Schlaf stärkt also unser Immunsystem und sorgt dafür, dass wir seelisch ausgeglichen sind.

Wie lange sollte man schlafen?

Wir verbringen gut ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen. Die optimale Dauer für einen erholsamen Nachtschlaf liegt in der Regel bei etwas über sieben Stunden. Jugendliche in der Pubertät haben einen höheren Schlafbedarf, ab dem 16. Lebensjahr haben die meisten Menschen ihre optimale Schlafdauer gefunden. Allerdings schläft in Deutschland jeder zweite Erwachsene nur sechs Stunden oder weniger, so eine Studie der Techniker Krankenkasse von 2017.

dauert optimalerweise ein erholsamer Nachtschlaf.

Wie viele Menschen können schlecht schlafen?

Faktenlage Schlaf, Menschen schlecht schlafen

Nach einer repräsentativen Studie der DAK von 2017 sind das 80 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Das sind etwa 34 Millionen Menschen. Jede zweite erwerbstätige Person klagt über allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung infolge von schlechtem Schlaf, so die Erwerbstätigenbefragung 2018 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Jeder zehnte Arbeiternehmer leidet darunter, dass er nicht ein- oder durchschlafen kann. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. 

Deutsche schlafen schlecht.

Warum schlafen berufstätige Menschen so wenig?

Die häufigsten Gründe für Schlafstörungen und Schlafmangel sind: früher Arbeitsbeginn, Arbeiten an der Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit, starker Termin- und Leistungsdruck, häufige Überstunden, Nacht- und Wechselschichten, Erreichbarkeit nach Feierabend über die sozialen Medien.

Welche Kosten entstehen der Wirtschaft durch Schlafstörungen?

Das Non-Profit-Forschungsinstitut RAND Corporation beziffert den durch Schlafstörungen verursachten Produktionsverlust allein in Deutschland auf 60 Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz steigend. Aufgrund von Schlafproblemen stieg die Anzahl der Fehltage auf 3,86 Tage je 100 Krankenkassen-Versicherte. Die Mehrheit versucht, das Problem allein in den Griff zu bekommen, und geht nicht zum Arzt. 4,8 Prozent der Erwerbstätigen waren 2017 deswegen in einer Praxis.

beträgt der Produktionsverlust, der allein in Deutschland jährlich durch Müdigkeit verursacht wird.

Wie gefährlich ist Müdigkeit für die Beschäftigten?

Faktenlage Schlaf, Gefährlichkeit von Müdigkeit

Eine aktuelle Studie der BG ETEM von 2020 über schwere und tödliche Wege- und Dienstwegeunfälle im Straßenverkehr mit Pkw und Lkw zeigt, dass Müdigkeit eine häufige Unfallursache ist: Fast jeder vierte Fahrer (24,2 Prozent der Unfälle) war eingeschlafen; in 17,4 Prozent spielten müdigkeitsbedingte Fahrfehler eine Rolle. Jeder dritte dieser Unfälle endete mit mindestens einem getöteten Insassen. Beschäftigte mit langen Arbeitszeiten haben ein erhöhtes Risiko. Fast 40 Prozent der Unfallverursacher hatten mehr als 8,5 Stunden gearbeitet, weitere sieben Prozent über zehn Stunden. Jeder zehnte Betroffene war auf dem Heimweg von der Nachtschicht.

Wie wirkt sich Schichtarbeit auf den Schlaf aus?

Schichtarbeit kann zu Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus führen, die mit verringerter Schlafqualität und erhöhter Müdigkeit einhergehen könnte. Nachtschichtarbeiter sind von erhöhter Müdigkeit betroffen, weil sie gezwungen sind, ihren Schlafzyklus an die Arbeitszeiten anzupassen. Im Laufe der Nacht erhöhe sich bei ihnen der Druck, wach zu bleiben, worauf der Körper mit erhöhtem Schlafdruck reagiere, bestätigt eine Untersuchung des Instituts für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV.

Gibt es ein optimales Schichtsystem für den gesunden Schlaf?

Faktenlage Schlaf, optimales Schichtsystem für gesunden Schlaf

Das optimale Schichtsystem gibt es nicht. Allerdings gibt es Hinweise, dass kurz und vorwärts (im Uhrzeigersinn) rotierende Schichten deutliche Vorteile aufweisen gegenüber langsam und rückwärts (gegen den Uhrzeigersinn) rotierenden Schichten. Eine für den Menschen gute Schichtfolge lautet demnach: Frühschicht – Spätschicht – Nachtschicht – Freiphase. Kurze Schichtfolgen haben den Vorteil, dass sich die innere biologische Uhr nicht an die einzelnen Schichten anpasst.

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