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Steharbeitsplätze

ca. 3 Minuten Lesezeit

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Begriff "Steharbeitsplatz" ist nicht eindeutig definiert. Man spricht von Arbeitsplätzen mit hohem Stehanteil.
  • Bei den Mitgliedsunternehmen der BGWH haben beispielsweise Verkaufstheken im Lebensmittelbereich einen hohen Stehanteil.
  • Dynamisches Stehen ist wichtig: Immer wieder die Position wechseln, ein paar Schritt gehen, mit den Füßen wippen.
  • Dynamisches Stehen aktiviert die Muskelpumpe. Diese unterstützt den Bluttransport über die Venen zum Herz.
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Was passiert in den Beinen, wenn wir zu lange stehen? Arbeitsmediziner Dr. Peter Schiefen erläutert, warum dynamisches Stehen wichtig ist und welche Rolle die Muskelpumpe spielt. 

Wann spricht man von einem Steharbeitsplatz? Wenn ein Mitarbeiter stundenlang am Fließband in einer Position verharren muss? Wahrscheinlich. Auch wenn eine Mitarbeiterin acht Stunden hinter der Bäckertheke steht und dabei immer wieder hin und her läuft? Da wird es schon schwieriger „Rein zeitlich ist der Steharbeitsplatz nicht sauber definiert“, sagt Dr. Peter Schiefen, Arbeitsmediziner bei der BGHW. „Es gibt keine Vorschrift. Wir sprechen eher davon, dass es Arbeitsplätze mit einem hohen oder sehr hohen Stehanteil gibt.“ Bei den Mitgliedsunternehmen der BGHW gehören dazu beispielsweise die Arbeitsplätze an den Verkaufstheken im Lebensmittelbereich.

Porträt von BGHW-Arbeitsmediziner Dr. Peter Schiefen

Dynamisches Stehen, also immer wieder die Position ändern, aktiviert die Muskelpumpe.

Dr. Peter SchiefenArbeitsmediziner BGHW

Dynamisches Stehen tut gut

Beschäftigte, die überwiegend stehen, sollten darauf achten, dynamisch zu stehen. „Dynamisches Stehen heißt, ich wechsle immer wieder die Position, gehe ein paar Schritte und wippe beispielsweise mit den Füßen hoch und runter“, erläutert Schiefen. So aktiviere man nicht nur den gesamten Haltungsapparat, sondern auch die Muskelpumpe. Diese spielt im Zusammenhang mit dem Blutfluss eine wichtige Rolle.

Zwei Illustrationen zur Zusammenarbeit von Beinvene und Muskelpumpe

Zusammenspiel Muskelpumpe und Beinvene

Während das Herz das Blut über die Arterien in alle Körperbereiche pumpt, transportieren die Venen das Blut zum Herzen zurück. Dabei müssen die Beinvenen gegen die Schwerkraft arbeiten und das Blut hochpumpen. Damit das Blut nur zum Herzen hinfließt, gibt es die Venenklappen. Sie funktionieren wie ein Rückschlagventil und öffnen sich nur in Herzrichtung. Unterstützt werden die Venen beim Bluttransport von der Muskulatur. Ist die Muskulatur in Bewegung, sorgt sie für Druck auf die Venen und das Blut wird nach oben gepumpt. Erschlaffen die Muskeln, erweitern sich die Gefäße wieder. Intakte Venenklappen verschließen sich und lassen kein Blut zurückfließen.

Muskelpumpe aktivieren

„Stehen Beschäftigte statisch, also bewegungslos auf einer Stelle, ruht die Muskelpumpe“, erklärt Schiefen. Das Blut, das zum großen Teil auch aus Wasser besteht, staut sich in den Beinen und Flüssigkeit tritt aus den Venengefäßen in das umliegende Gewebe. Füße, Fußgelenke und Unterschenkel werden schwer. Ist die Flüssigkeitsansammlung so groß, dass sichtbare Schwellungen entstehen, spricht man von Ödem. „Deshalb ist es wichtig, dazu einen Gegenpol aufzubauen und dynamisch zu stehen“, sagt der Arbeitsmediziner.

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