Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

iga-Umfrage: Beschäftigte wünschen sich nicht längere, aber flexiblere Pausen am Arbeitsplatz

Viele Beschäftigte in Deutschland empfinden ihre Pausen am Arbeitsplatz als wenig erholsam. Das belegen Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) unter 323 Personen.

Zwar sind 79 Prozent der Befragten grundsätzlich mit den Pausen zufrieden. Allerdings erholt sich rund die Hälfte dabei nie, selten oder nur manchmal. Zu knapp bemessenen Pausenzeiten schienen hier keine Ursachen zu sein. Denn mit durchschnittlich 27 Minuten würden sich die Beschäftigten sogar mit kürzeren Pausenzeiten zufrieden geben, als sie tatsächlich haben (33 Minuten). Interessant ist auch, dass etwa ein Viertel der Befragten die Pause häufig oder sogar immer ganz ausfallen lässt. Die Ursache ist in den meisten Fällen Termin- und Zeitdruck. Manche Beschäftigte gaben auch an, dass sie so vertieft in ihre Aufgaben seien, dass sie ihre Pause schlichtweg vergessen würden.

Ist die Nutzung von Smartphone und Co. ein Grund für den teils ausbleibenden Erholungseffekt von Pausen? Die Umfrage bestätigt dies nicht. So greift nur jeder Fünfte in der Pause häufig oder manchmal auf digitale Angebote zurück, bei knapp 60 Prozent der Befragten kommt das selten oder gar nicht vor. Stattdessen zeigt sich sogar vielfach ein distanziertes Verhältnis zur neutzung von digitalen Medien. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) nehmen an, dass ihr Gebrauch in den Pausen nicht zur Entspannung beiträgt. 61 Prozent gehen sogar davon aus, dass es die Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst.

Die Ursachen für die als unzureichend empfundene Erholung dürften eher an einer konventionellen Pausengestaltung mit unflexiblen Zeiten liegen. An der Spitze der Pausenaktivitäten stehen Essen und Trinken sowie Unterhaltungen mit den Kollegen. Zwar nutzen die Befragten die Mittagspause hin und wieder für einen Spaziergang an der frischen Luft, regelmäßig machen das aber nur rund 17 Prozent - obwohl diese Art der Pausengestaltung als die erholsamsten eingestuft wird. Bezogen auf den Erholungseffekt werden der Pausensnack oder das Gespräch mit den Kollegen deutlich schwächer bewertet. Nur ein Bruchteil schaltet in der Pause beim Sport ab. Etwa jeder Zehnte nutzt sie, um private Dinge zu erledigen, was allerdings  laut Umfrage gar nicht zur Erholung beiträgt.

Gefragt nach ihren Wünschen, spricht sich ein Drittel der Befragten für mehr Flexibilität und Autonomie bei der Wahl des Zeitpunktes einer Pause aus. Dies entspricht den Aussagen der Beschäftigten im Homeoffice. Sie waren mit ihrer Pausengestaltung signifikant zufriedener. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten haben hingegen klare Vorgaben zu den Pausenzeiten. 90 Prozent der Befragten haben aber die Möglichkeit zur "inoffiziellen Pause", die sie beispielsweise für den Toilettengang oder als Kaffeepause nutzen.

Download

Der iga.Report 34 "Regeneration, Erholung, Pausengestaltung - Alte Rezepte für moderne Arbeitswelten?" steht  kostenlos zum Download bereit. Darin finden Sie neben den Ergebnissen der Online-Umfrage auch Empfehlungen und Tipps von Experten zum Schwerpunktthema "Nutzung und Wirkung digitaler Medien".

Initiative Gesundheit und Arbeit

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung zusammen. Ziel ist es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren durch Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung vorzubeugen. iga ist eine Kooperation von BKK Dachverband e.V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek).

 

Pressekontakte:

Michaela Gottfried
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek)
Telefon: 030/26931-1200
E-Mail: michaela.gottfried@vdek.com

Stefan Boltz
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
Telefon: 030/288763-768
E-Mail: stefan.boltz@dguv.de

Michael Bernatek
AOK-Bundesverband
Telefon: 030/34646-2655
E-Mail: michael.bernatek@bv.aok.de

Andrea Röder
BKK Dachverband e. V.
Telefon: 030/2700406-302
E-Mail: andrea.roeder@bkk-dv.de

Quelle: DGUV

Diesen Beitrag teilen
Diesen Beitrag teilen
abgelegt unter: