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Neufassung der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen"

Diese Technische Regel für Gefahrstoffe beschreibt Vorgehensweisen zur Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung nach § 6 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat am 8. September 2017 die Neufassung der Technischen Regel 400 “Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" im Gemeinsamen Ministerialblatt Nr. 36/2017 veröffentlicht und damit die Ausgabe vom Dezember 2010 ersetzt. 

Was ist neu?

  • Einführung des Punktes "Verantwortung und Organisation"
  • Aufnahme der physikalisch-chemischen Gefährdungen
  • Klarstellung bezüglich Fachkunde
  • Beispiele für nicht geringe Gefährdung
  • weitere Hinweise

 

Die wesentlichen Änderungen:

  • Einführung der neuen Nummer 3 "Organisation und Verantwortung". Die neue Nummer gibt Hinweise zu den Verantwortlichkeiten und Anforderungen zur geeigneten Organisation, z.B. Pflichtenübertragung. Diese Inhalte sind aus der bisherigen Nummer 3.1 "Organisation und Verantwortung" weiterentwickelt worden.
  • Erläuterung der "Fachkunde"
    Unter Punkt  unter Punkt 4.1 wird das Thema Fachkunde nochmal näher beleuchtet (z.B. erforderliche Kenntnisse, über die eine fachkundige Person zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung nach GefStoffV zu verfügen hat.
  • In Punkt 5.1 „Informationsquellen“ (bisher Nummer 4.1) wird  auf Hinweise zu  „mitgelieferten Informationen über standardisierte Arbeitsverfahren“ verzichtet,  da sie in der Praxis keine Bedeutung erlangt haben. Stattdessen werden jetzt neben den Sicherheitsdatenblättern als weitere Informationsquellen branchen- oder tätigkeitsspezifische Hilfestellungen, branchenbezogene Gefahrstoff- und Produktbewertungen der UV-Träger sowie Stoffbewertungen der Bundesländer und UV-Träger aufgeführt.
  • Die neue Nummer 6 "Gefährdungsbeurteilung" fasst die beiden bisherigen Nummern 5 "Gefährdungsbeurteilung bei vorgegebenen Maßnahmen (Standardisierte Arbeitsverfahren)" und 6 "Gefährdungsbeurteilung ohne vorgegebene Maßnahmen“ fortgeschrieben zusammen.
    Anwendung von TRGS, Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien (VSK)
    In der Nummer 6.1 wird klargestellt, dass Verfahrens- und stoffspezifische Kriterien und TRGS unmittelbar angewendet werden können. Werden die dort beschriebenen Maßnahmen umgesetzt, kann von der Einhaltung der GefStoffV ausgegangen werden; bei Abweichung muss dies in der Gefährdungsbeurteilung begründet und dokumentiert werden und der Schutz der Beschäftigten muss in vergleichbarer Weise gewährleistet sein. Bei Nutzung branchen- oder tätigkeitsbezogener Handlungsempfehlungen ist stets die Anwendbarkeit anhand der Kriterien des Anhang 2 zu überprüfen.
    Punkt 6.2 enthält jetzt Beispiele von Tätigkeiten nicht geringer Gefährdung. In der neuen Nummer 6.5 wurden Hilfestellungen zur Gefährdungsbeurteilung physikalisch-chemischer Gefährdungen durch explosionsfähige Gemische sowie energiereicher Stoffe und Gemische hinzugefügt.

 

Link zur TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ vom 11. Juli 2017

 Quelle: TRGS 400

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