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Gegenwehr ist riskant - Studie: "Raubstraftaten im Handel“ untersucht Merkmale von Raubüberfällen

Rund elf Millionen Euro Schaden verursachen Raubüberfälle im Handel jährlich. Nicht beziffern lassen sich die psychischen Schäden, die oft bei traumatisierten Angestellten zurückbleiben. Mit verschiedenen Präventionskonzepten versuchen Polizei und Unfallversicherungsträger, das Risiko für Betriebe zu minimieren und die Beschäftigten zu schützen. Eine Studie der BGHW und der Deutschen Hochschule der Polizei belegt jetzt: Am wirksamsten ist eine Kombination aus technischer, verhaltens- und organisationsbezogener Vorbeugung.

In der Studie „Raubstraftaten im Handel“ wurden Raubüberfälle untersucht, die im Zeitraum von Juni 2014 bis Juni 2015 bei der BGHW gemeldet wurden. In der Studie wurde das Überfallrisiko analysiert und wie das Verhalten der Beschäftigten den Ablauf eines Überfalls beeinflusst. Ziel der Untersuchung war außerdem herauszufinden, welche Präventionsmaßnahmen am besten zu welcher Betriebsart passen, ferner die Effektivität der Präventionsmaßnahmen der BGHW.

 

Ergebnisse:

Folgende Risikofaktoren für Unternehmen kristallisierten sich heraus:

  • bauliche Merkmale der Betriebsstätte (einfacher Zugang, schlechte Beleuchtung, Lage der Kassen)
  • Lage von Betrieben (abgelegene Lage mit guten Fluchtmöglichkeiten, in Räumen mit hoher Kriminalitätsbelastung)
  • organisatorische Merkmale des Betriebs (mangelhafte Vorkehrungen zum Umgang mit Bargeld, größere Bargeldbestände, für Täter attraktive Waren, lange Öffnungszeiten, geringes Kundenaufkommen, dünne Personaldecke)

Das Raubüberfallrisiko ist im Lebensmittelhandel und an Tankstellen besonders hoch.

Was können Unternehmer tun, um das Überfallrisiko zu minimieren?

Die Lage und das Umfeld lassen sich jedoch kaum ändern. Besonders bewährt haben sich etwa im Lebensmittelhandel die Nutzung von Zeitverschlussbehältnissen, eine regelmäßige Abschöpfung des Bargeldbestandes und der Einsatz von Videokameras. Auch die Sicherung von Zugängen und ausreichend Personal, gerade in den Abendstunden, können das Risiko eines Überfalls senken. Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen spielt das Verhalten der Beschäftigten eine große Rolle. Denn die Wahrscheinlichkeit körperlich verletzt zu werden, ist deutlich erhöht, wenn der Beschäftigte Widerstand leistet oder den Räuber behindert.  Daher ist die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders wichtig. Die richtigen Reaktionen und Handlungsweisen in kritischen Situationen sollten  auch praktisch eingeübt werden. Betriebsanweisungen und regelmäßige Unterweisungen reichen nach Meinung der Experten nicht. Die BGHW bietet für Unternehmer/innen, Geschäftsführer/innen, Führungskräfte, Betriebsräte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit das dreitägige Seminar "TS 20 - Raubüberfälle und Ladendiebstahl, Präventionsmaßnahmen" an (weitere Infos und Anmeldung unter Seminare).

 Körperliche Verletzung in Abhängigkeit von Geschlecht und Verhalten der Beschäftigten

Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Kombination von technischer und verhaltens-/organisationsbezogener Prävention sinnvoll ist. Abgestimmt auf die örtlichen und personellen Gegebenheiten, sollte jeder Betrieb für sich ein individuelles Paket zur Raubprävention schnüren.

Gerne beraten Sie dabei auch die Präventionsexperten der BGHW.

Mehr Infos

Die BGHW stellt eine Reihe von Medien zur Prävention von Raubüberfällen im Kompendium Arbeitsschutz zur Verfügung.
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