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Schnelle Hilfe für traumatisierte Beschäftigte

Die BGHW bietet psychologische Hilfe und Beratung für Opfer von Raubüberfällen.

Nach einem Raubüberfall wird immer die Polizei informiert. Wenn niemand verletzt ist muss ich dann auch die Berufsgenossenschaft informieren? Die Antwort ist ja! Denn die Psyche steckt ein solches Schockerlebnis in vielen Fällen nicht so einfach weg. Häufig verdrängen die Opfer eines Raubüberfalls erst einmal das Erlebte. Sie sind sich sicher, dass sie damit selbst fertig werden und gehen zum Beispiel direkt am nächsten Tag wieder arbeiten. Der Zusammenbruch kann unter Umständen später kommen, wenn sich plötzlich traumatische Symptome, Angst- und Panikattacken zeigen. 

Um das zu vermeiden, bietet die BGHW nach Raubüberfällen eine psychologische Hilfe durch speziell ausgebildete Psychologen an.

Wichtig ist allerdings, dass diese Hilfe schnell erfolgt und nicht erst Wochen später.

Im Gegensatz zu Körperschäden verstärken sich diese Beschwerden häufig mit zunehmendem Zeitablauf. In ungünstig verlaufenden Fällen manifestieren sich die Beschwerden und sind nur noch sehr schwer einer Therapie zugänglich. Das führt zu einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit mit hohen Kosten für die betroffenen Unternehmen und die Berufsgenossenschaft. Hinzu kommt das private Leid der Überfallopfer und ihrer Angehörigen.

Melden Sie uns bitte jeden Raubüberfall so schnell wie möglich - auch wenn es zu keinen äußerlich sichtbaren Verletzungen gekommen ist. So können die Betroffenen schnell betreut und möglichen gesundheitlichen Folgen vorgebeugt werden.

Im Gespräch helfen die Profis den Opfern, sich seelisch zu stabilisieren und das Erlebte zu verarbeiten.

Weitere Infos zur Meldung von Raubüberfällen

Weitere Infos zur psychologischen Soforthilfe

Nicht nur die BGHW kann helfen, auch der Betrieb kann einiges tun. Denn eine besondere Bedeutung hat auch die innerbetriebliche Erstbetreuung vor Ort.

Wie können Sie als verantwortlicher Unternehmer, als Führungskraft oder Arbeitsschützer oder als Kollege helfen?

Wichtig ist, dass die innerbetriebliche Meldekette, die zeitnahe Benachrichtigung des Vorgesetzten/Inhabers oder eines benannten innerbetrieblichen Erstbetreuers, geregelt ist.  Melden Sie den Überfall bitte unverzüglich der BGHW.

Hilfreich für die Betroffenen ist die Erstbetreuung durch eine geeignete Kollegin oder einen geeigneten Kollegen vor Ort im Betrieb (innerbetrieblicher Erstbetreuer). Insbesondere in der ersten Zeit nach einem Überfallereignis benötigen die Betroffenen Sicherheit und Unterstützung, um Abstand zu gewinnen und ihre innere Stabilität wiederzufinden. Diese Unterstützung zu geben ist Aufgabe des innerbetrieblichen Erstbetreuers.

Als vertrauenswürdige und stabile Persönlichkeit verfügt sie/er über die notwendigen Kompetenzen, um der betroffenen Person unmittelbar nach dem Überfallereignis das notwendige Sicherheitsgefühl zu geben. Gegebenenfalls können auch Vorgesetzte für diese Aufgabe sensibilisiert werden.

Die Aufgaben des innerbetrieblichen Erstbetreuers sind:

  • betroffene Personen vom Tatort wegbringen
  • zum Arzt begleiten (ohne körperliche Verletzungen, aber mit psychischer Beeinträchtigung zum Arzt des Vertrauens, wenn auch körperliche Verletzungen vorliegen zum Durchgangsarzt)
  • zur Polizei begleiten
  • nach Hause bzw. in eine aus der Sicht der betroffenen Person sichere Umgebung begleiten
  • Familienangehörige der betroffenen Person informieren
  • Ansprechpartner im Betrieb und zu Hause sein
  • Vorgesetzte informieren
  • sofortige Mitteilung an die BGHW sicherstellen
  • bei Formalitäten unterstützen

Über diese Maßnahmen hinaus kann es erforderlich werden, vertrauensfördernde Maßnahmen (zum Beispiel zeitweiser Arbeitsplatzwechsel oder Einsatz nicht in den dunklen Abendstunden oder allein) durchzuführen, wenn die Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Psychologische Soforthilfe

Nach einem Raubüberfall bietet die BGHW eine psychologische Soforthilfe an. Wir nehmen umgehend telefonisch Kontakt mit den betroffenen Mitarbeitern auf und bieten diesen ein Beratungsgespräch durch speziell hierfür ausgebildete Psychologen an.

Die psychologische Soforthilfe umfasst

  • Persönliche Beratung der Betroffenen durch speziell auf dem Gebiet der Traumaverarbeitung ausgebildete Psychologen
  • Information und Aufklärung über die natürlichen Reaktionen des Menschen nach einem Gewaltereignis
  • Hilfen zum Stressabbau, um Ruhe und Abstand zu gewinnen
  • Psychische Stabilisierung

Bei Bedarf organisieren wir über die psychologische Soforthilfe hinaus notwendige therapeutische Gespräche. Die Kosten dieser Maßnahmen trägt die BGHW.
Übrigens: Diese Kosten wirken sich nicht auf das Beitragsausgleichsverfahren aus, soweit eine eventuelle Arbeitsunfähigkeit drei Tage nicht überschreitet.

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