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Arbeiten in der Sonne: Nur mit Schutz!

Arbeiten in der Sonne

Beschäftigte im Gartencenter oder Baustoffhandel, Staplerfahrer auf dem Schrottplatz, Lascher am Hafen, Arbeiter im Tanklager – das sind nur einige der Berufsgruppen, die im Sommer in besonderem Maße der Sonne ausgesetzt sind. Zum einen kann die UV-Strahlung der Haut schaden, zum anderen kann die Hitze lebensbedrohlich werden. Die Risiken eines Hitzschlags werden häufig unterschätzt. Deshalb raten die Experten der BGHW: Gehen Sie mit kühlem Kopf in den Sommer, schützen Sie Ihre Haut.

Ein Zuviel an UV-Strahlung kann der Haut schaden, zu Sonnenbrand und Hornhautschäden am Auge führen. Grauer Star und Hautkrebs können im schlimmsten Fall die Langzeitfolgen sein. Die Auswirkungen eines zu langen Aufenthalts in der prallen Sonne sind ebenfalls bedenklich: Leistungsfähigkeit und Konzentration sinken. Der Körper gerät in einen Ausnahmezustand, weil er die normale Körpertemperatur von 37 Grad aufrechterhalten will. Ein lebensbedrohlicher Kollaps kann die Folge sein. Deshalb gilt es, den Körper und die Haut vor UV-Strahlung und Hitze zu schützen, nicht nur im privaten Bereich, sondern auch bei der Arbeit.

UV-Strahlen belasten

Über die Auswirkungen von UV-Strahlung und Sonnenhitze aufklären und damit arbeitsbedingte Erkrankungen verhindern, hat daher auch in diesem Sommer für die BGHW eine hohe Priorität. Der Fokus liegt dabei auf der Gefährdung durch UV-Strahlung: Damit beschäftigt sich ein Forschungsprojekt, an dem auch die BGHW beteiligt ist: Es wird ermittelt, wie hoch die Belastung durch UV-Strahlung in verschiedenen Branchen ist. Dabei wird eines klar: Menschen, die im Freien arbeiten, müssen sich schützen. Mittlerweile ist unstrittig, dass bestimmte Hautkrebserkrankungen durch die langjährige Arbeit im Freien entstehen können. Vor diesem Hintergrund wurde 2015 die Berufskrankheit „Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung“ in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen.

Unternehmer oder Unternehmerinnen, deren Beschäftigte im Freien arbeiten, müssen sich also Gedanken machen, wie sie ihre Beschäftigten vor zu viel Sonnenstrahlung und Hitze schützen. Sie sind verpflichtet, das Thema in die Gefährdungsbeurteilung aufzunehmen und Schutzmaßnahmen festzulegen. Dabei gilt das sogenannte TOP-Prinzip. Oberste Priorität haben demnach technische Schutzmaßnahmen, gefolgt von organisatorischen und persönlichen Maßnahmen. Einige Beispiele dazu, was darunter zu verstehen ist:

Technische Maßnahmen:

  • Mit Sonnensegeln, Sonnenschirmen und Ähnlichem für Schatten am Arbeitsplatz sorgen
  • Überdachte Plätze für Pausen anbieten

Organisatorische Maßnahmen:

  • Beschäftigte in den Umgang mit den Gefahren der Sonnenstrahlung und in den Sonnenschutz unterweisen
  • Körperlich schwere Arbeiten auf die Morgen- oder späten Nachmittagsstunden verlegen
  • Pausen im Schatten verlängern und häufiger anbieten
  • Getränke zur Verfügung stellen

Persönliche Maßnahmen:

  • Lange Hosen und langärmlige Hemden zum Beispiel aus dichter Baumwolle tragen
  • Geeignete Kopfbedeckung, wie Hut oder Tuch, tragen, dabei auf den Schutz von Nacken und Ohren achten
  • Mit einer Sonnenschutzbrille die Augen schützen
  • UV-Schutzmittel, etwa in Form von Cremes, auf unbedeckte Hautpartien auftragen

Erst wenn alle technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen ausgeschöpft sind, sollten also persönliche Schutzmaßnahmen zum Einsatz kommen. Gerade beim Thema UV-Schutzmittel, etwa Sonnencremes, herrscht vielfach Unsicherheit: Welcher Lichtschutzfaktor (LSF) ist richtig? Wie oft muss ich cremen? Antworten gibt es beim Fachbereich Hautschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), des Spitzenverbandes der Berufsgenossenschaften. Er empfiehlt Sonnenschutzcremes aus der Schutzkategorie „hoch“ oder „sehr hoch“ mit einem LSF von mindestens 30. Allerdings, betonen die Experten, kann der LSF immer nur ein Anhaltspunkt sein. In der Praxis sei es aber häufig so, dass nur eine Schutzwirkung von rund 20 Prozent des angegebenen LSF erreicht werde. Das Problem: Viele Anwender, so die Erfahrung des Fachbereichs, tragen die Cremes zu dünn auf. Außerdem sollten Produkte ausgewählt werden, die wasser- und schweißfest sind. Denn nur so bleibe die Schutzwirkung länger erhalten. Wichtig zudem: Zum wirksamen Schutz mehrmals am Tag eincremen.

Einen Maßstab darüber, wann welche Art von Schutz vor UV-Strahlung ratsam ist, gibt der UV-Index. Er gibt an, wie stark die UV-Strahlung am Standort ist und wann Schutz erforderlich ist. Das Umweltbundesamt dazu: „Je höher der UV-Index ist, desto höher ist die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten und desto eher sind Sonnenschutzmaßnahmen zu ergreifen.“

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