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Brandschutz organisieren - Leben retten

Brandschutz organisieren

Wählen Sie im Notfall die 112 – das ist die europaweite Notrufnummer für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Eine Untersuchung der EU-Kommission ergab, dass dies in Deutschland nur rund 17 Prozent der Bevölkerung bekannt ist. Umso wichtiger ist es deshalb, dass diese Rufnummer im Unternehmen kommuniziert wird und der betriebliche Brandschutz auch in kleinen Firmen gut organisiert ist. Denn eine schnelle Reaktion bei Notfällen kann Leben retten.

Rund 3500 Arbeitsunfälle werden der DGUV, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, im Jahr gemeldet, deren Ursachen Brände und Explosionen sind. Die Unfallbeteiligten erleiden häufig Verbrennungen oder vergiften sich durch eingeatmete Rauchgase. Warum kommt es überhaupt zu Bränden in Betrieben? Die Antworten sind häufig trivial: Das Rauchverbot wird nicht beachtet, Aschenbecher mit Glutresten werden in den Mülleimer entleert, Spraydosen oder Lacke auf Heizkörpern abgestellt. In Unfallberichten wird aber auch von mangelnder Sorgfalt im Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten berichtet oder von ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen beim Schweißen, Löten oder bei Arbeiten mit Schleifmaschinen.

Bei Bränden muss sofort reagiert werden. Denn wie rasch sich ein Feuer ausbreitet, weiß jeder. Ganz schnell kann ein Brand Sachschäden in Millionenhöhe verursachen und im schlimmsten Fall auch Menschenleben kosten. Deshalb ist eine gute Organisation des Brandschutzes wichtig, nicht nur in großen, sondern auch in kleinen Unternehmen. In vielen Firmen kümmern sich darum die Brandschutzbeauftragten, in Kleinstunternehmen oft auch die Führungskräfte selber. Beim Brandschutz gibt es drei Hauptaufgaben für die Unternehmensleitung:

  • Entstehung von Bränden vorbeugen durch die erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen
  • Gerätschaften und Einrichtungen zur Brandbekämpfung bereitstellen und unterhalten. Der Umgang muss regelmäßig geübt werden.
  • Die Beschäftigten auf Brandgefahren hinweisen und darin unterweisen, wie sie Brände vermeiden können und was im Brandfall zu tun ist.

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, wie der Unternehmer diese Aufgaben umsetzen kann. Hier einige grundlegende Tipps zur Organisation, damit Brände verhütet und die richtigen Vorbereitungen für den Ernstfall getroffen werden:

Die Brandentstehung verhüten

Zum Beispiel: Das Aufeinandertreffen von brennbaren Stoffen und Zündquellen vermeiden. Also nicht den Aschenbecher in einen Mülleimer mit Papier leeren. Bei Arbeiten mit Funkenflug wie Schweißen oder Schleifen brennbare Stoffe abdecken oder entfernen. Elektrische Betriebsmittel, dazu gehören auch Wasserkocher oder Kaffeemaschinen, regelmäßig prüfen lassen.

Vorkehrungen zur Rettung der Beschäftigten treffen

Zum Beispiel: Brandmelder anbringen. Rettungswege und Notausgänge deutlich erkennbar und dauerhaft kennzeichnen. Flucht- und Rettungswege immer freihalten und nicht zustellen.

Die Brandbekämpfung gewährleisten

Feuerlöscher deutlich sichtbar anbringen und alle zwei Jahre prüfen lassen. Im Brandfall müssen sie sofort erreichbar sein.

Brandschutzhelfer oder Brandschutzbeauftragte beauftragen

Siehe Artikel "Evakuierung: Gute Vorbereitung ist entscheidend"

Brandschutzordnung erstellen

In der Brandschutzordnung werden alle Informationen und Regelungen zusammengefasst, die zur Verhütung von Bränden, aber auch im Brandfall wichtig sind.

Flucht- und Rettungsplan erarbeiten

Flucht- und Rettungspläne zeigen auf einen Blick, wohin die Belegschaft bei Feueralarm flüchten muss, wo Notausgänge, Fluchtwege und der Sammelplatz sind. Sie müssen gut sichtbar aufgehängt werden und immer auf dem aktuellen Stand sein.

Feuerwehrplan anfertigen

Er hilft den Einsatzkräften, sich auf einem großen Betriebsgelände oder in großen Gebäuden zu orientieren.

Alarmplan

Eine Liste mit Namen und Telefonnummern interner und externer Ansprechpartner, die im Ernstfall verständigt werden müssen. Außerdem enthält der Alarmplan Hinweise zum richtigen Verhalten im Brandfall.

Unterweisungen und Brandschutzübungen organisieren

Beschäftigte müssen gemäß der Brandschutzordnung mindestens einmal jährlich im richtigen Verhalten bei einem Brand unterwiesen werden. Außerdem müssen regelmäßige Brandschutzübungen angeboten werden.

Das sind Grundlagen des betrieblichen Brandschutzes im Unternehmen. Natürlich hängt die Umsetzung immer auch von den individuellen Gegebenheiten ab, und zu jeder Maßnahme gibt es im Detail noch weiterführende Regelungen und Ausführungen. Ihre Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei der BGHW beraten Sie gerne bei Fragen zum Thema.

Lesen Sie weiter:
Evakuierung: Gute Vorbereitung ist entscheidend

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