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Technische Regel neu aufgelegt

TRBA 400 neu aufgelegt

Bakterien, Schimmelpilze oder Viren sind allgegenwärtig. Auch am Arbeitsplatz finden sich diese Mikroorganismen, die auch biologische Arbeitsstoffe, kurz Biostoffe, genannt werden. In besonders hoher Konzentration kommen diese Stoffe beispielsweise in der Abfallwirtschaft vor, aber auch beim Umschlag und der Verarbeitung von Getreide, Gemüse oder Obst. Um die Anwender bei der Beurteilung der Gefährdungen durch Biostoffe besser unterstützen zu können, wurde die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 400 vollständig neu überarbeitet.

Die TRBA 400 konkretisiert die Anforderungen der Biostoffverordnung an die Gefährdungsbeurteilung. Die Neuauflage geht auf die Bedürfnisse der Unternehmen ein und bietet praxisorientierte Unterstützung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung. „Erstmals werden genaue Beurteilungswerte festgelegt, mit deren Hilfe der Unternehmer beurteilen kann, ob und in welchem Maße seine Beschäftigten durch Biostoffe gefährdet sind“, erläutert Dr. Stefan Mayer, Referatsleiter Biologische Einwirkungen bei der BGHW. Der Biologe war federführend an der Ausarbeitung der neuen TRBA beteiligt.

Gefährdung bestimmen

Die Fachleute stellten dem abgestuften Beurteilungskonzept für Gefährdungen durch Biostoffe entsprechend abgestufte Anforderungen an Schutzmaßnahmen gegenüber. „Dabei haben wir auch dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Rechnung getragen“, so Mayer.

Nicht in allen Unternehmen liegen Messwerte über die genaue Höhe der Einwirkungen durch Biostoffe vor. Deshalb wurde in die TRBA 400 ein Konzept aufgenommen, mit dem der Unternehmer oder die Unternehmerin prüfen kann, bei welchen Tätigkeiten in der Regel mit welcher Expositionshöhe zu rechnen ist.

Erstmalig wurde auch die psychische Belastung durch Biostoffe in eine Technische Regel aufgenommen. Psychisch belastend sind beispielsweise Termin- und Zeitdruck. Das kann dazu führen, dass Beschäftigte gestresst sind und unaufmerksam arbeiten. „Ganz schnell hat sich dann ein Mitarbeiter zum Beispiel geschnitten oder gestochen“, so Mayer. „Psychische Belastungen können langfristig das Immunsystem schwächen und so anfälliger für Infektionen, aber auch Allergien machen.“ Wichtig ist deshalb auch der Hinweis in der TRBA, dass das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten aktiv gefördert werden kann, indem sie bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen oder in Unterweisungen und Trainings eingebunden werden. Neben dem Wissen um die Gefährdung und der Fähigkeit, Schutzmaßnahmen anzuwenden, gelte es auch, das Wollen zu fördern, so Mayer.

Mehr dazu:

Die TRBA 400 „Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und für die Unterrichtung der Beschäftigten bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen“ kann auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) heruntergeladen werden.

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