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Unfallversicherungsschutz in der Elternzeit

Unfallschutz in der Elternzeit

Frischgebackene Väter und Mütter nehmen oft das Angebot der Elternzeit in Anspruch und lassen sich unbezahlt von der Arbeit freistellen. Während dieser Zeit besteht in bestimmten Fällen der Unfallversicherungsschutz durch die BGHW fort: Nämlich immer dann, wenn sich ein Unfall ereignet, der mit der versicherten Arbeit im Zusammenhang steht. Der Grund hierfür ist, dass das Beschäftigungsverhältnis auch während der Elternzeit fortbesteht.

Die gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Beschäftigungsverhältnis entfallen in der Regel während der Elternzeit. Das heißt, vonseiten des Arbeitnehmers ist dies die Arbeitskraft, die zur Verfügung gestellt wird, vonseiten des Arbeitgebers die Pflicht zur Entlohnung. Übt jedoch der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin freiwillig Tätigkeiten aus, die in einem inneren Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis stehen, besteht hierfür der Unfallversicherungsschutz fort. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Arbeitsleistung ausnahmsweise während der Elternzeit erbracht wird.

Auf Lehrgängen unfallversichert

Beispiel: Frau Müller befindet sich in Elternzeit. Nur sie kann eine bestimmte Maschine im Unternehmen des Arbeitsgebers einrichten. Nach einem Defekt an dieser Maschine muss diese wieder neu eingerichtet werden. Auf Bitten des Arbeitgebers begibt sich Frau Müller zur Werkhalle, in welcher die Maschine steht, und richtet diese wieder ein. Dabei zieht sich Frau Müller eine schwere Schnittwunde zu. In diesem Fall würde der Unfallversicherungsschutz bestehen.

Aber auch der unmittelbare Weg zur Tätigkeit und auch der Rückweg sind versichert. Wird also Frau Müller aus unserem Beispiel auf dem Weg zur Werkhalle in einen Unfall verwickelt, dann besteht auch in diesem Fall der Unfallversicherungsschutz.

Der Unfallversicherungsschutz besteht darüber hinaus auch bei anderen Tätigkeiten, die im inneren Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis stehen. So steht auch die Teilnahme an Schulungen, Lehrgängen oder Geräteeinweisungen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dasselbe gilt für die Teilnahme an einer betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung, wie Weihnachtsfeiern oder Betriebsausflügen. Grund: Diese dienen dem Erhalt und der Stärkung des innerbetrieblichen Zusammenhalts. Das gilt auch für die Teilnahme eines Kollegen, der sich in der Elternzeit befindet.

Private Motivation

Nicht versichert sind Konstellationen, die in den privaten Bereich fallen und keinen Zusammenhang zur versicherten Tätigkeit haben. Besucht Frau Müller zum Beispiel eine Kollegin am Arbeitsplatz, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren, ist dies nicht gesetzlich unfallversichert. Auch die Teilnahme am Betriebssport während der Elternzeit steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Denn der Gesetzgeber argumentiert: Sinn und Zweck des Betriebssportes ist die Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer durch die sportliche Betätigung. Dies dient dem Ausgleich für die körperliche und geistige Belastung, welche von der versicherten Tätigkeit ausgeht. Dieser Sinn und Zweck entfällt jedoch, wenn sich die versicherte Person in Elternzeit befindet. Deshalb ist die Teilnahme am Betriebssport während der Elternzeit Privatvergnügen.

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