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Das Coronavirus: Empfehlungen zum Schutz der Beschäftigten im Handel und der Warenlogistik

Die ständige Intensivierung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus erhöht weltweit den Handlungsdruck - auch für die Bereiche des öffentlichen Lebens. Aufgrund der hohen Infektiosität sind Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten im Bereich des Handels und der Warenlogistik notwendig.

Das Robert Koch-Institut als zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention, erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Deren aktualisierte Risikobewertung finden Sie auf www.rki.de

Aus diesen Informationen konkretisieren wir Handlungsmaßnahmen zum Schutz und Wohle der Beschäftigten und Kunden unserer Mitgliedsbetriebe. Die nachfolgend genannten Maßnahmen sind nicht abschließend zu sehen und werden situationsbezogen aktualisiertWir weisen darauf hin, dass auch in der jetzigen Situation die Unternehmen die Verantwortung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten tragen, um einen höchstmöglichen Schutz der Beschäftigten in der gegenwärtigen Risikolage gewährleisten zu können.

Wir haben hier die wichtigsten Fragen und Antworten für die Branchen des Handels und der Warenlogistik zusammengestellt:
(Stand: 30. März):

Allgemeines zum Coronavirus

Wie kann man sich allgemein vor Infektionen schützen?

Wie lange überleben Coronaviren auf Oberflächen?

Besteht Infektionsgefahr beim Berühren anderer Oberflächen?

Wo gibt es weitere Informationen?

Hygiene-Tipps: Informationen (Merkblätter und Infografiken) in anderen Sprachen

Branchenbezogene Informationen für den Handel und die Warenlogistik

Wie stellen sich Unternehmen auf die Krankheitswelle ein?

Mutterschutzgesetz: Was ist bei der Beschäftigung von Schwangeren zu beachten? 

Stellt der Umgang mit Bargeld eine Infektionsgefahr dar? 

Was ist an Bedientheken zu beachten?

Was ist an Kassenarbeitsplätzen zu beachten? 

Bieten durchsichtige Trennwände einen Schutz für das Kassenpersonal?

Was ist bei der Handhygiene im Handel zu beachten?

Tragen von Handschuhen, ist das sinnvoll?

Wie pflege ich meine stark beanspruchten Hände?

Welche Gefahr geht von importierten Waren oder Postsendungen aus?

Abfallwirtschaft, staubbelastete Branchen: Was tun, wenn die Atemmasken zur Neige gehen?

Was sollte man bei Kontakten zu Kollegen und Geschäftspartnern, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, beachten?

Was ist bei Außendienstterminen oder sonstigen Tätigkeiten bei Geschäfts- und Privatkunden zu beachten?

Was ist bei Kundenkontakten zu beachten?

Wie viele Kunden sollten höchstens gleichzeitig in einem Markt oder in einer Verkaufsstelle anwesend sein?

Sollte für Kunden Händedesinfektionsmittel bereitgestellt werden? 

Wie soll mit Kolleginnen und Kollegen umgegangen werden, die husten oder niesen?

Was ist zu tun, wenn Beschäftigte auf Dienstreisen erkranken?

Muss ich Beschäftigte von externen Betrieben in den betrieblichen Informationsketten berücksichtigen?

Versicherungsschutz

Bin ich im Homeoffice oder am Telearbeitsplatz  gesetzlich unfallversichert versichert?

Ist eine Ansteckung mit Corona ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit?

Arbeitsrechtliche Fragen zum Coronavirus (Quelle BMAS)

Ha­be ich im Fall ei­ner vor­über­ge­hen­den Be­triebs­stö­rung oder -schlie­ßung An­spruch auf Ent­gelt­fort­zah­lung?

Ha­be ich ei­nen An­spruch auf mein Ent­gelt, wenn sich die be­hörd­li­che In­fek­ti­ons­schutz­maß­nah­me ge­gen mich wen­det?

Kann ein Un­ter­neh­men bei Ar­beits­aus­fäl­len we­gen des Co­ro­na­vi­rus Kurz­ar­bei­ter­geld be­kom­men?

Was pas­siert, wenn der Ar­beit­ge­ber Kurz­ar­beit an­ge­ord­net hat?

Was pas­siert, wenn ich an CO­VID-19 er­krankt bin?

Ha­be ich ei­nen An­spruch dar­auf, von zu Hau­se aus (im Ho­me-Of­fi­ce) zu ar­bei­ten?

Was pas­siert, wenn mein Kind nicht krank ist, aber die Ki­ta/Schu­le mei­nes Kin­des (län­ger) ge­schlos­sen wird und ich kei­ne an­de­re Be­treu­ung für das Kind ha­be? Muss ich Ur­laub neh­men?

Was pas­siert, wenn ich mei­nen Ar­beits­platz nicht er­rei­chen kann, et­wa weil die S- oder U-Bahn nicht fährt?

Muss ich ins Bü­ro, wenn die Kol­le­gen hus­ten?

Darf der Ar­beit­ge­ber Über­stun­den an­ord­nen, wenn vie­le Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen krank­heits­be­dingt aus­fal­len?

Wel­che In­for­ma­tio­nen muss ich dem Ar­beit­ge­ber mei­ne Ge­sund­heit be­tref­fend (ggf. auf des­sen Nach­fra­ge) ge­ben?

Wann muss ich die Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung vor­le­gen?

Bin ich ver­pflich­tet, Dienst­rei­sen an­zu­tre­ten und an dienst­li­chen Ver­an­stal­tun­gen teil­neh­men?

 

Aushänge für den Handel 

Aushänge für den Handel auf Deutsch

Aushänge für den Handel auf Türkisch

Aushänge für den Handel auf Englisch

Allgemeines zum Coronavirus

Wie kann man sich allgemein vor Infektionen schützen? 

  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, vor allem wenn Sie Oberflächen berührt haben, die ständig von anderen Personen berührt werden, etwa Haltestangen in der U-Bahn oder in Bussen. Achten Sie beim Händewaschen insbesondere auf die Fingerspitzen, da diese am ehesten im Gesicht und auf den Schleimhäuten landen. Hinweise zum richtigen Händewaschen finden Sie auf  www.infektionsschutz.de.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem, durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und durch gesunde Ernährung mit frischem Obst.
  • Lüften Sie regelmäßig.
  • Meiden Sie größere Menschenansammlungen.
  • Niesen und husten Sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge.
  • Fassen Sie sich nach Möglichkeit nicht ins Gesicht, vermeiden Sie die Berührung der Schleimhäute im Bereich von Augen, Mund und Nase.
  • Halten Sie Abstand zu Personen, die niesen oder husten (mindestens zwei Meter).
  • Haben Sie den Verdacht, sich möglicherweise mit Coronaviren angesteckt zu haben, sollten Sie unbedingt zu Hause bleiben und einem Arzt telefonisch von Ihrem Verdacht erzählen. So vermeiden Sie, ein volles Wartezimmer zu betreten. Wenn möglich, sollten Sie auch nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arzt fahren, um keine anderen Menschen anzustecken.
  • Informieren Sie sich über die zuständigen staatlichen Institutionen. In den sozialen Netzwerken kursieren viele falsche Informationen.

Für besonders gefährdete Personen (wie z.B.

    • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
    • Raucher
    • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
      • des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
      • der Lunge (z.B. Asthma, chronische Bronchitis)
      • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen)
      • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
      • Patienten mit einer Krebserkrankung
      • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z.B. Cortison)

ist es besonders wichtig, diese Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
(Nähere Infos siehe Steckbrief zu SARS-CoV-2 des RKI

In diesen Fällen sollte mit dem Arzt geklärt werden, ob eine Grippeschutzimpfung erfolgen sollte. 

Wie lange überleben Coronaviren auf Oberflächen?

In Publikumsmedien wird immer wieder darauf verwiesen, dass Coronaviren bis zu neun Tagen auf Oberflächen überleben können. Eine nähere Betrachtung der Ergebnisse zeigt, dass die Angaben zur Überlebensfähigkeit von Coronaviren auf verschiedenen Oberflächen in einem weiten Bereich zwischen zwei Stunden und bis zu 9 Tagen schwanken. Wie lange Coronaviren auf Oberflächen überleben können, hängt wesentlich von der Menge an Flüssigkeit ab, in der sich die Viren befinden. Mit dem Berühren von Oberflächen mit den Händen wird nur sehr wenig Flüssigkeit auf die Oberfläche übertragen, was zusätzlich gegen ein längeres Überleben von Coronaviren auf Oberflächen spricht.

Dazu muss man wissen: Die Ergebnisse der zugrunde liegenden Studien basieren auf sehr unterschiedlichen Untersuchungen. Teilweise wurden verschiedene Materialien mit Coronaviren kontaminiert und anschließend für unterschiedliche Zeiträume bebrütet. In anderen Studien wurden Oberflächen mit Viren kontaminiert und bei Raumtemperaturen trocknen gelassen. Ob die Viren nach den unterschiedlichen Zeiträumen noch infektiös waren, wurde nur an Zellkulturen ermittelt. Eine Übertragbarkeit dieser Studien auf reale Bedingungen ist nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Meist gar nicht in den Medien erwähnt wird zudem eine andere Studie: Sie hat eine mittlere Halbwertszeit von knapp einer Stunde für Coronaviren auf Kunststoff- und Stahloberflächen ermittelt.

Besteht Infektionsgefahr beim Berühren anderer Oberflächen?

Oberflächen, die ständig angefasst werden, etwa Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln,  können kontaminiert sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass von dort Viren auf die Hände und anschließend auf die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder der Augen übertragen werden können, ist höher als bei Postsendungen oder importierten Waren.

Weitere Hinweise zu einer potenziellen Infektionsgefährdung durch importierte Produkte hat das Bundesinstitut für Risikobewertung auf der Basis aktueller Informationen zusammengestellt.

Wo gibt es weitere Informationen?

Derzeit zeigt das Erkrankungsgeschehen sowohl bei den Infektionen durch das neuartige Coronavirus als auch bei den Grippeviren eine deutliche Dynamik. Deshalb sollten Sie regelmäßig die Informationen auf den nachfolgenden Seiten verfolgen.

Robert-Koch Institut zu medizinischen Informationen: 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zu Arbeitsschutzmaßnahmen: 

Auswärtiges Amt zu Reisehinweisen 

Europäisches Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC)

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: Aktuelles zum Corona-Virus SARS-CoV2

infektionsschutz.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) 

Branchenbezogene Informationen für den Handel und die Warenlogistik

Wie stellen sich Unternehmer auf die Krankheitswelle ein?

Auf einen Schlag können viele Beschäftigte gleichzeitig ausfallen. Sie erkranken entweder selbst oder müssen erkrankte Familienangehörige pflegen. Durch Quarantänemaßnahmen der Gesundheitsämter kann sich der Personenkreis, der nicht mehr zur Arbeit gehen kann, schnell vergrößern. Um die betrieblichen Abläufe dennoch sicherstellen zu können, ist es erforderlich, im Vorfeld eine ganze Reihe von Fragen zu klären. Beispielsweise wie Geschäftsabläufe bei Personalausfällen sichergestellt werden sollen. Die Unfallversicherungsträger haben als Hilfestellung zehn Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung zum Download zusammengestellt. Wichtig ist es, durch eine sachliche Risikokommunikation Paniksituationen zu vermeiden.

Nach Informationen des Robert Koch Instituts (RKI) scheint die WHO davon auszugehen, dass Schwangere kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Es ist aber zu beachten, dass es Medikamente gibt, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen. Schwangere, die beruflich tätig sind, gelten außerdem als Personengruppe mit einem besonderen gesetzlichen Schutz (MuSchG). Für den Arbeitsplatz der Schwangeren ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, bei der die möglichen Gefährdungen durch das neuartige Corona Virus berücksichtigt werden.

Mutterschutzgesetz: Was ist bei der Beschäftigung von Schwangeren zu beachten? 

In vielen Betrieben stellt sich derzeit die Frage, welche Schutzmaßnahmen für schwangere Beschäftigte zu ergreifen sind.

Bei dem Begriff „Beschäftigungsverbot“ muss zwischen dem infektionsschutzrechtlichen Beschäftigungsverbot nach § 56 Abs. 1 IfSG einerseits und den mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz anderseits unterschieden werden.

Die Unfallkasse Nord und das Sozialministerium Schleswig-Holstein stellen hierzu das Merkblatt für Arbeitgeber  "Mutterschutzgesetz: Betriebliches Beschäftigungsverbot für eine schwangere Frau aufgrund des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) - Merkblatt für Arbeitgeber zu COVID-19 "Coronavirus-Krankheit-2019" (Stand 18.03.2020)"  bereit.

Die „Information zum Mutterschutz im Zusammenhang mit dem Coronavirus“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie Arbeit und Soziales vom 27.03.2020 erläutert das mutterschutzrechtliche Beschäftigungsverbot unter COVID-19-Virusinfektion. 

Stellt der Umgang mit Bargeld eine Infektionsgefahr dar?

Für Münzen und Geldscheine gilt das gleiche wie bei sonstigen Oberflächen: Aufgrund der geringen Umwelt-Stabilität von Coronaviren erscheint eine Übertragung des Erregers über diese Wege in den meisten Fällen unwahrscheinlich. Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind nicht gänzlich auszuschließen. Aus früheren Epidemien mit ähnlich übertragbaren Erregern gibt es kein Hinweise, dass der Umgang mit Bargeld eine relevante Infektionsquelle darstellt. Hinzu kommt, dass der Hauptübertragungsweg eine Tröpfcheninfektion zu sein scheint (siehe auch Erregersteckbrief des Robert Koch-Institutes).

Was ist an und Bedientheken zu beachten?

An Bedientheken kann durch Plexiglasscheiben oder abgehängte Folien eine Exposition der Beschäftigten durch ausgeatmete Tröpfchen effektiv minimiert werden. Auch durch bauliche Barrieren oder farbige Bodenmarkierungen vor den Bedientheken kann der Aufenthaltsbereich der Kunden so gekennzeichnet werden, dass sowohl der Abstand zu den Beschäftigten als auch der Kunden untereinander das Mindestmaß von 1,5 Meter nicht unterschreitet. Im Bereich vor der Theke sollten sich immer nur die Kunden aufhalten, die gerade bedient werden.

Für Arbeiten an Bedientheken, z.B. Frischetheken, sind die bereits vorhandenen Anforderungen und Maßnahmen zur Hygiene und zum Hautschutz weiterhin gültig und ausreichend.

Ist an Bedientheken ein Kassierplatz vorhanden, so ist die Wahrung des Mindestabstands an dieser Stelle nicht immer sicher zu gewährleisten. Hier sollte z. B. mit einer durchsichtigen Trennscheibe  für die kassierende Person ein zusätzlicher Schutz geschaffen werden.  Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Damit bei Barzahlung das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir,  ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu benutzen. Falls möglich sollte das Kassieren von einer separaten Fachkraft übernommen werden, um den Kontakt zu den Kunden weiter zu reduzieren.

Die Waren sollten den Kunden nicht direkt übergeben, sondern auf der Theke abgelegt werden. 

Für Arbeiten an Bedientheken, z.B. Frischetheken, sind die bereits vorhandenen Anforderungen und Empfehlungen zur Hygiene und zum Hautschutz weiterhin gültig und ausreichend.

Was ist an Kassenarbeitsplätzen zu beachten

An den Kassen findet zumeist die höchste Anzahl an Kundenkontakten statt, zudem ist in diesem Bereich mit eine ständig relativ großen Personenzahl zu rechnen. Hier hat daher die Wahrung der erforderlichen Mindestabstände (in alle Richtungen)  Priorität.  Kunden sollen im Abstand von mindestens 1,5 Metern warten bis alle Waren erfasst sind und nur zum Bezahlen an die Kassen kommen. Dies kann z. B. durch farbige Markierungen am Anfang (Auflegen der Waren) und am Ende (Einräumen in den Einkaufswagen) des Kassenbandes gewährleistet werden. 
In dem Bereich zwischen den Markierungen sollen sich die Kunden dann nur einzeln und nur beim eigentlichen Kassiervorgang aufhalten. 

Aushänge mit Hinweisen zum Download

Weiterhin sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Distanz zu schaffen zwischen Kassenpersonal und Kunden. Hierzu dienen vielerorts bereits errichtete Barrieren an den Kassen aus Plexiglas oder vergleichbaren Materialien (siehe  FAQ - Durchsichtigen Trennwänden...).

Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Damit bei Barzahlung das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir,  ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu benutzen.
Wenn mehrere Kassen parallel geöffnet sind, sollten sie so gewählt werden, dass sie einen möglichst großen Abstand voneinander haben.

Sollen Tandemkassen parallel besetzt werden, so ist dies nur zulässig, wenn hierdurch die gebotenen Abstände der kassierenden Personen zueinander nicht unterschritten werden. Zudem dürfen auch die Abstände der Kunden im Wartebereich und im Kassenbereich hierdurch nicht unzulässig eingeschränkt werden. Sofern keine Abtrennung im Bereich von Oberkörper und Kopf zwischen den  kassierenden Personen vorhanden ist, sollen sie sich beim Sprechen möglichst einander nicht zuwenden.

Soweit verfügbar, sollte dem Kassenpersonal Händedesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Desinfektion von  Kassentisch, Tastatur, Touchbildschirm, Kartenlesegerätoder ähnlich häufig berührten Flächen ist regelmäßig und bei Bedarf (z.B. Verunreinigung, Personalwechsel...) sinnvoll.

Bitte beachten Sie auch die FAQ - Ist das Tragen von Handschuhen sinnvoll?

Die Beschäftigten sind auf die mögliche Bedeutung von Vorerkrankungen für eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus  hinzuweisen. Beschäftigte mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-Erkrankung dürfen auch unter den vorgenannten Vorkehrungen nicht an Kassenarbeitsplätzen eingesetzt werden. Bei Unsicherheiten über die Relevanz einer Vorerkrankung sollen sich die Beschäftigten an den zuständigen betriebsärztlichen Dienst oder Hausarzt/Hausärztin wenden. Ein offenes Befragen von Beschäftigten durch den Arbeitgeber bezüglich eventuell vorhandener Vorerkrankungen ist nicht zulässig.

Eine Liste der relevanten Vorerkrankungen finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Bieten durchsichtige Trennwände einen Schutz für das Kassenpersonal?

Durchsichtige Trennwände, z.B. aus Plexiglas, stellen grundsätzlich eine Möglichkeit dar, wie Beschäftigte insbesondere an Kassenarbeitsplätzen geschützt werden können. Durch eine bauliche Abtrennung lässt sich wirksam verhindern, dass der Luftstrom beim Husten oder direkten Ansprechen durch Kunden in Höhe des Kopfes auf die Kassenkraft trifft. An fertigen Lösungen bzw. Produkten wird unter anderem durch die Kassenhersteller gearbeitet. Angesichts der vielen unterschiedlichen Fallgestaltungen an den Kassenarbeitsplätzen müssen aber zunächst individuelle Lösungen gesucht werden.
Durch die Abtrennungen darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen. Dazu zählt beispielsweise, dass eine ausreichende Stabilität gewährleistet ist und dass spitze Ecken oder scharfe Kanten zu vermeiden sind. Je breiter die Abtrennung ist desto besser. Die Abtrennung sollte nicht bereits durch geringfügige Bewegung der dahinter stehenden Person außer Kraft gesetzt werden. Sie sollte in der Breite mind. vom Ende des Vorlaufbandes bis zum Beginn der Warenmulde reichen.
Bei Barzahlung gilt: Damit das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu nutzen.
Beziehen Sie wenn möglich das Kassenpersonal in die Gestaltung mit ein, das erhöht die Akzeptanz der Maßnahmen.
An Kassentresen oder –theken kann durch vorgelagerte Absperrungen oder Bodenmarkierungen der Abstand zwischen Kassenkraft und Kunde zusätzlich zur Tresenbreite vergrößert werden.
Ist an Tankstellen ein Nachtschalter vorhanden, wird empfohlen, diesen zu nutzen.

Was ist bei der Handhygiene im Handel zu beachten?

Zur Beseitigung eventuell auf die Hände gelangter SARS-CoV-2 -Viren ist das richtige Händewaschen mit Seife wirksam. Die Regeln zum richtigen Händewaschen  gelten auch an Arbeitsplätzen, an denen auch im Normalfall keine besonderen Vorschriften zu beachten sind. 

Als Anlässe zum Händewaschen im Handel sind besonders zu nennen:

  • Nach Betreten der Betriebes
  • Nach dem Besuch der Toilette
  • Vor der Pause / vor dem Essen, Trinken, Rauchen
  • Naseputzen, Husten oder Niesen mit vorgehaltener Hand (bitte vermeiden)
  • Kontakt mit Abfällen
  • Verschmutzungen (z. B. defekte Joghurtbecher …)
  • Kontakt mit Gegenständen, die offensichtlich kranke Personen zuvor berührt haben (auch ohne den konkreten Verdacht auf eine COVID-Erkrankung)

An Arbeitsplätzen, an denen besonders häufig Anlässe bestehen, die Hände zu waschen, wird die Haut stark belastet. Hier ist die Verwendung von Händedesinfektionsmitteln als die weniger belastende Alternative zu empfehlen. Für die Anwendung sind die Angaben des Herstellers zu beachten.
Versuchen Sie,  das  Gesicht, insbesondere Augen, Mund und Nase nicht mit der Hand zu berühren. 
Das Tragen von Einmalhandschuhen ist nicht geeignet, um eine Weitergabe von Keimen mit den Händen zu verhindern und wird deshalb nicht empfohlen.

Häufiges Händewaschen, die Händedesinfektion und das Tagen von Einmalhandschuhen belasten die Haut sehr. Ihre stark beanspruchten Hände brauchen Pflege.

Für das Verräumen von Waren aus der Anlieferung oder dem Lager besteht außer dem gebotenen Mindestabstand zu anderen Personen keine Notwendigkeit besonderer Vorkehrungen zum Infektionsschutz.

Tragen von Handschuhen ist das sinnvoll?

Für den Erreger SARS-CoV-2 wird davon ausgegangen, dass die Übertragung hauptsächlich als Tröpfcheninfektion stattfindet. Die sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion, bei der Erreger nach Kontakt mit kontaminierten Flächen  usw.  über die Hände in Eintrittspforten wie Mund, Nase, Augen gelangen, spielt dem gegenüber eine untergeordnete Rolle. Diesem denkbaren Infektionsweg kann durch Beachtung der Händehygiene und ggf. Händedesinfektion effektiv  entgegengewirkt werden. Handschuhe können ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirkt daher in Hinblick auf die Weitergabe von Keimen mit den Händen keine Verbesserung.

Sollen dennoch Einweghandschuhe  zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise weil weder eine Waschgelegenheit noch Händedesinfektionsmittel genutzt werden können, so sind diese so zu benutzen, dass hiervon nicht die Gefahr einer unbeabsichtigten Keimverschleppung ausgeht. Werden flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen, so bildet sich ein Feuchtigkeitsstau, was wiederum  leicht zu Hautproblemen führen kann (z. B. trockene Haut, Juckreiz, Rötung). Die Verwendung von Unterzieh-Baumwollhandschuhen sowie häufige Handschuhwechsel werden empfohlen. Über die Verwendung der Handschuhe sind die Beschäftigten zu unterweisen.

Bei Reinigungsarbeiten, z. B. mit Flächendesinfektionsmitteln, kann die Anwendung von Schutzhandschuhen erforderlich sein, hier sind die Herstellerangaben zu beachten.

Sowohl häufiges Waschen, als auch Händedesinfektion und Tragen von Handschuhen  strapazieren die Haut.  Hautschutz und Pflege müssen dementsprechend angepasst werden. 

Wie pflege ich meine stark beanspruchten Hände?

Häufiges Händewaschen, die Händedesinfektion und das Tragen von Handschuhen belasten die Haut. Die konsequente Anwendung von Hautpflegemitteln zur Regeneration der Hautbarriere und Vermeidung von Hautveränderungen ist deshalb auch für Personen, die sonst keine Tätigkeiten mit erhöhter Hautbelastung ausüben, z.B. Kassenkräfte, Bürokräfte, Personen an der Information, sehr wichtig.

Hautpflegemittel sollten möglichst feuchtigkeitsbindende Inhaltsstoffe, wie z. B. Urea oder Glycerin, enthalten und idealerweise frei von Duftstoffen sein. Für die Anwendung während der Arbeitszeit ist eine schnell einziehende Creme oder Lotion geeignet. Für das Eincremen nach der Arbeit in der Freizeit sind fetthaltigere Cremes zu empfehlen, um der Haut ausgewaschene Fette und Feuchtigkeit zurückzugeben.

Üblicherweise werden Hautpflegemittel vor längeren Pausen und nach Arbeitsende aufgetragen. Sie können aber auch zwischendurch, z.B. nach dem Händewaschen, angewendet werden.

Tipp: Beim Eincremen an Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume denken!

Werden Einmalhandschuhe verwendet, ist folgendes zu beachten:

  • Handschuhe möglichst wechseln, wenn sie innen feucht sind. Eventuell Baumwollhandschuhe unterziehen (ebenfalls rechtzeitig wechseln)
  • Nach der Benutzung Hautpflegemittel auftragen

Die Anwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemitteln unter Einmalhandschuhen wird nicht empfohlen, da für eine Schutzwirkung (Verringerung der Hautquellung, bzw. des Schwitzens) bisher keine überzeugenden Wirksamkeitsnachweise vorliegen. Zudem kann je nach Zubereitungsform das Aufquellen der Haut unter dem Handschuh und das Herauslösen von Handschuhinhaltsstoffen gefördert werden.

Welche Gefahr geht von importierten Waren oder Postsendungen aus?

Fakt ist, dass bislang keine Fälle bekannt sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Postsendungen gekommen ist. Deshalb ist ein äußerliches Desinfizieren von Waren nicht erforderlich.

Abfallwirtschaft, staubbelastete Branchen: Was tun, wenn die Atemschutzmasken zur Neige gehen?

In der Abfallwirtschaft, bei der Sortierung von Kartoffeln, beim Umschlag von Getreide und in anderen Branchen, in denen Beschäftigte Stäuben ausgesetzt sind, werden sogenannte partikelfiltrierende Halbmasken eingesetzt, zum Beispiel FFP2- oder FFP3-Masken. Umgangssprachlich werden sie oft Papiermasken genannt. Diese Masken sind zurzeit nahezu überall ausverkauft. Alternativ kann auf höherwertigen Atemschutz in Form von Halbmasken mit Partikelfilter der Filterklasse 2 oder höher ausgewichen werden. Diese scheinen derzeit noch erhältlich zu sein. Langfristig ist die Verwendung dieser mehrfachverwendbaren Halbmasken oft sogar kostengünstiger als die Verwendung von partikelfiltrierenden Halbmasken beziehungsweise Papiermasken, die spätestens nach einer Arbeitsschicht entsorgt werden müssen.

In Fällen, in denen regelmäßig FFP-Atemschutzmasken zum Einsatz kommen, sollte geprüft werden, ob gebläseunterstützte Hauben oder Helme eingesetzt werden können. Bei dieser Form von Atemschutz wird Luft über einen Filter in eine Haube oder einen Helm eingeblasen. Die Vorteile bestehen darin, dass die Beschäftigten nicht gegen einen Widerstand atmen müssen. Außerdem gibt keine Begrenzung  der Tragezeit.

Für den Gebrauch von Atemschutzmasken und Schutzbrillen ist eine Unterweisung notwendig, die den sachgerechten Umgang und Gebrauch der Maske durch die Anwender (Passform, Dichtsitz, Tragezeitbegrenzung, Erholungszeiten, Lagerbedingungen, Wechselfrequenz) umfasst. Alle Informationen hierzu finden Sie in der DGUV-Regel 112-190. In Abhängigkeit von der Gerätegruppe und der Tragedauer ist arbeitsmedizinische Vorsorge zu gewährleisten. Bei der Auswahl sollt der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin hinzugezogen werden.

Was sollte man bei Kontakten zu Kollegen und Geschäftspartnern, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, beachten?

Grundsätzlich sollte man derzeit persönlichen Kontakt zu Personen aus Risikogebieten vermeiden und nur auf elektronischem Weg miteinander kommunizieren. Die Gefahr, dass Personen, die aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland einreisen, das Virus in sich tragen, kann derzeit nicht verlässlich eingeschätzt werden. Vor dem Hintergrund, dass zurzeit sich auch die saisonale Grippe in Deutschland ausbreitet, sollen auch in diesen Fällen der Mindetabstand von 1,5 Metern und die ohnehin gültigen Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Informationen welche Städte und Regionen zu den Risikogebieten zählen finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes und des Robert-Koch-Instituts.

Was ist bei Außendienstterminen oder sonstigen Tätigkeiten bei Geschäfts- und Privatkunden zu beachten?

Der Vorgesetzte sollte im Vorfeld abwägen, ob der Außentermin tatsächlich erforderlich  und nicht verschiebbar ist. Beschränken Sie den Personenkontakt am Arbeitsort auf das notwendige Mindestmaß. Auch in Privatwohnungen sollten Sie die Kunden darauf hinweisen, einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Falls dies nicht möglich ist, bitten Sie den Kunden den Raum zu verlassen. Sorgen Sie für gute Durchlüftung. Auch wenn fließendes Wasser zum Händewaschen in den meisten Fällen vorhanden ist, kann das Mitführen von sauberen Papiertüchern und Seife sinnvoll sein. Sollte keine Waschmöglichkeiten vorhanden sein, so ist  die Mitnahme von Händedesinfektionsmitteln erforderlich. Klären Sie im Vorfeld ab, ob sich im Haushalt eine Person in häuslicher Isolierung befindet, z.B. weil Kontakt zu Erkrankten bestanden hat. In diesen Fällen ist jeglicher Arbeitseinsatz vor Ort zu unterlassen. Dies ist nur bei begründeten Notfällen und nur nach vorheriger Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt unter den von dort erfolgenden Auflagen vertretbar.

Was ist bei  Kundenkontakten zu beachten?

Im Einzelhandel sollten die Hygienemaßnahmen, die gegen saisonale Grippe empfohlen werden, konsequent angewendet werden. Wo es möglich ist, sollte der Abstand zum Kunden von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden. Das ist natürlich nicht immer möglich, zum Beispiel an Kassenarbeitsplätzen. An solchen Arbeitsplätzen sollten deshalb keine Beschäftigten mit Vorerkrankungen, insbesondere bestehenden Atemwegserkrankungen wie Asthma, beschäftigt werden. Mitarbeiter mit Vorerkrankungen sollten, wenn möglich, übergangsweise zum Beispiel im Lager eingesetzt werden. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement kann zum Schutz der Beschäftigten beitragen. Dazu zählt insbesondere, den Beschäftigten frisches Obst und Getränke zur Verfügung zu stellen.

Wie viele Kunden sollten höchstens gleichzeitig in einem Markt oder in einer Verkaufsstelle anwesend sein?

Um die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Mindestabstände von 1,5 Meter zwischen Personen einhalten zu können, dürfen in Märkten und Verkaufsstellen nur so viele Kundinnen und Kunden anwesend sein, dass diese Abstände auch gewährleistet werden können. Die Anzahl der Kundschaft in einem Markt oder in einer Verkaufsstelle sollte daher folgenden Wert nicht überschreiten:

Maximale Anzahl = Verkaufsfläche [in m²] / 10

Die Verkaufsfläche ist die von der Kundschaft begehbare Fläche – ohne Lagerbereiche und Sanitärräume. Sie schließt jedoch die Flächen mit ein, die durch Kassen, Regale und Gefriertruhen belegt sind. Nachfolgende Grafik visualisiert den Sachverhalt:

Grundriss

Sollte für Kunden Händedesinfektionsmittel bereitgestellt werden?

Wo dies möglich ist – und nicht zu einem Engpass bei der Versorgung der eigenen Beschäftigten führt – ist es sinnvoll, für die Kunden im Eingangsbereich zum Verkaufsraum Desinfektionsmittel für die Hände zur Verfügung zu stellen. Vorzugsweise sollten diese in einem Spender angeboten werden mit sichtbaren Hinweisschild und eventuell einer Anwendungserklärung. Die Deklaration der Inhaltsstoffe sollte für die Benutzer deutlich erkennbar sein, um eventuelle Unverträglichkeiten abschätzen zu können.

Wie soll mit Kolleginnen und Kollegen umgegangen werden, die husten oder niesen?

Bei begründetem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion oder auch Influenzavirus-Infektion, etwa bei Kontakt zu Personen mit bekannter Infektion und entsprechenden Symptomen, sollten sich die Betroffenen frühzeitig krank melden und zu Hause bleiben. Wenn sie ärztliche Hilfe benötigen oder die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden muss, sollten sie auf jeden Fall einen Arzt kontaktieren. Um die Arztpraxen nicht zu überlasten, sollte die erste Kontaktaufnahme telefonisch erfolgen. Bei Unsicherheit sollten sie freigestellt werden, um einer weiteren Verbreitung im Betrieb entgegen zu wirken.

Hier noch ein Hinweis, der bei jedem Infekt gilt, insbesondere im Hinblick auf die derzeitige Grippewelle: Wer krank ist, soll sich nicht „heldenhaft" an den Arbeitsplatz schleppen. Er oder sie soll sich zu Hause auskurieren, bis die Gesundheit wieder voll hergestellt ist und keine Möglichkeit mehr besteht, andere anzustecken. So lässt sich verhindern, dass die Kolleginnen und Kollegen infiziert werden, dann ebenfalls erkranken, ausfallen und selbst zum Ansteckungsrisiko werden. Dies sollte von den Führungskräften aktiv kommuniziert und vorgelebt werden.

Was ist zu tun, wenn Beschäftigte auf Dienstreisen erkranken?

Sie sollten das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren und eine Abklärung vornehmen lassen, wenn sie

  • innerhalb der letzten 14 Tage in Risikogebieten gewesen sind,
  • Kontakt zu einer Person aus dem Risikogebiet hatten oder
  • Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten.

Menschen, auf die eines dieser Kriterien zutrifft, sollten zunächst zuhause bleiben und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Welches Gesundheitsamt für Sie zuständig ist, können Sie unter folgendem Link erfahren: https://tools.rki.de/plztool/

Von dort wird eine weitere Abklärung erfolgen. Diese Regelung gilt auch für Kontakte zu möglichen Betroffenen aus Risikogebieten. Informationen welche Städte oder Regionen zu Risikogebieten zählen, finden Sie auf der Seite des Robert-Koch Instituts. Nur Patienten mit schwereren Symptomen sollten eine Notaufnahme aufsuchen. Hier sollte eine Vorankündigung erfolgen mit dem Hinweis, dass eine Infektion mit Coronaviren möglich ist.

Muss ich Beschäftigte von externen Betrieben in den betrieblichen Informationsketten berücksichtigen?

In vielen Betrieben sind neben der Stammbelegschaft auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von externen Betrieben, z.B. Handwerksbetriebe oder Zeitarbeitsfirmen tätig. Auch diese Personen müssen über die Maßnahmen informiert sein, die aktuell im Betrieb hinsichtlich des Coronavirus getroffen werden. Rechtsgrundlage hierfür ist § 8 des Arbeitsschutzgesetzes. Die entsprechenden Informationsketten müssen in Zusammenarbeit mit den externen Betrieben in der betrieblichen Pandemieplanung berücksichtigt sein. Konkret müssen insbesondere folgende Informationen an externe Betriebe und deren Beschäftigten kommuniziert werden, wenn sie im Betrieb tätig sind:

  • Gibt es Veränderungen in den Betriebsabläufen, die sich auf die Zusammenarbeit auswirken?
  • Gibt es im Betrieb besondere Infektionsrisiken, die zu beachten sind?
  • Wer ist im Betrieb zu informieren, falls ein Verdachts- oder Erkrankungsfall bei externen Beschäftigten oder Selbstständigen auftritt?
  • Wie wird informiert, falls in der Stammbelegschaft ein Verdachts- oder Erkrankungsfall auftritt?

Informationen über das betriebliche Vorgehen helfen zum einen, dass alle Beteiligten schnell über mögliche Verdachts- oder Erkrankungsfälle Bescheid wissen. Zum anderen kann so Verunsicherung und der Verbreitung von Gerüchten vorgebeugt werden.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Infektionsgefahren bei der Arbeit:

 

Versicherungsschutz

Bin ich im Homeoffice oder am Telearbeitsplatz gesetzlich unfallversichert?

Beschäftigte und versicherte Unternehmer sind im Homeoffice beziehungsweise bei Telearbeit grundsätzlich gesetzlich unfallversichert. Dabei ist es egal, ob der Arbeitsplatz ein eigener Raum ist oder nur eine Ecke in einem Zimmer.

Es sind jedoch nur solche Tätigkeiten versichert, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Gleiches gilt für betriebliche Tätigkeiten in Räumen, in denen zum Beispiel aus technischen Gründen ein für die Arbeit benötigtes Gerät aufgestellt ist. Ebenso versichert sind Wege vom häuslichen Arbeitsplatz in die Firma, um beispielsweise Arbeitsergebnisse abzuliefern, neue Arbeitsaufträge entgegenzunehmen oder an Besprechungen teilzunehmen. Der Versicherungsschutz beginnt und endet auf Wegen zum Betrieb mit Durchschreiten der äußeren Haustür.

Nicht versichert sind dagegen Wege innerhalb des privaten Wohnraums wie der Gang zur Toilette oder in die Küche, um sich etwas zum Essen oder Trinken zu holen. Diese Wege zu Hause zählen zum privaten Lebensbereich. Ebenso verhält es sich, wenn jemand beispielsweise vom häuslichen Arbeitszimmer oder Arbeitsplatz mit seinem Notebook auf die Terrasse oder in den Garten umzieht. Kommt es zu einem Unfall, so zählt dies zu den Gefahren der Privatwohnung und deren Umfeld. Hier besteht kein Versicherungsschutz über die Berufsgenossenschaft.

Zu beachten ist darüber hinaus: Unterbricht jemand für private Tätigkeiten oder Erledigungen die Arbeit, ist der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung zumindest für diese Zeit ebenso unterbrochen.

Grundsätzlich gilt: Versichert sind alle Tätigkeiten, die in einem sachlichen Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis stehen. Entscheidend ist dabei die Handlungstendenz der versicherten Person zum Unfallzeitpunkt. Eine rechtsverbindliche Bewertung hängt letztlich immer von den konkreten Umständen jedes einzelnen Falles ab.

Ist eine Ansteckung mit Corona ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit?

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 (Coronavirus) ist grundsätzlich kein Arbeitsunfall, sondern sie stellt eine sogenannte Allgemeingefahr dar. Von einer Allgemeingefahr ist auszugehen, wenn in einem bestimmten Gebiet alle Menschen im Grunde gleich bedroht sind. Die WHO hat die Verbreitung des SARS-CoV-2 als Pandemie eingestuft, womit bei Corona von einer weltweiten Allgemeingefahr auszugehen ist. Es handelt sich im Regelfall um keinen Arbeitsunfall, weil es sich um eine Gefahr handelt, von der Versicherte zur gleichen Zeit und mit gleicher Schwere auch außerhalb der Arbeit betroffen gewesen wären. COVID-19-Erkrankungen können jedoch in manchen Fällen die Voraussetzungen einer Berufskrankheit der BK-Nummer 3101 erfüllen. Nämlich dann, wenn Versicherte durch Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit in bestimmten Bereichen gegenüber der allgemeinen Bevölkerung einer wesentlich erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt waren (hierzu zählen Versicherte mit Tätigkeiten im Gesundheitsdienst, der Wohlfahrtspflege oder die in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit in ähnlichem Maße ausgesetzt sind. Auch die BGHW hat Unternehmen versichert, die als Zulieferer oder bei Reparaturen von Laborgeräten Versicherte beschäftigen, die mit infizierten Geräten in Kontakt kommen könnten oder diese reinigen/reparieren müssen). Die Allgemeingefahr tritt dabei wegen des erhöhten beruflichen Risikos in den Hintergrund. Eine Vorstellung beim Durchgangsarzt bei einem Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung soll nicht erfolgen. Nach den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollen sich Menschen, die eine Infektion vermuten, an das zuständige Gesundheitsamt wenden, das dann die weitere Koordination übernimmt.

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