Vor Zecken schützen

Mit dem Frühling beginnt die Zeckenzeit. Bei den derzeit milden Temperaturen erwachen die winzigen Plagegeister aus ihrer Winterstarre und warten auf potenzielle Wirte, also vorbeistreifende Tiere oder Menschen. Aber Vorsicht: Zecken können auch gefährliche Krankheiten übertragen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete  im vergangenen Jahr 704 durch Zecken verursachte FSME-Erkrankungen. Das sei die bislang höchste Anzahl an Erkrankungen seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001, informierte das RKI.

Bei der BGHW sind insbesondere Beschäftigte im Holz-, Pflanzen- oder Landhandel, gefährdet. Sie bewegen sich öfters in niedriger Vegetation und sollten sich deshalb besonders gut schützen. Denn Zecken fallen zumeist nicht von den Bäumen, wie viele glauben, sondern sie wechseln durch Abstreifen von Grashalmen und Büschen auf ihre unfreiwilligen Wirte.

Unsere Tipps, wie man sich gut vor den Parasiten schützen kann:

Kleidung

Ratsam sind feste Schuhe, lange Hosen, langärmlige Jacken und Hemden aus hellen Stoffen. Auf ihnen sind kletternde Zecken gut zu erkennen. Die Hosenbeine sollte in die Socken gesteckt werden. Es gibt aber auch Funktionskleidung mit anliegenden Abschlussbündchen an Armen und Beinen.

Körperhygiene

Nach dem Aufenthalt im Freien sollte der Körper möglichst schnell nach Zecken abgesucht werden. Die Blutsauger setzen sich besonders gerne an warmen, feuchten und gut durchbluteten Körperstellen fest, etwa in den Kniekehlen, den Achselhöhlen oder an der Leiste.

Zeckenschutzmittel

Sie können auf die Haut oder die Kleidung aufgetragen werden. Allerdings gibt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in ihrer Broschüre „Vorsicht Zecken!“ zu bedenken: „Chemische Mittel sind nur begrenzt wirksam, und können unter Umständen mit Gesundheitsrisiken verbunden sein.“  Zu ihrer Langzeitwirkung auf den Menschen lägen derzeit erst wenige Erfahrungen und Informationen vor. Der individuelle Nutzen und die Risiken müssten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung abgewogen werden, so die DGUV.

Schnell reagieren

Wird eine Zecke am Körper entdeckt, sollte diese möglichst schnell entfernt werden. Mit einem Zeckenentferner können Betroffene die Zecke vorsichtig herausziehen. Auf keinen Fall mit Öl oder Klebstoff versuchen, die Zecke loszuwerden. Nach der Entfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert und Hautveränderungen beobachtet werden.

Erkrankungen im Zusammenhang mit einem Zeckenstich treten unter Umständen erst mit einer längeren Zeitverzögerung in Erscheinung. Ein Stich während der Arbeitszeit sollte im Verbandbuch oder Meldeblock dokumentiert werden, damit die Verbindung mit einer Erkrankung auch später noch hergestellt werden kann.

Symptome ernst nehmen

Was macht einen Zeckenstich so gefährlich? Über ihren Speichel kann die  Zecke beim Zustechen Krankheitserreger auf den Menschen übertragen. Die häufigsten Krankheiten sind die Borreliose und Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).

Borreliose

Sie kommt flächendeckend in ganz Deutschland vor. Die Erkrankung wird durch bestimmte Bakterien (Borrelien) verursacht, eine Impfung ist zum Schutz bislang nicht möglich. Typischerweise nach etwa drei Wochen kann sich als erstes Symptom einer Borrelieninfektion eine sich langsam vergrößernde, in der Mitte mit der Zeit abblassende Rötung bemerkbar machen (sogenannte Wanderröte), eventuell begleitet von allgemeinen Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Muskelbeschwerden. Auch wenn diese Rötung weder juckt noch schmerzt und auch bei fehlenden Allgemeinsymptomen sollte unbedingt ein Arztbesuch erfolgen. Denn eventuell ist eine antibiotische Behandlung erforderlich.

Wird die Borrelieninfektion nicht sofort erkannt und behandelt, können sich auch mit deutlich längerem zeitlichem Abstand zum Zeckenbiss weitere Symptome einer sogenannten Lyme-Borelliose einstellen. Diese können sehr uneinheitlich ausfallen und verschiedene Organe und Körperregionen betreffen können, etwa Gelenke, die Haut oder das Nervensystem.

FSME

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Virusinfektion des zentralen Nervensystems mit sehr unterschiedlich leichten und schweren Verläufen. Die Symptome sind zunächst ähnlich wie bei einer Grippe, können sich aber nach einer vorübergehenden Besserung bei einem Teil der Patienten weiterentwickeln mit Entzündungen in Gehirn und Hirnhäuten. FSME tritt insbesondere im Süden Deutschlands auf, mittlerweile aber auch in nördlichen Bundesländern. Das Robert-Koch-Institut hat 2020 169 Kreise als Risikogebiete ausgewiesen. Gegen die Virus-Infektion kann man sich durch Impfung schützen lassen.

Hintergrundinformationen zur Zeckengefahr

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