Allgemeine Schutzmaßnahmen

Tipps für eine betriebliche Pandemieplanung, Empfehlungen für die unterschiedlichen Formen des Kundenkontakts, Regeln für Sozialräume – eine Übersicht zu erforderlichen Schutzmaßnahmen im Betrieb.

Zusätzliche Maßnahmen, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten

Dies FAQ berücksichtigen noch nicht die Bestimmungen der neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung. Die Fragen und Antworten werden derzeit in überarbeitet.

Die Änderungen betreffen hier insbesondere die Anforderungen an Mindestabstände und Mund-Nasenschutz.

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Wie stellen sich Unternehmer auf die Krankheitswelle ein?

Auf einen Schlag können viele Beschäftigte gleichzeitig ausfallen. Sie erkranken entweder selbst oder müssen erkrankte Familienangehörige pflegen. Durch Quarantänemaßnahmen der Gesundheitsämter kann sich der Personenkreis, der nicht mehr zur Arbeit gehen kann, schnell vergrößern. Um die betrieblichen Abläufe dennoch sicherstellen zu können, ist es erforderlich, im Vorfeld eine ganze Reihe von Fragen zu klären. Beispielsweise wie Geschäftsabläufe bei Personalausfällen sichergestellt werden sollen. Die Unfallversicherungsträger haben als Hilfestellung zehn Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung zum Download zusammengestellt. Wichtig ist es, durch eine sachliche Risikokommunikation Paniksituationen zu vermeiden.

Stand 29.10.2020

Wie soll mit Kolleginnen und Kollegen umgegangen werden, die husten oder niesen?

Nach Informationen des Robert Koch Instituts (RKI) scheint die WHO davon auszugehen, dass Schwangere kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Es ist aber zu beachten, dass es Medikamente gibt, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen. Schwangere, die beruflich tätig sind, gelten außerdem als Personengruppe mit einem besonderen gesetzlichen Schutz (MuSchG). Für den Arbeitsplatz der Schwangeren ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, bei der die möglichen Gefährdungen durch das neuartige Corona Virus berücksichtigt werden.

In vielen Betrieben stellt sich derzeit die Frage, welche Schutzmaßnahmen für schwangere Beschäftigte zu ergreifen sind.

Bei dem Begriff „Beschäftigungsverbot“ muss zwischen dem infektionsschutzrechtlichen Beschäftigungsverbot nach § 56 Abs. 1 IfSG einerseits und den mutterschutzrechtlichen Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz anderseits unterschieden werden.

Die Unfallkasse Nord und das Sozialministerium Schleswig-Holstein stellen hierzu das Merkblatt für Arbeitgeber Mutterschutzgesetz: Betriebliches Beschäftigungsverbot für eine schwangere Frau aufgrund des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) - Merkblatt für Arbeitgeber zu COVID-19 bereit.

Die Information zum Mutterschutz im Zusammenhang mit dem Coronavirus des Bayerischen Staatsministeriums für Familie Arbeit und Soziales vom 27.03.2020 erläutert das mutterschutzrechtliche Beschäftigungsverbot unter COVID-19-Virusinfektion. 

Stand 19.11.2020

Welche Gefahr geht von importierten Waren oder Postsendungen aus?

Fakt ist, dass bislang keine Fälle bekannt sind, bei denen es zu einer Infektion durch Berühren von Oberflächen importierter Waren oder Postsendungen gekommen ist. Deshalb ist ein äußerliches Desinfizieren von Waren nicht erforderlich.

Stand 25.03.2020

Mutterschutzgesetz: Was ist bei der Beschäftigung von Schwangeren zu beachten?

Kundenkontakte können im Unternehmen in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Situationen stattfinden:

a) Kundenkontakt findet ortsfest statt

z. B. Beratung an einem Tisch, Infotheke, Schalter, Bedientheke, Kasse…

Hier können dauerhafte Vorkehrungen zur Sicherung der notwendigen Distanz geschaffen werden:

  • Installation von Abtrennungen
  • Kennzeichnung der Aufenthaltsbereiche und Stehflächen für die Kunden
  • Feste Aufstellung von Mobiliar (Tische, Sitzmöbel...)
  • Regelungen kontaktloser Übergabe von Gegenständen beispielsweise Papieren, Geld...

b) Kundenkontakt findet beweglich statt 

z. B. Kundenberatung in einer Verkaufsausstellung, in einem Bekleidungsgeschäft, Warenannahme, Warenausgabe.

Hier müssen einerseits Regelungen getroffen werden, um Kontakte bereits im Vorfeld zu reduzieren oder zu kanalisieren (z. B. Absperrung einzelner Bereiche für Kunden, an denen das Abstandhalten schwierig ist - z. B. Regalgänge beim Wareneinräumen, vorgegebene Bewegungsrichtungen, Einbahnstraßenregelungen).

Es sind Schutzmaßnahmen festzulegen, wie die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleistet werden kann. Hierbei ist zu empfehlen, Anregungen der Beschäftigten einzuholen. Beispiele: an verschiedenen Stellen den Mindestabstand in Echtgröße verbildlichen (z.B. durch Markierungen auf den Stehflächen oder an den Wänden).

Wichtig ist eine Schulung des Personals im Umgang mit uneinsichtigen Personen und mit Personen, die aus besonderen Gründen Abstände oder Regeln nicht einhalten können (z. B. wegen Schwer­hörigkeit oder Hilfsbedürftigkeit).

Soweit die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann und technische Maßnahmen wie Abtrennungen nicht umsetzbar sind, muss entsprechend der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel mindestens Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) zum gegenseitigen Schutz getragen werden. Sobald wie möglich ist der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern wieder einzunehmen. Auch mit dem Tragen von MNB entfällt nicht die Notwendigkeit der zentralen Schutzmaßnahmen gegen die Übertragung von SARS-CoV-2-Viren. Insbesondere die distanzschaffenden Maßnahmen müssen unbedingt beibehalten werden.

Die Bundesländer haben für den Einzelhandel zusätzliche Regelungen erlassen, die zu beachten sind.

Für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung ist die Minderung  der Infektionsgefahr besonders wichtig. Über die gesundheitlichen Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung einhergehen, müssen die Beschäftigten unterwiesen werden. Als Grundlage hierfür können die Angaben des Robert-Koch-Institutes genutzt werden: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html. Die vordringliche Schutzmaßnahme für diese Personengruppe besteht darin, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und die erforderlichen Mindestabstände sicher einzuhalten. Ein Einsatz in Bereichen mit hohem Kundenaufkommen, in denen die Einhaltung der Mindestdistanzen von der betroffenen Person selbst nicht vorhersehbar und steuerbar ist, ist hiermit in der Regel nicht vereinbar oder erfordert zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes.

Um Sicherheit für diese Beschäftigten zu gewährleisten, ist eine Beratung durch die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt zu ermöglichen. Dies gewährleistet eine individuelle, auf die Verhältnisse am Arbeitsplatz bezogene Beurteilung und Beratung der Beschäftigten, sowie eine Mitteilung an den Arbeitgeber über erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes (unter Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht). Wenn diese Arbeitsschutzmaßnahmen einem Tätigkeitswechsel  entsprechen, erfolgt die Mitteilung an den Arbeitgeber nur mit Einwilligung durch die betroffene Person.

Stand 21.10.2020

Was ist bei Sozialräumen und Sanitärräumen zu beachten?

Was ist beim Lüften über Raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) zu beachten?

Das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 über sachgerecht instandgehaltene RLT-Anlagen wird als gering eingestuft. Der Betrieb der RLT-Anlage hat stets derart zu erfolgen, dass ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft zugeführt, Stoff-, Feuchte- oder Wärmelasten zuverlässig abgeführt werden. 

  • Der Umluftbetrieb von RLT-Anlagen, die nicht über geeignete Einrichtungen zur Luftreinigung verfügen, ist zu vermeiden, soweit dies aus technischen und technologischen Gründen möglich ist.
  • Erhöhen Sie die Außenluftzufuhr über die RLT-Anlage und vermeiden Sie oder reduzieren Sie den Umluftbetrieb soweit wie möglich. Dies ist erfahrungsgemäß nicht anwenderseitig einstellbar sondern durch die Fachfirma umzusetzen.
  • Die Überprüfung der Qualität der Lüftung kann durch eine CO2-Messung erfolgen. Entsprechend ASR A3.6 ist eine CO2-Konzentration im Raum bis zu 1.000 ppm noch akzeptabel. In der Zeit der Epidemie ist dieser Wert soweit möglich zu unterschreiten.
  • Um bei  CO2 gesteuerten Lüftungsanlagen einen durchgehenden Betrieb sicherzustellen sollten Sie einen Zielwert von 400 ppm einstellen.
  • Die Lüftungsanlage soll mindestens 2 Stunden vor und nach Benutzung des Gebäudes auf Nennleistung gefahren werden.
  • In Zeiten, in denen das Gebäude nicht benutzt wird, z. B. nachts oder am Wochenende, Lüftung nicht ausschalten, sondern mit abgesenkter Leistung fahren.
  • RLT-Anlagen in Sanitärräumen sollen zu den Betriebszeiten der Arbeitsstätte dauerhaft betrieben werden.
  • Erhöhen Sie nach Möglichkeit und Abstimmung der Fachunternehmen druckseitig die eingesetzten Filterstufen, z. B. von Klasse F7 auf F8 oder F9. Sofern technisch möglich können auch HEPA-Filter der Klassen H13 oder H14 verwendet werden. Die Erhöhung der Filterklassen hat bei bestehenden Anlagen eine Absenkung des Luftvolumenstroms zur Folge. Sofern die Strömungsleistung beibehalten werden soll, ist eine Vergrößerung der angeströmten Filterflächen notwendig.
  • Bei Klimaanlagen sind keine Änderungen der Arbeitspunkte (Heizen, Kühlen, Be- oder Entfeuchten) notwendig.
  • Die Lüftungsanlage sollte regelmäßig durch Fachpersonal instandgehalten werden, z. B. Rotationswärmetauscher auf Leckagen zwischen Ab- und Zuluft prüfen und Filterwechsel nur unter Verwendung persönlicher Schutzausrüstungen (mind. Handschuhe und Atemschutz).

Stand 29.10.2020

Was ist beim Einsatz mobiler bzw. dezentraler Lüftungsgeräte zu beachten?

Der Betrieb von Umluftgeräten wie Klimageräte, Heizlüfter oder Ventilatoren führt nicht dazu, dass die Luft im Innenraum mit Außenluft ausgetauscht wird. Sie tragen lediglich zu einer gleichmäßigen Verteilung der Luft im Raum bei und können im Zuge der Luftumwälzung virenhaltige Aerosole im gesamten Raumbereich verteilen.

  • Für eine ausreichende Frischluftzufuhr von außen sorgen.
  • Schalten Sie Lüftungs- oder Klimageräte, die nur Raumluft umwälzen, nach Möglichkeit aus.
  • Umluftgeräte nur in Innenräumen mit Einzelbelegung betreiben.
  • Sollen trotzdem Umluftgeräte in Innenräumen mit einer Belegung von mehreren Personen eingesetzt werden, ist dies in der Gefährdungsbeurteilung zu begründen. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass der Luftstrom nicht direkt von einer Person zu einer anderen Person geht, um ein erhöhtes Risiko einer Übertragung von virusbelasteten Tröpfchen oder Aerosolen zu vermeiden. Die spezifischen Randbedingungen, z. B. Raumgeometrie, Arbeitsplatzanordnung, Gerätestandort und die Strömungsverhältnisse der Raumluft sind zu beachten.

Stand 29.10.2020

Was sollte vor der Beschaffung von Luftreinigern beachtet werden?

In den Medien wird immer wieder über die Möglichkeit berichtet, mobile Luftreiniger zum Schutz vor SARS-CoV-2-Viren einzusetzen. Zur Luftreinigung werden unterschiedliche Verfahren angeboten die teilweise auch miteinander kombiniert werden. Dazu zählen Hochleistungsfilter, UV-C-Strahlung und Plasmatechnik.
Bei der Wirksamkeit von Geräten mit Filtertechnik wird häufig auf eine Studie der Universität der Bundeswehr in München verwiesen. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass sich die Aerosolkonzentration durch den Einsatz von Luftreinigern mit Hochleistungsfiltern selbst in Räumen mit einer Fläche von 80 m2 je nach Volumenstrom in 6 ‒ 15 Minuten halbieren lässt. Ein solcher Wirkungsgrad  kann allerdings nicht ohne weiteres auf die Verhältnisse in betrieblich genutzten Räumen übertragen werden. Zum einen  wurde dies mit einem sehr leistungsstarken Gerät bei einem Volumenstrom im Bereich von 600 bis 1500 m³ Luft/Stunde erreicht. Zudem  fand die Untersuchung in einem weitgehend leeren Raum statt. Die Reinigungsleistung in der Praxis hängt stark davon ab, dass die gefilterte Luft möglichst ungehindert durch den Raum strömen kann bzw. belastete Luft möglichst aus dem gesamten Raum angesaugt werden kann. Möbel, Trennwände oder anderes behindern eine gleichmäßige Durchlüftung. Auch durch Wärmequellen wie Menschen, PCs, Lampen oder anderes kann der Luftstrom abgelenkt bzw. in seiner Ausbreitung beeinflusst werden.
Ein kritischer Punkt  ist die Reichweite, mit der Luft aus dem Raum angesaugt werden kann. Die Strömungsgeschwindigkeit der angesaugten Luft lässt bereits in geringem Abstand vom Gerät erheblich nach, so dass je nach Leistung des Gerätes nach einem Meter Abstand kaum noch Luftbewegung feststellbar ist. Wenn jetzt noch Stühle, Tische oder anderes Mobiliar im Raum stehen, wird das Ansaugen bzw. eine gleichmäßige Durchlüftung behindert.

Als Nachweis für die Wirksamkeit wird häufig auf die Filterleistung verwiesen, z.B. die Verwendung von H14-Filtern die gewährleisten, dass Aerosolpartikel mit einem Durchmesser von 0,1 bis 0,3 μm zu 99,995% aus der Raumluft abgeschieden werden. Ob das Gerät als Ganzes diese Reinigungsleistung bringt bzw. als Ganzes getestet wurde, ist aus den Beschreibungen nicht immer ersichtlich. Darüber hinaus gelten die Angaben nur für den Anteil der Raumluft, der durch den Filter hindurchgesaugt wurde. Deshalb sollten immer die Testprotokolle angefordert werden. Gleiches gilt für Luftreinigungsgeräte, die mit UV-C-Strahlung, Plasmatechnik oder anderen Dekontaminationsverfahren arbeiten oder Kombination solche Verfahren einsetzen. Auch hier ist zu beachten, dass die Wirksamkeit des Luftreinigungsgerätes als Ganzes nachgewiesen sein muss. Die Wirksamkeit von UV-C-Strahlung zur Dekontamination von Oberflächen ist nachgewiesen. Ob die UV-C-Strahler oder das Plasma ausreichen, um die vorströmenden Luftvolumen von mehreren Hundert Kubikmetern pro Stunde ausreichend zu dekontaminieren,  ist für die Anwendung in der Praxis ausschlaggebend.

Es lässt sich festhalten, dass pauschale Aussagen zur Wirksamkeit von Luftreingungsgeräten nicht möglich sind. Neben den gerätespezifischen Kriterien muss auch die jeweilige Raumgestaltung und –nutzung berücksichtigt werden. Luftreiniger können zudem Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten nicht ersetzen, da sie keinen Schutz gegenüber Tröpfcheninfektionen bieten. Zu berücksichtigen ist auch, dass Luftreinigungsgeräte den Austausch verbrauchter durch frische Luft nicht ersetzen können.

Weiterführende Informationen zum Einsatz von UV-C-Strahlung und zu möglichen Gefährdungen finden Sie beim Bundesamt für Strahlenschutz.

Stand 23.09.2020

Was ist bei freier Lüftung über Fenster zu beachten?

Ein intensives, sachgerechtes Lüften von Innenräumen bewirkt eine Abfuhr und damit Verringerung der Konzentration luftgetragener Viren. Durch kurzeitiges weites Öffnen der Fenster findet mittels Stoßlüftung der Austausch von Raumluft durch Außenluft auf Grund von Temperatur- und Druckdifferenzen statt. 

  • Regelmäßige Stoßlüftung sollte über die gesamte Fensterfläche für 3 Minuten im Winter, 5 Minuten im Frühjahr/Herbst und ca. 10 Minuten im Sommer stattfinden.
  • Zeitliche Lüftungsabstände an die Anzahl der Personen anpassen, z. B. für Büroräume, Besprechungs- und Seminarräumen alle 20 Minuten.
  • Räume, die von mehreren Personen genutzt werden, insbesondere Besprechungs- und Seminarräume, aber auch andere wie Pausen-, Bereitschaftsräume und Kantinen sollten vor und nach Benutzung ausgiebig gelüftet werden.
  • Als Hilfestellung zur Überprüfung der Luftqualität kann mit einer CO2-Ampel die CO2-Konzentration gemessen werden. Alternativ kann die CO2-Konzentration im Raum auch berechnet werden, z. B. mit der CO2-App der DGUV. Mehr Infos und Download
  • Alternativ kann der Lüftungsrechner der Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel und Gastgewerbe verwendet werden.

Stand 29.10.2020

Muss ich Beschäftigte von externen Betrieben in den betrieblichen Informationsketten berücksichtigen?

Der oder die Vorgesetzte sollte im Vorfeld abwägen, ob der Außentermin tatsächlich erforderlich  und nicht verschiebbar ist. Klären Sie im Vorfeld ab, ob sich im Haushalt eine Person in angeordneter häuslicher Isolierung befindet. In diesen Fällen ist jeglicher Arbeitseinsatz vor Ort zu unterlassen. Dies ist nur bei begründeten Notfällen und nur nach vorheriger Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt unter den von dort erfolgenden Auflagen vertretbar.

Bei gemeinsamer Fahrt in einem Fahrzeug mit Kollegen sollten sie auf die Einhaltung der Mindestabstände (1,5 m) achten, z. B. Fahrersitz und Rückbank rechts besetzen, bei Kleintransportern für Mitfahrer die hinteren Sitzbänke nutzen. Wenn das nicht möglich ist, sollten Mund-Nase-Bedeckungen von allen Fahrzeuginsassen getragen werden. Aktivieren Sie die Lüftung im Fahrzeug und ergänzen Sie die Frischluftzufuhr ggf. durch regelmäßiges Öffnen der Fenster. Nutzen Sie nicht den Umluftbetrieb der Lüftungsanlage im Fahrzeug.

Der Personenkontakt am Arbeitsort ist auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken. Auch in Privatwohnungen sollen Kunden angehalten werden, immer einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Wenn dies z. B. wegen räumlicher Enge nicht möglich ist, sollen sie den Raum verlassen. Sorgen Sie für gute Durchlüftung. Wegen der notwendigen Distanz sollen Dokumente und andere Gegenstände nicht direkt mit den Händen an Kunden übergeben werden.

Auch wenn fließendes Wasser zum Händewaschen in den meisten Fällen vorhanden ist, kann das Mitführen von sauberen Papiertüchern und Seife sinnvoll sein. Sollte keine Waschmöglichkeit vorhanden sein, so ist  die Mitnahme von Händedesinfektionsmitteln eine gute Alternative.

Bei der Arbeit im Team sind die empfohlenen Abstände so weit wie möglich einzuhalten, auch in den Pausen.  

Es ist sinnvoll, in festen Teams zu arbeiten, die sich auch in den Pausen, während der Rüstzeiten im Betrieb usw. nicht räumlich nahe kommen. Hierdurch lässt sich die Anzahl  möglicher Kontakte innerhalb der Belegschaft begrenzen und auch im Falle notwendiger Quarantänemaßnahmen die Anzahl der betroffenen Personen reduzieren.

Stand 09.10.2020

Was ist bei Dienstreisen ins Ausland zu beachten? Was ist bei Außendienstterminen oder sonstigen Tätigkeiten in Privathaushalten zu beachten?

Bei begründetem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion oder auch Influenzavirus-Infektion, etwa bei Kontakt zu Personen mit bekannter Infektion und entsprechenden Symptomen, sollten sich die Betroffenen frühzeitig krank melden und zu Hause bleiben. Wenn sie ärztliche Hilfe benötigen oder die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden muss, sollten sie auf jeden Fall einen Arzt kontaktieren. Um die Arztpraxen nicht zu überlasten, sollte die erste Kontaktaufnahme telefonisch erfolgen. Bei Unsicherheit sollten sie freigestellt werden, um einer weiteren Verbreitung im Betrieb entgegen zu wirken.

Hier noch ein Hinweis, der bei jedem Infekt gilt, insbesondere im Hinblick auf die derzeitige Grippewelle: Wer krank ist, soll sich nicht „heldenhaft" an den Arbeitsplatz schleppen. Er oder sie soll sich zu Hause auskurieren, bis die Gesundheit wieder voll hergestellt ist und keine Möglichkeit mehr besteht, andere anzustecken. So lässt sich verhindern, dass die Kolleginnen und Kollegen infiziert werden, dann ebenfalls erkranken, ausfallen und selbst zum Ansteckungsrisiko werden. Dies sollte von den Führungskräften aktiv kommuniziert und vorgelebt werden.

Stand 25.03.2020

Lüftung: Was ist bei Lüftungsanlagen, mobilen Lüftungsgeräten, Luftreinigern und natürlicher Belüftung zu beachten?
  • Sorgen Sie auch in den Sozialräumen für ein Einhalten der Abstandsregeln von mindestens 1,5 m, z. B. durch Begrenzung der Personenzahl und eine vorgegebene Anordnung von Stühlen und Tischen.
  • Weisen Sie auf die Einhaltung der allgemeinen Hygiene hin, z. B. Nies- und Hustenetikette und das Waschen der Hände vor den Pausen.
  • Organisieren Sie die Pausen so, dass sich die jeweiligen Schichten und Teams nicht in den Sozialräumen bzw. Raucherbereichen oder auf dem Weg dorthin begegnen.
  • Die benutzten Oberflächen wie Tische, Stuhllehnen und ähnliches in den Sozialräumen wie Teeküchen, Pausenräume oder Kochgelegenheiten sind nach jeder Benutzung zu reinigen. Hierfür sind fettlösende Reinigungsmittel und Tücher bzw. Lappen zur Verfügung zu stellen.
  • Die beschriebenen Maßnahmen, insbesondere das Halten von Abstand und das regelmäßige Lüften gelten auch für Sanitärräume. Achten Sie darauf, dass auch bei Raucherpausen die Mindestabstände eingehalten werden.
  • Mehr Infos zur Lüftung siehe Lüftung: Was ist bei Lüftunganlagen, mobilen Lüftungsanlagen, Luftreinigern und natürlicher Lüftung zu beachten? 

Die hier aufgeführten Maßnahmen sind nicht abschließend und sind je nach Situation vor Ort ggf. durch weitere Maßnahmen zu ergänzen.

Was ist bei Kundenkontakten zu beachten?

In vielen Betrieben sind neben der Stammbelegschaft auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von externen Betrieben, z.B. Handwerksbetriebe oder Zeitarbeitsfirmen tätig. Auch diese Personen müssen über die Maßnahmen informiert sein, die aktuell im Betrieb hinsichtlich des Coronavirus getroffen werden. Rechtsgrundlage hierfür ist § 8 des Arbeitsschutzgesetzes. Die entsprechenden Informationsketten müssen in Zusammenarbeit mit den externen Betrieben in der betrieblichen Pandemieplanung berücksichtigt sein. Konkret müssen insbesondere folgende Informationen an externe Betriebe und deren Beschäftigten kommuniziert werden, wenn sie im Betrieb tätig sind:

  • Gibt es Veränderungen in den Betriebsabläufen, die sich auf die Zusammenarbeit auswirken?
  • Gibt es im Betrieb besondere Infektionsrisiken, die zu beachten sind?
  • Wer ist im Betrieb zu informieren, falls ein Verdachts- oder Erkrankungsfall bei externen Beschäftigten oder Selbstständigen auftritt?
  • Wie wird informiert, falls in der Stammbelegschaft ein Verdachts- oder Erkrankungsfall auftritt?

Informationen über das betriebliche Vorgehen helfen zum einen, dass alle Beteiligten schnell über mögliche Verdachts- oder Erkrankungsfälle Bescheid wissen. Zum anderen kann so Verunsicherung und der Verbreitung von Gerüchten vorgebeugt werden.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Infektionsgefahren bei der Arbeit:

Stand 25.03.2020

Medizinische Gesichtsmasken und Atemschutzmasken: Was ist zu beachten?

Alltagsmasken sind an Arbeitsplätzen nicht mehr zulässig

Mit dem Inkrafttreten der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung am 27.01.2021 sind für bestimmte Bedingungen am Arbeitsplatz mindestens zertifizierte medizinische Gesichtsmasken (auch bezeichnet als Mund-Nasenschutzmasken (MNS) oder OP-Masken) zur Verfügung zu stellen und zu tragen. Textile Mund-Nase-Bedeckungen (Alltagsmasken, Community-Masken, Schals, etc.,) sind mit der neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung an Arbeitsplätzen nicht mehr zulässig.

Was ist der Unterschied zwischen FFP2-Masken und OP-Masken? Was ist bei der Verwendung zu beachten?  Wir beantworten diese Fragen:

 

 

 

Können FFP2 Atemschutzmasken wiederverwendet werden?

Vor dem Hintergrund dass sich sowohl innen an der Maske Aerosole vom Träger und außen an der Maske unter anderem Bakterien und Viren sind FFP2-Masken nach spätestens einer Schicht zu entsorgen, um zu verhindern, dass sich Biostoffe ansammeln und eine Ansteckungsgefahr durch die Maske selbst entsteht. Zudem ist zu beachten, dass durch Partikel in der Außenluft das Filtermaterial der Maske zunehmend mit der Tragedauer gesättigt wird. Der Atemwiderstand steigt (in beide Richtungen), die Leckagen über die Ränder nehmen zu.

Auch wenn in verschiedenen Studien die Möglichkeit einer Wiederverwendung suggeriert wird, zum Beispiel durch Mikrowellen, Desinfektionsmittel, Dampf oder trockene Hitze, existiert derzeit kein Verfahren, das FFP-Masken vollkommen in ihren Ausgangszustand zurückversetzt! 
Selbst wenn es gelingt, Biostoffe wie Viren und Bakterien in den Masken abzutöten, ist immer mit einer Beeinträchtigung der Filterleistung der FFP2-Masken zu rechnen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät ebenfalls von der Wärmebehandlung ab. Auch wenn die Aussage des BfArM sich auf die Verwendung von Atemschutzmasken im Gesundheitsdienst bezieht, kann die Aussage aber auch auf die anderen Anwendungsgebiete im Hinblick auf den Schutz vor SARS-CoV-2 übertragen werden. Weitere Informationen

Die Hersteller schließen die Verwendung einer FFP-Maske als persönliche Schutzausrüstung über eine Schicht im Regelfall in der Gebrauchsanweisung aus. Die mehrmalige Verwendung ist ein nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch! Entsprechend geht die Haftung auf diejenigen über, die die FFP2-Maske wiederverwenden bzw. die Wiederverwendung anordnen

Stand 15.01.2021

Worin unterscheiden sich medizinische Gesichtsmasken und Atemschutzmasken?

Mit dem Inkrafttreten der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung am 27.01.2021 sind für bestimmte Bedingungen am Arbeitsplatz mindestens zertifizierte medizinische Gesichtsmasken (auch bezeichnet als Mund-Nasenschutzmasken (MNS) oder OP-Masken) zur Verfügung zu stellen und zu tragen. Textile Mund-Nase-Bedeckungen (Alltagsmasken, Community-Masken, Schals, etc.,) sind mit der neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung an Arbeitsplätzen nicht mehr zulässig.

Zertifizierte medizinische Gesichtsmasken werden als Medizinprodukte zugelassen und erfüllen dafür einschlägige Normen. Sie wurden für den Fremdschutz entwickelt und schützen vor allem das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen des Maskenträgers. Hierdurch wird ein definiertes Schutzniveau für den Fremdschutz gewährleistet. Medizinische Gesichtsmasken können bei festem Sitz auch die maskentragende Person selbst in gewissem Umfang schützen, auch wenn dies nicht ihre eigentliche Aufgabe ist. Im Gegensatz zu der Marktverfügbarkeit während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr 2020 sind sie inzwischen auch außerhalb des Gesundheitswesens in ausreichender Menge und Qualität verfügbar.

Die eigentlichen Atemschutzmasken verhindern aufgrund ihrer Materialeigenschaften und ihres Dichtsitzes, dass Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 eingeatmet werden und können so die tragende Person selbst schützen. Es handelt sich dabei um partikelfiltrierende Halbmasken, die auch als FFP-Masken (Filtering Face Piece) bezeichnet werden. FFP2-/FFP3-Masken erfüllen als persönliche Schutzausrüstung für den Arbeitsschutz gesetzliche Vorgaben und technische Normen und verfügen daher über definierte Schutzwirkung nach innen (und bei Modellen ohne Ausatemventil auch nach außen).

Stand 27.01.2021

 

Sind Masken KN95 hinsichtlich des Eigenschutzes eher als unwirksam anzusehen (nicht vergleichbar mit FFP2)?

Die reine Filterwirkung des Filtermaterials von N95 und KN95 ist bei korrekt zertifizierten Produkten vergleichbar zu FFP2. Da es im Rahmen der Zertifizierung bei KN95 und N95 aber keine Prüfung des Dichtsitzes an einem Kopf gibt, kann keine allgemein gültige Aussage zur Schutzwirkung in der Praxis getroffen werden.

Stand 15.01.2021

Ist jetzt generell im Betrieb eine medizinische Gesichtsmaske oder eine Atemschutzmaske zu tragen?

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder FFP-Masken (oder vergleichbar) wird als Ergänzung zu den übrigen zentralen Schutzmaßnahmen in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum und in den Betrieben vorgeschrieben. Dies bezieht sich insbesondere auf Situationen, in denen Menschen zusammentreffen und der Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander nicht eingehalten werden kann (z. B. in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln, am Arbeitsplatz).

Gemäß SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard von BMAS und DGUV in Verbindung mit der ab dem 27.01.2021 geltenden SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sollen in den Fällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, medizinische Gesichtsmasken oder FFP-Masken (oder vergleichbar) in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt und getragen werden. Aus der Sicht des Arbeitsschutzes besteht kein genereller Zwang zum ständigen Tragen von Masken.

Erste Priorität hat nach wie vor die generelle Reduktion von Kontakten:

  • Arbeiten von zu Hause aus (Home-Office)

Oder wenn nicht möglich:

  • Entzerren der Arbeitsplätze im Büro und anderen Betriebsteilen, es sollen 10m² pro Mitarbeiter vorgesehen werden
  • Einhaltung des Mindestabstand von 1,5m

Oder wenn nicht möglich:

  • Abtrennung der Arbeitsplätze durch Plexiglasscheiben o.ä.

Erst wenn kein sicherer Schutz erreicht werden kann, greift die Forderung nach Mund-Nasen-Schutz und Atemschutzmasken. Dies gilt z. B. für Beschäftigte im Handel, die Kunden auf der Fläche beraten oder Ware verräumen oder beim Gang durch den Betrieb, wenn durch Begegnungen auf den Fluren und Gängen der Abstand nicht sicher eingehalten werden kann.

An stationären Kassenarbeitsplätzen, die einen breiten und möglichst mehrseitigen Schutz der Beschäftigten garantieren, wie dies in den Best-Practice-Beispielen dargestellt ist, muss keine medizinische Gesichtsmaske oder andere Schutzmaske getragen werden.

Die SARS-CoV2-Arbeitsschutzregel wird geändert und beinhaltet nun differenzierte Abmessungen für die Auslegung von Abtrennungen. Wir empfehlen daher, die bereits vorhandenen Abtrennungen einer Überprüfung zu unterziehen. Die veröffentlichte Vorabversion kann hier eingesehen werden: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AR-CoV-2/AR-CoV-2.html

Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutzmasken darf aber keineswegs dazu führen, dass andere Schutzmaßnahmen entfallen. Es sind weiterhin die grundsätzlichen Forderungen an Abstände, Hygiene und Lüftung einzuhalten. Das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske stellt einen Fremdschutz dar, ist aber kein zuverlässiger Selbstschutz für den Träger. Er kann daher das potentiell erhöhte Risiko einer Infektionsübertragung, das mit Unterschreiten des Mindestabstandes von 1,5 Metern anzunehmen ist, nicht so vollständig ausschalten, wie dies für Personen erforderlich wäre, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung haben. Solche Personen sollen auch mit medizinischen Gesichtsmasken nicht in Bereichen eingesetzt werden, an denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann.

Gegebenenfalls sind abweichende Regelungen durch länderspezifische Verordnungen zu beachten.

Stand 27.01.2021

Gibt es eine Einschätzung hinsichtlich Schutzwirkung einer FFP 2-Maske bei Bartträgern?

Das Tragen von Bart schließt im die Nutzung von Atemschutz als PSA aus.
Hierzu siehe DGUV Regel 112-190: "Personen mit Bärten oder Koteletten im Bereich der Dichtlinien von Voll- und Halbmasken und filtrierenden Atemanschlüssen sind für das Tragen dieser Atemanschlüsse ungeeignet."

Viele Hersteller (z.B. 3M) weisen im Rahmen der Gebrauchsanweisung darauf hin, dass Gesichtshaare im Bereich des Dichtrandes einen Dichtsitz verhindern können. Die Masken sind von Bartträgern allenfalls als Mund-Nase-Bedeckung zu verwenden.

Stand 15.01.2021

Gibt es Aussagen zur maximalen Tragedauer? Sind Masken mehrfach in einer Schicht nutzbar?

Für FFP-Masken sind die Regelungen in der DGUV Regel 112-190 Anhang 2 zusammengefasst. 

Über die Tragezeitbegrenzung informiert die DGUV auf Ihrer Homepage

Darin empfiehlt sie für MNB bei mittelschwerer körperlicher Arbeit eine Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungszeit von 30 Minuten. Während der Erholungszeit geht es darum, die MNB abzulegen; eine Arbeitspause ist damit nicht gemeint. Bei leichter Arbeit ist auch eine Verlängerung der Tragedauer auf 3 Stunden möglich. In der betrieblichen Praxis ist es außerdem oft möglich, situationsbedingt für kurze Zeit die MNB abzunehmen, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen gewährleistet werden kann. In diesen Fällen sollte in der Regel bereits eine ausreichende Erholung möglich sein.

Stand 15.01.2021

Kann eine Alltagsmaske unter der FFP-Maske getragen werden, um die FFP-Maske zu schonen?

Vom kombinierten Tragen von FFP-Masken und Mund-Nase-Bedeckungen und Mund-Nase-Schutz ist auf Grund des nochmals erheblich erhöhten Atemwiderstands und der unklaren Abdichtung der FFP-Masken im Randbereich durch die darunter getragenen zweite Maske strikt abzuraten.

Stand 15.01.2021

Wie erkenne ich mangelhafte FFP2-Masken?

Der Bedarf an FFP2-Masken, die Beschäftigte vor einer Infektion mit dem Coronavirus aber auch vor anderen Biostoffen schützen ist hoch. Allerdings sind aktuell viele mangelhafte Produkte auf dem Markt. Wie kann man sichere Masken von gefälschten unterscheiden?

Darauf sollte immer geachtet werden: 

  • FFP-Masken müssen ein CE-Kennzeichen und eine vierstellige Nummer einer Prüfstelle vorweisen.
  • Angabe der Maskenklasse mit eventueller Zusatzinformation (z.B. FFP2)
  • Nummer und Jahr der Veröffentlichung der Norm (EN 149:2001)
  • Name oder Warenzeichen des Herstellers
  • Auf der Maske  dürfen sich keine Hinweise auf unterschiedliche Standards, wie beispielsweise CE und KN95 oder EN 149 und GB2626 befinden. 
  • Verwenden Sie weder Masken die umetikettiert wurden, noch Masken, die widersprüchliche Angaben auf Verpackung und Produkt enthalten.

Woran sich zertifizierter und damit sicherer Atemschutz grundsätzlich erkennen lässt, veranschaulicht das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in einem Übersichtsplakat.

Plakat "Maske ohne Makel" (IFA) als PDF herunterladen

Ergänzende Hinweise zu zertifizierten Masken und ihren Erkennungsmerkmalen gibt außerdem eine Liste häufiger Fragen und Antworten, die im Plakat verlinkt ist.

Stand 27.01.2021

Hinweis

Orientierungshilfe der baua: "Hinweise zum Erkennen konformer Atemschutzmasken" gibt es im PDF-Format im Internetangebot der baua unter www.baua.de/dok/8850730

Ob ein Produkt tatsächlich normgerecht geprüft und verordnungskonform zertifiziert wurde, lässt sich in der Datenbank von DGUV Test recherchieren.

Das Verbraucherportal www.produktwarnung.eu informiert über Warnungen und Produktwarnungen von Atemschutzmasken.

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Sollte die Schutzwirkung von FFP2-Masken nachlassen, sind sie dann immer noch wirksamer als eine nicht zertifizierte Mund-Nase-Bedeckung?

Hierzu kann keine Aussage getroffen werde, da Im Bereich Mund-Nase-Bedeckung eine enorme Bandbreite an Ausführungen und Schutzwirkung besteht. Wie oben beschrieben wird die Filterwirkung des FFP-Filters selbst durch längeres Tragen verändert (mechanische Sättigung, Abbau der Filterung durch nachlassende statische Aufladung). Wann und in welchen Maße dies Eintritt, hängt von vielen Umgebungsbedingungen und der Maske selbst ab. 

Stand 15.01.2021

Ist für den Einsatz von medizinischen Gesichtsmasken oder Atemschutzmasken eine Unterweisung erforderlich?

Für den Gebrauch von Atemschutzmasken ist eine Unterweisung notwendig, die den sachgerechten Umgang und Gebrauch der Maske durch die Anwender (Tragezeitbegrenzung, Erholungszeiten, Passform, Lagedauer, Wechselfrequenz) umfasst. Zusätzlich zur Theorie ist das An- und Ablegen zu zeigen und zu üben.

Auch im An- und Ablegen einer medizinischen Gesichtsmaske sind Beschäftigte zu unterweisen, um eine Kontamination der Hände oder der Maske zu vermeiden. Hierbei ist auch auf die Empfehlungen zur Tragezeitbegrenzung einzugehen.

  • Auf- und Absetzen möglichst berührungsfrei (am Befestigungsband anfassen) und nur mit gewaschenen Händen
  • Wechsel und Entsorgung bei Durchfeuchtung oder Verschmutzung, spätestens nach einer Arbeitsschicht
  • Bei Tragepausen innerhalb einer Schicht so zusammenlegen, dass die Innenseiten geschützt sind bzw. keine anderen Oberflächen berühren können

Medizinische Gesichtsmasken (und auch partikelfiltrierende Halbmasken) sind Einmalprodukte und können gemäß RKI über den Haus/Restmüll entsorgt werden. Idealerweise sollten benutzte Einmalmasken in Gefrierbeuteln oder ähnlichem verschlossen werden. Auf keinen Fall sollen sie mit Abfällen entsorgt werden, die einer Sortierung zugeführt werden wie DSD-Abfälle (Duales System Deutschland GmbH) oder Altpapier.

Stand 27.01.2021

Wie viele Masken benötigt jeder Mitarbeiter?

Pro Mitarbeiter und Schicht muss mindestens eine Maske vorhanden sein. Je nach Schwere der Tätigkeit und Umgebungsbedingungen können auch mehrere Masken  pro Tag benötigt werden, da die Masken bei Durchfeuchtung oder Verschmutzung auszuwechseln sind. Es empfiehlt sich mindestens eine Maske immer in Reserve zu haben, falls eine schnellere Durchfeuchtung eintritt oder mal ein Halteband reißt.

Stand 27.01.2021

Welche Masken werden nach der als SARS-CoV2 Arbeitsschutzverordnung als vergleichbar zu FFP2 Masken angesehen?

Als vergleichbar werden laut Verordnung N95 Masken (USA und Kanada), KN95 Masken (China), P2-Masken  (Australien) und DS2-Masken (Japan) definiert. Bereits auf dem Markt befindliche Masken mit Kurztests nach dem Grundsatz für Pandemie-Atemschutz aus 2020 (Kennzeichnung CPA) sind laut Verordnung ebenfalls vergleichbar.

Ist es ratsam als besten Schutz direkt FFP3 Masken einzusetzen?

FFP3 Masken bieten zwar eine noch höhere Schutzwirkung, stellen aber auch eine noch höhere Belastung für den Träger dar. Ein Einsatz außerhalb des direkten Umgangs mit Erkrankten wird daher nicht empfohlen.

Stand 27.01.2021

Wie muss eine N95 oder KN95 Maske oder gleichwertig gekennzeichnet sein?

Auf den Masken selbst müssen folgende Kennzeichnungen vorhanden sein:

  • KN95: „KN95“ und Norm GB2626-2006 bzw. GB2626-2019, Modellbezeichnung, Herstellername
  • N95: „N95“, „NIOSH“, TC-Prüfnummer, Herstellername (bzw. Handelsmarke) Modellnummer, Losnummer

Weitere Details zur Kennzeichnung auf der Homepage der baua  

Stand 27.01.2021

Wie kann ich den Dichtsitz von FFP 2 und KN95/N95) testen?

Die Filterfläche möglichst ganzflächig mit beiden Händen zuhalten, durch Einatmen versuchen einen Unterdruck aufzubauen oder durch Ausatmen versuchen einen Überdruck aufzubauen. Strömt die Luft durch den Maskenrand oder den Nasenbügel sofort ein bzw. aus, ist kein Dichtsitz und somit keine ausreichende Schutzwirkung gegeben.

Stand 15.01.2021

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