Branchenbezogene Informationen: Abfallwirtschaft / staubbelastete Branchen

Wenn Beschäftigte staubintensive Arbeiten verrichten, stellt sich die Frage: mehrfachverwendbare oder partikelfiltrierende Halbmasken? Welchen Beitrag können gebläseunterstützte Hauben oder Helme leisten? Eine Übersicht.

Was tun, wenn die Atemschutzmasken zur Neige gehen?

In der Abfallwirtschaft, bei der Sortierung von Kartoffeln, beim Umschlag von Getreide und in anderen Branchen, in denen Beschäftigte Stäuben ausgesetzt sind, werden sogenannte partikelfiltrierende Halbmasken eingesetzt, zum Beispiel FFP2- oder FFP3-Masken. Umgangssprachlich werden sie oft Papiermasken genannt. Diese Masken sind zurzeit nahezu überall ausverkauft. Alternativ kann auf höherwertigen Atemschutz in Form von Halbmasken mit Partikelfilter der Filterklasse 2 oder höher ausgewichen werden. Diese scheinen derzeit noch erhältlich zu sein. Langfristig ist die Verwendung dieser mehrfachverwendbaren Halbmasken oft sogar kostengünstiger als die Verwendung von partikelfiltrierenden Halbmasken beziehungsweise Papiermasken, die spätestens nach einer Arbeitsschicht entsorgt werden müssen.

In Fällen, in denen regelmäßig FFP-Atemschutzmasken zum Einsatz kommen, sollte geprüft werden, ob gebläseunterstützte Hauben oder Helme eingesetzt werden können. Bei dieser Form von Atemschutz wird Luft über einen Filter in eine Haube oder einen Helm eingeblasen. Die Vorteile bestehen darin, dass die Beschäftigten nicht gegen einen Widerstand atmen müssen. Außerdem gibt es keine Begrenzung der Tragezeit.

Für den Gebrauch von Atemschutzmasken und Schutzbrillen ist eine Unterweisung notwendig, die den sachgerechten Umgang und Gebrauch der Maske durch die Anwender (Passform, Dichtsitz, Tragezeitbegrenzung, Erholungszeiten, Lagerbedingungen, Wechselfrequenz) umfasst. Alle Informationen hierzu finden Sie in der DGUV-Regel 112-190. In Abhängigkeit von der Gerätegruppe und der Tragedauer ist arbeitsmedizinische Vorsorge zu gewährleisten. Bei der Auswahl sollt der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin hinzugezogen werden.

Wie erkenne ich mangelhafte FFP2-Masken?

Der Bedarf an FFP2-Masken, die Beschäftigte vor einer Infektion mit dem Coronavirus aber auch vor anderen Biostoffen schützen ist hoch. Allerdings sind aktuell viele mangelhafte Produkte auf dem Markt. Wie kann man sichere Masken von gefälschten unterscheiden?

Darauf sollte immer geachtet werden:

  • FFP-Masken müssen ein CE-Kennzeichen und eine vierstellige Nummer einer Prüfstelle vorweisen.
  • Angabe der Maskenklasse mit eventueller Zusatzinformation (z.B. FFP2)
  • Nummer und Jahr der Veröffentlichung der Norm (EN 149:2001)
  • Name oder Warenzeichen des Herstellers
  • Auf der Maske  dürfen sich keine Hinweise auf unterschiedliche Standards, wie beispielsweise CE und KN95 oder EN 149 und GB2626 befinden.
  • Verwenden Sie weder Masken die umetikettiert wurden, noch Masken, die widersprüchliche Angaben auf Verpackung und Produkt enthalten.

Woran sich zertifizierter und damit sicherer Atemschutz grundsätzlich erkennen lässt, veranschaulicht das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in einem Übersichtsplakat.

Ergänzende Hinweise zu zertifizierten Masken und ihren Erkennungsmerkmalen gibt außerdem eine Liste häufiger Fragen und Antworten, die im Plakat verlinkt ist.

Plakat "Maske ohne Makel" (IFA) als PDF herunterladen

Hinweis:

  • Orientierungshilfe der baua: "Hinweise zum Erkennen konformer Atemschutzmasken" gibt es im PDF-Format im Internetangebot der baua unter www.baua.de/dok/8850730
  • Ob ein Produkt tatsächlich normgerecht geprüft und verordnungskonform zertifiziert wurde, lässt sich in der Datenbank von DGUV Test recherchieren.
  • Das Verbraucherportal www.produktwarnung.eu informiert über Warnungen und Produktwarnungen von Atemschutzmasken.
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