Branchenbezogene Informationen für den Handel

Von der Bedientheke über die Kasse bis zur Warenkommissionierung – wichtige Verhaltensregeln für Beschäftigte und Kunden auf einen Blick.

Stellt der Umgang mit Bargeld eine Infektionsgefahr dar?

Für Münzen und Geldscheine gilt das gleiche wie bei sonstigen Oberflächen: Aufgrund der geringen Umwelt-Stabilität von Coronaviren erscheint eine Übertragung des Erregers über diese Wege in den meisten Fällen unwahrscheinlich. Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind nicht gänzlich auszuschließen. Aus früheren Epidemien mit ähnlich übertragbaren Erregern gibt es keine Hinweise, dass der Umgang mit Bargeld eine relevante Infektionsquelle darstellt. Hinzu kommt, dass der Hauptübertragungsweg eine Tröpfcheninfektion zu sein scheint (siehe auch Erregersteckbrief des Robert Koch-Institutes).

Stand: 06.04.2021

Was ist an Bedientheken zu beachten?

An Bedientheken kann durch Plexiglasscheiben oder abgehängte Folien eine Exposition der Beschäftigten durch ausgeatmete Tröpfchen effektiv minimiert werden. Auch durch bauliche Barrieren oder farbige Bodenmarkierungen vor den Bedientheken kann der Aufenthaltsbereich der Kunden so gekennzeichnet werden, dass sowohl der Abstand zu den Beschäftigten als auch der Kunden untereinander das Mindestmaß von 1,5 Meter nicht unterschreitet. Im Bereich vor der Theke sollten sich immer nur die Kunden aufhalten, die gerade bedient werden. Der Mindestabstand muss auch von Beschäftigten untereinander eingehalten werden. Wenn dies durch bauliche oder organisatorische Maßnahmen wie Abtrennungen, oder Zugangsregelungen nicht sicher erreicht werden kann, greift die Forderung nach medizinischen Gesichtsmasken oder FFP-Masken.

Best Practice Beispiele: Aus der Praxis für die Praxis

Für Arbeiten an Bedientheken, z. B. Frischetheken, sind die bereits vorhandenen Anforderungen und Maßnahmen zur Hygiene und zum Hautschutz weiterhin gültig und ausreichend.

Ist an Bedientheken ein Kassierplatz vorhanden, so ist die Wahrung des Mindestabstands an dieser Stelle nicht immer sicher zu gewährleisten. Hier sollte mit einer geeigneten Abtrennung für die kassierende Person ein zusätzlicher Schutz geschaffen werden. Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Damit bei Barzahlung das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir, ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu benutzen. Falls möglich sollte das Kassieren von einer separaten Fachkraft übernommen werden, um den Kontakt zu den Kunden weiter zu reduzieren.

Die Waren sollten den Kunden nicht direkt übergeben, sondern auf der Theke abgelegt werden.

Stand: 06.04.2021

Was ist an Kassenarbeitsplätzen zu beachten?

An den Kassen findet zumeist die höchste Anzahl an Kundenkontakten statt, zudem ist in diesem Bereich ständig mit einer relativ großen Personenzahl zu rechnen. Hier hat daher die Wahrung der erforderlichen Mindestabstände (in alle Richtungen) Priorität. Kundinnen und Kunden sollen im Abstand von mindestens 1,5 Metern warten bis alle Waren erfasst sind und nur zum Bezahlen an die Kassen kommen. Dies kann z. B. durch farbige Markierungen am Anfang (Auflegen der Waren) und am Ende (Einräumen in den Einkaufswagen) des Kassenbandes gewährleistet werden.

In dem Bereich zwischen den Markierungen sollen sich die Kunden dann nur einzeln und nur beim eigentlichen Kassiervorgang aufhalten.

Aushänge mit Hinweisen zum Download

Best Practice Beispiel: Aus der Praxis für die Praxis:
Bodenmarkierungen im Abstand von 1,5 Metern

Aufgrund der Mindestabstände von 1,5 Metern ist die Verwendung von Warentrennern auf dem Kassenband nicht mehr notwendig. Wenn die Mindestabstände eingehalten werden, brauchen die Waren der unterschiedlichen Kunden nicht mehr durch Warentrenner getrennt zu werden.

Weiterhin sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Distanz zu schaffen zwischen Kassenpersonal und Kunden. Hierzu dienen Abtrennungen an den Kassen aus Plexiglas oder vergleichbaren Materialien.

Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen. Damit bei Barzahlung das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir, ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu benutzen.

Wenn mehrere Kassen parallel geöffnet sind, sollten sie so gewählt werden, dass sie einen möglichst großen Abstand voneinander haben.

Sollen Tandemkassen parallel besetzt werden, so ist dies nur zulässig, wenn die kassierenden Personen mindestens medizinische Gesichtsmasken tragen. Zudem dürfen auch die Abstände der Kunden im Wartebereich und im Kassenbereich hierdurch nicht unzulässig eingeschränkt werden. 

Dem Kassenpersonal sollte Händedesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Desinfektion von Kassentisch, Tastatur, Touchbildschirm, Kartenlesegerät oder ähnlich häufig berührten Flächen ist regelmäßig und bei Bedarf (z. B. Verunreinigung, Personalwechsel...) sinnvoll.

Der mögliche Kontakt zu Kunden mit einer SARS-CoV-2-Infektion kann z. B. für Beschäftigte mit geschwächtem Immunsystem eine erhöhte Gefährdung darstellen. Dies gilt vor allem, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. Treffen Sie deshalb generelle Vorkehrungen für den Fall, dass Ihnen bekannt wird (z. B. durch vorgelegte Atteste) oder es offensichtlich ist, dass einzelne Beschäftigte zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehören. Lassen Sie sich dabei möglichst vom Betriebsarzt beraten.

Eine Liste der relevanten Vorerkrankungen finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Stand: 06.04.2021

Bieten durchsichtige Trennwände einen Schutz für das Kassenpersonal?

Durchsichtige Trennwände, z. B. aus Acrylglas, stellen grundsätzlich eine Möglichkeit dar, wie Beschäftigte, insbesondere an Kassenarbeitsplätzen, geschützt werden können. Sie müssen installiert werden, wenn die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann. Angesichts der vielen unterschiedlichen Fallgestaltungen in Kassenzonen müssen individuelle Lösungen bzw. Bauformen gesucht werden.

Eine bauliche, möglichst mehrseitige Abtrennung an Kassenarbeitsplätzen stellt keine isolierte Maßnahme dar; sie soll immer kombiniert werden mit folgenden beispielhaften Maßnahmen:

  • Kundenvereinzelung: Kunden sollen im Abstand von mindestens 1,5 Meter warten, bis alle Waren erfasst sind,
  • Bezahlvorgang: Kunden sollen nur zum Bezahlen an die Kasse herantreten, das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen sowie
  • Mund und Nase bedecken: Kunden sollen eine medizinische Gesichtsmaske oder eine FFP2-Maske tragen.

Vor diesem einordnenden Hintergrund gilt für Abtrennungen an Kassenarbeitsplätzen im Handel:

  • Durch die Abtrennung darf es nicht zu zusätzlichen Gefährdungen kommen.
  • Abtrennungen müssen ausreichend stabil sein, spitze Ecken oder scharfe Kanten müssen vermieden werden.
  • Notwendige Aussparungen der Abtrennung, z. B. für das Durchreichen von Bargeld, sollten nicht größer als erforderlich und auf möglichst niedriger Höhe, d. h. nicht auf Kopfhöhe der Kunden oder Beschäftigten, angeordnet sein.
  • Je breiter und höher die Abtrennung, desto besser. Die Abtrennung sollte nicht bereits durch geringfügige Bewegung der dahinter stehenden Person außer Kraft gesetzt werden.
  • Die Abtrennung muss in der Höhe mindestens 1,80 Meter betragen zwischen sitzenden Beschäftigten und stehenden Kunden.
  • Die Abtrennung bei rein frontalem Kundenkontakt, wie z. B. an einer Theke, muss in der Breite rechts und links je 30 cm breiter sein, als die Breite des Arbeitsbereichs der Beschäftigten. Der Arbeitsbereich der Beschäftigten kann dabei z. B. durch die Breite des Beinraums oder durch die Anordnung der Arbeitsmittel am Arbeitsplatz, z. B. Tastatur und Bildschirm oder Geldlade, definiert werden. Ist der Zuschlag in der Breite aufgrund der räumlichen Verhältnisse nicht möglich, sollte eine Abtrennung über Eck erfolgen.
  • Die Abtrennung bei frontalem und möglichem seitlichen Kundenkontakt muss die Breite und Tiefe des Arbeitsbereichs der Beschäftigten berücksichtigen. Hier wird z. B. eine Abtrennung über Eck mit wiederum um jeweils 30 cm erweiterter Breite notwendig.
  • Sind in alle Richtungen mit möglichem Kundenkontakt sowie möglicher Unterschreitung des Mindestabstandes von 1,5 Meter Abtrennungen vorhanden wie z. B. bei Einhausungen, muss kein Sicherheitsaufschlag von 30 cm beachtet werden.
  • Bauliche Abtrennungen im Rücken des Kassierpersonals sind insbesondere dann erforderlich, wenn sich Kunden im Rahmen des normalen Einkaufsvorgangs im Rücken der Kassierperson aufhalten. Dies ist z. B. bei versetzt zueinander angeordneten Einzelkassen der Fall, wenn sich die Packzone oder die Wartezone der benachbarten Kasse dort befindet. 
  • Bei Barzahlung gilt: Damit das Geld nicht direkt vom Kunden an die Kassenkraft übergeben werden muss, empfehlen wir ein kleines Tablett oder eine fixe Geldablage zu nutzen.
  • An Kassentresen oder -theken kann durch vorgelagerte Absperrungen oder Bodenmarkierungen der Abstand zwischen Kassenkraft und Kunde zusätzlich zur Tresenbreite vergrößert werden.
  • Ist an Tankstellen ein Nachtschalter vorhanden, wird empfohlen, diesen zu nutzen.

Beziehen Sie wenn möglich das Kassenpersonal in die Gestaltung mit ein, das erhöht die Akzeptanz der Maßnahmen.

Umsetzungsbeispiele finden Sie unter "Best Practice" 

Stand 06.04.2021

Warum sollte die Trennwand mindestens 1,8 Meter hoch sein?

Zur Anpassung von Arbeitsplätzen und Arbeitsmitteln werden statistische Erhebungen von Körpermaßen verwendet. Gebräuchliche Grenzen, wie z. B. in DIN EN ISO 14738, sind das 5. und das 95. Perzentil. In diesem konkreten Fall der Festlegung einer orientierenden Mindesthöhe wird das 95. Perzentil herangezogen. Es bedeutet, dass nur 5 Prozent aller Personen dieses Maß überragen können. Gemäß DIN 33402-2 liegt das 95. Perzentil bei Männern zwischen 18 und 65 Jahren für die Augenhöhe bei 1735 mm. Dabei ist das Maß der Augenhöhe eine Worst-Case-Annahme, denn die Nasenöffnung liegt unterhalb dieser. Auch die Zugrundelegung des Wertes für ausschließlich männliche, und damit statistisch größere Personen im erwerbsfähigen Alter, stellt einen Worst Case dar. Zuzüglich eines großzügig bemessenen Höhenzuschlags von 40 mm für Schuhe oder schwere Fußbekleidung nach DIN EN 547-1 ergibt sich eine absolute Mindesthöhe von 1775 mm, welche auf 1800 mm aufgerundet wurde.

Verwendete Normen:

Bezugsquellen: Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, www.beuth.de

DIN EN 547-1: 2009-01 „Sicherheit von Maschinen – Körpermaße des Menschen – Teil 1: Grundlagen zur Bestimmung von Abmessungen für Ganzkörper-Zugänge an Maschinenarbeitsplätzen; Deutsche Fassung EN 547-1:1996+A1:2008“

DIN EN ISO 14738: 2009-07 „Sicherheit von Maschinen – Anthropometrische Anforderungen an die Gestaltung von Maschinenarbeitsplätzen; Deutsche Fassung EN ISO 14738:2008“

DIN 33402-2: 2005-12 „Ergonomie – Körpermaße des Menschen – Teil 2: Werte“

Stand: 06.04.2021

Was ist im Einzelhandel beim Umgang mit Waren zur Anprobe sowie bei der Annahme von Reparaturen und Retouren zu beachten?

Coronaviren werden in erster Linie über Atemwege übertragen. Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich. Für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege.

Vor diesem Hintergrund erscheinen Maßnahmen zur Quarantäne von Waren, die von Kunden angefasst wurden, zum Schutz der Beschäftigten derzeit als nicht erforderlich.

Dies bedeutet aber nicht, dass andere Maßnahmen zur Minimierung der Infektionsgefährdung ebenfalls aufgehoben werden können.

Sorgen Sie nach wie vor für eine gute Durchlüftung Ihrer Verkaufsräume. Erhöhen Sie bei technischer Lüftung die Luftwechselrate und den Anteil an Frischluft.

Unabhängig von allgemeinen Regeln zum Abstand, der Nies- und Hustenetikette, den Möglichkeiten zur Abtrennung im Kassen- und Bedienbereich sind den Beschäftigten in Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden kann, medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen und in den entsprechenden Situationen von den Beschäftigten zu tragen.

Für die Reinigung der Verkaufstische, Türklinken etc. genügen fettlösende Reinigungsmittel. Chemische Desinfektionsmittel haben keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber den handelsüblichen fettlösenden Reinigungsmitteln.

Es ist sinnvoll, den Kundinnen und Kunden beim Betreten des Fachgeschäfts Desinfektionsmittel bereitzustellen, um die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination von angefassten Waren zu minimieren.

Aus Gründen des Infektionsschutzes sollten Kunden darauf hingewiesen werden, dass bei einer Anprobe von Kleidungsstücken über den Kopf ein Kontakt zu Mund, Nase und Augen vermieden werden soll.

In Fällen, in denen Waren zurückgegeben werden, bei denen der Verdacht besteht, dass diese kontaminiert sind, zum Beispiel bei sichtbarer Verschmutzung, wird empfohlen, diese Waren zu reinigen oder vorübergehend, beispielsweise für 24 Stunden, in Quarantäne zu belassen.

Darüber hinaus sind für die Beschäftigten die allgemeinen Maßnahmen zur Hygiene zu beachten.

Stand: 06.04.2021

Was ist bei der Händehygiene zu beachten?

Zur Beseitigung eventuell auf die Hände gelangter SARS-CoV-2 -Viren ist das richtige Händewaschen mit Seife wirksam. Die Regeln zum richtigen Händewaschen gelten auch an Arbeitsplätzen, an denen auch im Normalfall keine besonderen Vorschriften zu beachten sind. 

 Als Anlässe zum Händewaschen im Handel sind besonders zu nennen:

  • Nach Betreten der Betriebes
  • Nach dem Besuch der Toilette
  • Vor der Pause / vor dem Essen, Trinken, Rauchen
  • Naseputzen, Husten oder Niesen mit vorgehaltener Hand (bitte vermeiden)
  • Kontakt mit Abfällen
  • Verschmutzungen (z. B. defekte Joghurtbecher …)
  • Kontakt mit Gegenständen, die offensichtlich kranke Personen zuvor berührt haben (auch ohne den konkreten Verdacht auf eine COVID-Erkrankung)

An Arbeitsplätzen, an denen besonders häufig Anlässe bestehen, die Hände zu waschen, wird die Haut stark belastet. Hier ist die Verwendung von Händedesinfektionsmitteln als die weniger belastende Alternative zu empfehlen. Für die Anwendung sind die Angaben des Herstellers zu beachten.

Versuchen Sie, das Gesicht, insbesondere Augen, Mund und Nase, nicht mit der Hand zu berühren. 

Das Tragen von Einmalhandschuhen ist nicht geeignet, um eine Weitergabe von Keimen mit den Händen zu verhindern und wird deshalb nicht empfohlen.
Häufiges Händewaschen, die Händedesinfektion und das Tragen von Einmalhandschuhen belasten die Haut sehr. Ihre stark beanspruchten Hände brauchen Pflege.

Für das Verräumen von Waren aus der Anlieferung oder dem Lager besteht außer dem gebotenen Mindestabstand zu anderen Personen keine Notwendigkeit besonderer Vorkehrungen zum Infektionsschutz.

Stand: 06.04.2021

Tragen von Handschuhen, ist das sinnvoll?

Für den Erreger SARS-CoV-2 wird davon ausgegangen, dass die Übertragung hauptsächlich als Tröpfcheninfektion stattfindet. Die sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion, bei der Erreger nach Kontakt mit kontaminierten Flächen usw. über die Hände in Eintrittspforten wie Mund, Nase, Augen gelangen, spielt demgegenüber eine untergeordnete Rolle. Diesem denkbaren Infektionsweg kann durch Beachtung der Händehygiene und ggf. Händedesinfektion effektiv entgegengewirkt werden. Handschuhe können ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirkt daher in Hinblick auf die Weitergabe von Keimen mit den Händen keine Verbesserung.

Sollen dennoch Einweghandschuhe zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise weil weder eine Waschgelegenheit noch Händedesinfektionsmittel genutzt werden können, so sind diese so zu benutzen, dass hiervon nicht die Gefahr einer unbeabsichtigten Keimverschleppung ausgeht. Werden flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen, so bildet sich ein Feuchtigkeitsstau, was wiederum leicht zu Hautproblemen führen kann (z. B. trockene Haut, Juckreiz, Rötung). Die Verwendung von Unterzieh-Baumwollhandschuhen sowie häufige Handschuhwechsel werden empfohlen. Über die Verwendung der Handschuhe sind die Beschäftigten zu unterweisen.

Bei Reinigungsarbeiten, z. B. mit Flächendesinfektionsmitteln, kann die Anwendung von Schutzhandschuhen erforderlich sein, hier sind die Herstellerangaben zu beachten.

Sowohl häufiges Waschen, als auch Händedesinfektion und Tragen von Handschuhen strapazieren die Haut. Hautschutz und Pflege müssen dementsprechend angepasst werden.

Stand: 06.04.2021

Wie pflege ich meine stark beanspruchten Hände?

Für Arbeitsplätze, an denen bereits ein Hautschutzplan aufgrund von Hautgefährdungen oder Hygienevorschriften vorhanden ist, sind die dort festgelegten Maßnahmen weiterhin zu beachten und keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich.

Für Personen, die sonst keine Tätigkeiten mit erhöhter Hautbelastung ausüben, z. B. Kassenkräfte, Bürokräfte, Personen an der Information, kann sich infolge der zusätzlichen Hygienemaßnahmen der Pflegebedarf der Hände erhöhen. Häufiges Händewaschen, die Händedesinfektion und das Tragen von Handschuhen belasten die Haut. Die konsequente Anwendung von Hautpflegemitteln zur Regeneration der Hautbarriere und Vermeidung von Hautveränderungen ist deshalb sehr wichtig.

Hautpflegemittel sollten möglichst feuchtigkeitsbindende Inhaltsstoffe, wie z. B. Urea oder Glycerin, enthalten und idealerweise frei von Duftstoffen sein. Für die Anwendung während der Arbeitszeit ist eine schnell einziehende Creme oder Lotion geeignet. Für das Eincremen nach der Arbeit in der Freizeit sind fetthaltigere Cremes zu empfehlen, um der Haut ausgewaschene Fette und Feuchtigkeit zurückzugeben.

Üblicherweise werden Hautpflegemittel vor längeren Pausen und nach Arbeitsende aufgetragen. Sie können aber auch zwischendurch, z.B. nach dem Händewaschen, angewendet werden.

Tipp: Beim Eincremen an Fingerkuppen, Nagelfalz und Fingerzwischenräume denken!

Werden Einmalhandschuhe verwendet, ist folgendes zu beachten:

  • Handschuhe möglichst wechseln, wenn sie innen feucht sind, wventuell Baumwollhandschuhe unterziehen (ebenfalls rechtzeitig wechseln)
  • Nach der Benutzung Hautpflegemittel auftragen

Die Anwendung von Hautschutz- oder Hautpflegemitteln unter Einmalhandschuhen wird nicht empfohlen, da für eine Schutzwirkung (Verringerung der Hautquellung, bzw. des Schwitzens) bisher keine überzeugenden Wirksamkeitsnachweise vorliegen. Zudem kann je nach Zubereitungsform das Aufquellen der Haut unter dem Handschuh und das Herauslösen von Handschuhinhaltsstoffen gefördert werden.

Stand: 06.04.2021

Sie arbeiten im Handel und haben Hautprobleme?

Die Hautschutz-Hotline der BGHW berät.

Wir sind für Sie da!

Unsere Experten beraten Sie unkompliziert am Telefon: 0621 183 8030

  • Wir geben Ihnen individuelle Empfehlungen, wie Sie Ihre Hände in der jetzigen Krisensituation richtig reinigen, pflegen und desinfizieren.
  • Handschuhe können ein falsches Sicherheitsgefühl erwecken. Während der Benutzung werden sie genauso kontaminiert, wie eine unbedeckte Hand. Das Tragen von Handschuhen bewirkt daher in Hinblick auf die Weitergabe von Keimen mit den Händen keine Verbesserung. Falls Sie unbedingt Handschuhe tragen möchten, beraten wir Sie, welche Handschuhe für Sie die richtigen sind.
  • Wir stellen Ihnen gegebenenfalls spezielle Mittel oder Handschuhe zum Ausprobieren zur Verfügung,
  • Wir besprechen mit Ihnen Ihre derzeitige Behandlung, falls Sie bereits hauterkrankt sind.
  • Wir unterstützen Sie bei der Suche nach einem Hautarzt vor Ort.
Symbol mit einem Ausrufezeichen
Wie viele Kunden sollten höchstens gleichzeitig in einem Markt oder in einer Verkaufsstelle anwesend sein? Wie kann dies realisiert werden?

Um die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Mindestabstände von 1,5 Meter zwischen Personen einhalten zu können, dürfen in Märkten und Verkaufsstellen nur so viele Kundinnen und Kunden anwesend sein, dass diese Abstände auch gewährleistet werden können. Sie können dies durch Zugangskontrollen gewährleisten.

Die Anzahl der Kundschaft in einem Markt oder in einer Verkaufsstelle sollte daher folgenden Wert nicht überschreiten:

Maximale Anzahl = Verkaufsfläche [in m²] / 10

Die Verkaufsfläche ist die von der Kundschaft begehbare Fläche – ohne Lagerbereiche und Sanitärräume. Sie schließt jedoch die Flächen mit ein, die durch Kassen, Regale und Gefriertruhen belegt sind.

In den Verordnungen der Länder und den Allgemeinverfügungen von Stadt- und Landkreisen können abweichende Regelungen getroffen sein, die zu beachten sind.

Beispiele für Zugangskontrollen

Sie können die Zahl der gleichzeitig im Markt anwesenden Kunden dadurch beschränken, dass nur noch eine entsprechende Zahl an Einkaufswagen bereitgestellt wird und gleichzeitig Zugang nur mit Einkaufswagen erlaubt wird. Eine andere Möglichkeit besteht in der Installation von elektronischen Zählsystemen für Kunden, die zum Beispiel über optische Signale oder über die elektronisch gesteuerten Türen am Eingang den Zutritt regulieren.

Stand: 06.04.2021

Sollte für Kunden Händedesinfektionsmittel bereitgestellt werden?

Es ist sinnvoll, für die Kundinnen und Kunden im Eingangsbereich zum Verkaufsraum Desinfektionsmittel für die Hände zur Verfügung zu stellen. Vorzugsweise sollten diese in einem Spender angeboten werden mit sichtbaren Hinweisschild und eventuell einer Anwendungserklärung. Die Deklaration der Inhaltsstoffe sollte für die Benutzer deutlich erkennbar sein, um eventuelle Unverträglichkeiten abschätzen zu können.

Stand: 06.04.2021

Was ist bei Sozialräumen und Sanitärräumen zu beachten?

Die in der SARS-CoV2-Arbeitsschutzregel und der SARS-CoV2-Arbeitschutzverordnung festgelegten Schutzmaßnahmen müssen auch in den Sozialräumen angewendet werden. Dies darf insbesondere in Situationen nicht vernachlässigt werden, in denen keine Masken getragen werden können (z. B. Essen, Trinken, Rauchen).

  • Sorgen Sie auch in den Sozialräumen für ein Einhalten der Abstandsregeln von mindestens 1,5 m, z. B. durch Begrenzung der Personenzahl und eine vorgegebene Anordnung von Stühlen und Tischen.
  • Weisen Sie auf die Einhaltung der allgemeinen Hygiene hin, z.B. Nies- und Hustenetikette und das Waschen der Hände vor den Pausen.
  • Organisieren Sie die Pausen so, dass sich die jeweiligen Schichten und Teams nicht in den Sozialräumen bzw. Raucherbereichen oder auf dem Weg dorthin begegnen.
  • Die Räume sollen regelmäßig, insbesondere nach jeder Benutzung gründlich durchgelüftet werden.
  • Die benutzten Oberflächen wie Tische, Stuhllehnen und ähnliches in den Sozialräumen wie Teeküchen, Pausenräume oder Kochgelegenheiten sind nach jeder Benutzung zu reinigen. Hierfür sind fettlösende Reinigungsmittel und Tücher bzw. Lappen zur Verfügung zu stellen.
  • Die beschriebenen Maßnahmen, insbesondere das Halten von Abstand und das regelmäßige Lüften gelten auch für Sanitärräume.
  • Achten Sie darauf, dass auch bei Raucherpausen die Mindestabstände eingehalten werden.

Stand: 06.04.2021

Birgt das allgemeine Tragen von Masken der Bevölkerung eine Erhöhung des Überfallrisikos?

Das Tragen von Masken kann bei den Beschäftigten von Kreditinstituten wie auch im Handel einerseits zu Ängsten vor Überfällen führen, da sie maskierte Personen mit Tätern in Verbindung bringen. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass Täter diese „legale“ Maskierungsmöglichkeit nutzen, um nicht frühzeitig als Täter erkannt zu werden. (Quelle: VBG)

Daher empfehlen wir aktuell für den Handel:

  • Seien Sie aufmerksam, insbesondere im Zeitraum kurz vor Ladenschluss. Sollten Ihnen Personen verdächtig vorkommen durch ihr Verhalten oder da die Maskierung stark über die übliche Bedeckung von Mund und Nase hinausgeht, z. B. die Ohren bedeckende Mütze, Kapuze oder Sonnenbrille dazu getragen werden, sprechen Sie die Person direkt an ggf. zu zweit. So signalisieren Sie Aufmerksamkeit in Ihrer Betriebsstätte und bringen so vielleicht Gelegenheitstäter von Ihrer Tat ab. Bringen Sie sich dabei nie selbst in Gefahr. Machen Sie von Ihrem Hausrecht Gebrauch und alarmieren Sie im Zweifel die Polizei.
  • Sensibilisieren Sie auch Ihr Sicherheitspersonal am Eingang, sofern Sie dieses zur Einlassregulierung einsetzen.
  • Nutzen Sie z. B. an Tankstellen, wenn vorhanden, den Nachtschalter, besonders in Zeiträumen mit niedriger Kundenfrequenz.
  • Nutzen Sie z. B. im Schmuckhandel die Möglichkeit die Tür zum Ladengeschäft geschlossen zu halten und nur auf Kundenwunsch zu öffnen. Lassen Sie im Zweifel die Person vor der Eingangstür die Maske kurz abnehmen.
  • Darüber hinaus gelten die allgemeinen Hinweise zur Raubprävention
    Siehe BGHW Wissen „Umgang mit Zahlungsmitteln - Raubprävention und Verhalten bei Raubüberfällen" (W48-1)

Stand 12.02.2021

Die Gesundheit der Kunden und Beschäftigten liegt Ihnen am Herzen. Mit diesen Aushängen können Sie Ihre Kunden auf die Vorsichtsmaßnahmen hinweisen:

Aushänge für Kassen und Bedientheke auf Deutsch

Aushänge für Kassen und Bedientheken auf Englisch

Aushänge für Kassen und Bedientheken auf Türkisch

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