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Verletztenrenten

Die BGHW zahlt im Fall eines Arbeitsunfall oder einer Beruferkrankung eine Rente, wenn die Erwerbsfähigkeit durch den Versicherungsfall länger als ein halbes Jahr um mindestens 20 % gemindert ist.

Der Anspruch auf Rentenzahlung beginnt stets im Anschluss an die medizinische Rehabilitation, im Regelfall also mit Eintritt der Arbeitsfähigkeit. Ist im Einzelfall kein Anspruch auf Verletztengeld gegeben, kann die Rente auch mit dem Tag nach dem Eintritt des Arbeitsunfalls oder der Berufskrankheit  beginnen.

Berechnungsparameter

Die Renten in der Unfallversicherung werden anhand zweier Berechnungsfaktoren ermittelt.

  • der Jahresarbeitsverdienst (JAV) in den 12 Kalendermonaten vor dem Versicherungsfall.
    Hierbei handelt es sich um den Gesamtbetrag aller Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen des Verletzten im Jahr vor dem Arbeitsunfall oder der Berufskrankheit. In diesem Zeitraum liegende Abschnitte ohne Arbeitseinkommen gelten als sog. Ausfallzeit und werden mit dem Entgelt aus der letzten Beschäftigung aufgefüllt.
    Der Jahresarbeitsverdienst wird gesetzlich auf einen Mindest- und Höchstbetrag begrenzt. Personen unter 18 Jahren erhalten mindestens 40% und nach Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens 60% der im Unfalljahr maßgeblichen Bezugsgröße. Der Höchstbetrag wird durch die Satzung der BGHW geregelt und liegt bei 72.000,- €.
  • Dem Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)
    Die MdE wird in der Regel auf der Grundlage eines ärztlichen Gutachtens festgelegt und muss über die 26. Woche nach dem Versicherungsfall hinaus andauern. Den Versicherten werden mehrere Gutachter oder Gutachterinnen zur Auswahl vorgeschlagen. Die MdE-Bewertung orientiert sich an der Funktionseinbuße und nicht an der konkret ausgeübten Tätigkeit. 

Höhe und Umfang der Leistung

Bei einer Minderung Erwerbsfähigkeit (MdE) von 100 % wird eine Vollrente in Höhe von zwei Dritteln des Jahresarbeitsverdienstes gezahlt. Bei einer MdE von wenigstens 20% wird der Teil der Vollrente als Teilrente gezahlt, der dem Grad der Minderung entspricht. Beträgt die MdE weniger als 20%, wird Rente nur gezahlt, wenn weitere Arbeitsunfälle mit einer Erwerbsminderung vorhanden sind und diese zusammen wenigstens 20% erreichen.

Berechnungsbeispiel für eine Versichertenrente

Bruttojahreseinkommen der verletzten Person aus seiner Haupttätigkeit
als Lagerarbeiter: 32.750,25 €

Bruttojahreseinkommen aus Nebentätigkeit als Fitnesstrainer: 1.200,00 €

Jahresarbeitsverdienst (JAV) des Verletzten: 33.950,25 €

Da der JAV der verletzten Person unter dem von der BGHW festgelegten
Höchstbetrag und über dem gesetzlichen Mindestverdienst liegt, wird bei der Rentenberechnung vom JAV der verletzten Person ausgegangen.

Die Vollrente beträgt 2/3 des JAV: 22.633,50 €

Bei einer MdE von 20%, z.B. wegen Verlustes eines Daumens, beträgt die dafür gezahlte Teilrente 20% der Vollrente.

Dies sind pro Jahr: 4.526,70 €

Bzw. pro Monat 377,23 €

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