Die neue DGUV Vorschrift 38 „Bauarbeiten“

Am 01.10.2020 trat die überarbeitete Unfallverhütungsvorschrift „Bauarbeiten“ für Mitgliedsbetriebe und Versicherte der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik in Kraft.

Diese Vorschrift legt die Rahmenbedingungen zur sicheren Einrichtung von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Baustellen fest.

 

Als Bauarbeiten gelten „Arbeiten zur Herstellung, Montage, Instandhaltung, Änderung, Demontage und Beseitigung von baulichen Anlagen einschließlich der hierfür vorbereitenden und abschließenden Arbeiten.“

Die neue Vorschrift konzentriert sich auf die wesentlichen Vorgaben zu sicherem und gesundem Arbeiten auf Baustellen. Die Zahl der Paragrafen wurde von zuvor 75 auf jetzt 13 reduziert. Gleichzeitig wurden die Inhalte an staatliche Vorschriften angepasst.

Auf dem Bau tätige Personen sind zahlreichen Unfall- und Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Diese resultieren u.a. aus den sich stets verändernden Witterungsbedingungen, mit dem Baufortschritt neu angelegten Verkehrswegen und Arbeitsplätzen und aus der Notwendigkeit, zeitgleich mit Beschäftigten anderer Firmen auf einer gemeinsamen Betriebsstätte zu arbeiten. Daher werden in der neuen Unfallverhütungsvorschrift „Bauarbeiten“ im Wesentlichen Themen wie Leitung und Aufsicht, Standsicherheit und Tragfähigkeit,  Gestaltung von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen, Sicherheitsmaßnahmen gegen Absturz und herabfallende Gegenstände geregelt.

Um einerseits der Übersichtlichkeit dieser Unfallverhütungsvorschrift und anderseits der Vielfältigkeit von Bauarbeiten gerecht zu werden, werden Detailanforderungen in entsprechende Branchenregeln festgeschrieben (siehe Info-Kasten).  

Da das Ignorieren von Gefährdungen bei der Durchführung von Bauarbeiten mit schweren und manchmal tödlichen Verletzung für die dort Tätigen enden kann, sind bestimmte Vorgaben in den entsprechenden Paragrafen der DGUV Vorschrift 38 mit Bußgeld bewehrt. Dabei handelt es sich um Versäumnisse in den Bereichen: Leitung und Aufsicht, Standsicherheit und Tragfähigkeit von baulichen Anlagen, Sicherungsmaßnahmen gegen Absturz, bauspezifische Vorgaben für Verkehrswege, Arbeitsplätze und -verfahren.

Auf Baustellen trifft man auch Unternehmer ohne Beschäftigte an, die Bauarbeiten verrichten. Diese sogenannten Solo-Selbstständigen („Ich-AG“) unterstehen ausdrücklich auch dem Geltungsbereich der neuen DGUV Vorschrift 38.

Im Zuge der Straffung  dieser Vorschrift ist die Anzeigepflicht für Unternehmer, die Abbrucharbeiten durchführen, bei der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik entfallen.

Die meisten Mitgliedsbetriebe der BGHW treten als Bauherren auf, in dem sie Bauarbeiten auf ihrem Gelände von Fachbetrieben durchführen lassen. Bei der Vergabe von Bauarbeiten ist die Einhaltung der Vorgaben der Unfallverhüttungsvorschrift „Bauarbeiten“ von den Ausführungsbetrieben und weiteren am Bau beteiligten Personen vertraglich zu verlangen.

An Stelle der früher üblichen „Durchführungsanweisungen“ werden die Inhalte der DGUV Vorschrift 38 in einer zugehörigen Regel „Bauarbeiten“ konkretisiert und erläutert. Diese Regel befindet sich zur Zeit noch in Bearbeitung.

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