Jahresbilanz der BGHW 2025

Leistungen, Unfallgeschehen und weitere Kennzahlen 2025 im Überblick

Wofür die BGHW Geld ausgibt (Stand 2025)

Ausgaben 2025 in Euro

Ausgaben für

Betrag in Euro

Prävention

107.759.338,69

Entschädigungsleistungen

1.081.361.029,92

Verwaltungs- /Verfahrenskosten

151.768.880,44

Vermögensaufwendungen (bspw. Beitragsnachlässe, Beitragsausfälle, Verpflichtung aus Lastenverteilung)

416.256.102,00

Gesamtkosten

1.757.145.351,05

Ringdiagramm zur Verteilung eines Beitragseuros der BGHW: 62 Cent entfallen auf Entschädigungsleistungen, 24 Cent auf Vermögensaufwendungen, 9 Cent auf Verwaltungskosten und 6 Cent auf Prävention.

Entschädigungsleistungen

Diese setzten sich 2025 wie folgt zusammen:

Entschädigungsleistungen

Betrag in Euro

Rehabilitation

480.590.988

Verletztengeld

105.163.568

Renten

480.613.128

Sonstige Leistungen

14.993.346

Gesamt

1.081.361.030

Die Entschädigungsleistungen lassen sich in vier Gruppen unterteilen:

  • Rehabilitation Kosten für ambulante und stationäre Heilbehandlung, Zahnersatz, Teilhabeleistungen und Pflege.
     
  • Verletztengeld Kosten für die Entgeltersatzleistungen nach Wegfall der gesetzlichen Lohnfortzahlung und die Kosten der besonderen Unterstützung.
     
  • Renten Versicherten- und Hinterbliebenenrenten
     
  • Sonstige Leistungen Die im Leistungskatalog der gesetzlichen Unfallversicherung enthaltenen Positionen, die neben den anderen Leistungen gezahlt wurden.
Scheiben Diagramm mit Prozentangaben der Entschädigungsleistungen 2024

Die Rentenzahlungen an Versicherte der BGHW bilden mit einem Anteil von 45 Prozent den größten Posten bei den Entschädigungsleistungen. An zweiter Stelle folgen die Rehabilitationskosten, die mit 44 Prozent einen großen Teil der Gesamtausgaben im Entschädigungsbereich ausmachen.

Zahl der Renten 2025 nach Empfängergruppen

EmpfängergruppeZahl der Rentenempfänger
Versicherte52.106
Witwen, Witwer5.087
Waisen501
Sonstige Berechtigte1
Gesamt57.695

Versicherte oder deren Hinterbliebene erhalten eine Rente beziehungsweise Sterbegeld, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. 2025 zahlte die BGHW an insgesamt 57.695 Rentenempfänger Renten in Höhe von 481 Millionen Euro.

Scheiben Diagramm mit Prozentangaben der Renten Empfängergruppen 2024

Umfang der Versicherung

Bei der BGHW sind rund 299.000 Mitgliedsunternehmen mit etwa 4,4 Millionen Beschäftigten* versichert. Dabei überwiegen mit einem Anteil von 82 Prozent kleine Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. In diesen Unternehmen sind aber „nur“ 12 Prozent der Versicherten beschäftigt. Lediglich 4 Prozent der Mitgliedsunternehmen haben 50 und mehr Beschäftigte; sie stellen aber über zwei Drittel der Versicherten.

* hierbei sind Teilzeit-Beschäftigte umgerechnet in Vollzeit-Beschäftigte („Vollzeitäquivalente“)

Mitgliedsunternehmen

Anteil der Mitgliedsunternehmen nach Unternehmensgröße

Unternehmen mit

Anzahl Unternehmen

Prozent

Prozent (kumuliert)

weniger als 10 Beschäftigte

245.430

82,2

82,2

10 bis 49 Beschäftigte

41.103

13,8

95,9

50 bis 249 Beschäftigte

10.005

3,3

99,3

250 und mehr Beschäftigte

2.184

0,7

100,0

Gesamt

298.722

100,0 

Versicherte

Verteilung der Versicherten (Vollzeitäquivalente) nach Unternehmensgröße

Beschäftigte in Unternehmen mit

Anzahl Beschäftigte

Prozent

Prozent(kumuliert)

weniger als 10 Beschäftigte

504.858

11,6

11,6

10 bis 49 Beschäftigte

865.464

19,8

31,4

50 bis 249 Beschäftigte

999.670

22,9

54,3

250 und mehr Beschäftigte

1.998.122

45,7

100,0

Gesamt*

4.368.114

100

*ohne sonstige Vollzeitäquivalente

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten

Arbeitsunfälle 2025

Im Jahr 2025 wurden der BGHW 228.903 Unfälle angezeigt. Darunter hatten 119.808 Unfälle eine mehr als dreitägige Arbeitsunfähigkeit zur Folge und waren damit anzeigepflichtig. Bei 1.625 Fällen waren die Verletzungsfolgen so schwerwiegend, dass es im Berichtsjahr erstmals zu einer Entschädigung in Form einer Rente bzw. Abfindung oder zur Zahlung von Sterbegeld gekommen ist (neue Unfallrenten). Tödlich verletzt wurden 49 Menschen, mehr als die Hälfte darunter (32 Unfälle) bei Straßenverkehrsunfällen.

Unfallzahlen 

Art der Versicherungsfälle 

Arbeitsunfälle

Wegeunfälle

Gesamt

Angezeigte Unfälle

189.805

39.098

228.903

Anzeigepflichtige Unfälle

97.200

22.608

119.808

Neue Unfallrenten

1.157

468

1.625

Tödliche Unfälle

22

27

49

 

Vier Ringdiagramme vergleichen den Anteil von Arbeitsunfällen und Wegeunfällen. Angezeigte Unfälle: 83 % Arbeitsunfälle, 17 % Wegeunfälle. Anzeigepflichtige Unfälle: 81 % Arbeitsunfälle, 19 % Wegeunfälle. Neue Unfallrenten: 71 % Arbeitsunfälle, 29 % Wegeunfälle. Tödliche Unfälle: 45 % Arbeitsunfälle, 55 % Wegeunfälle.

Ein empirisches Maß zur Beschreibung des Unfallrisikos ist die Unfallhäufigkeit. Hierbei wird die Zahl der Unfälle zu der Beschäftigtenzahl (Vollzeitäquivalente) in Beziehung gesetzt. Man erhält dann eine Angabe „Unfälle je 1.000 Beschäftigte“ - häufig als „1.000-Personen-Quote“ bezeichnet. Diese Größe beträgt bei der BGHW bei den anzeigepflichtigen Unfällen 27,4.

Unfallhäufigkeit 

Art der Versicherungsfälle

Arbeitsunfälle

Wegeunfälle

Gesamt

Angezeigte Unfälle

43,4

8,9

52,3

Anzeigepflichtige Unfälle

22,2

5,2

27,4

Neue Unfallrenten

0,264

0,107

0,371

Tödliche Unfälle

0,005

0,006

0,011

 

Berufskrankheiten

Im Jahr 2025 sind bei der BGHW 4.857 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit eingegangen. Als Berufskrankheit im juristischen Sinne anerkannt wurden 767 Fälle, 181 Betroffene erhalten eine ab 2025 laufende Rentenzahlung. In 3.061 Fällen ist der Verdacht auf eine Berufskrankheit nicht bestätigt worden. In Folge einer Berufskrankheit sind im Berichtsjahr 56 Versicherte verstorben. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelte es sich dabei um asbestverursachte Erkrankungen, deren Ursachen in der Regel bereits Jahrzehnte zurückliegen.

Bei den Rentenfällen dominieren mit einem Anteil von 33 Prozent die Erkrankungen der Atemwege oder der Lunge (hier spielen insbesondere Erkrankungen durch Einwirkung von Asbest eine Rolle) gefolgt von den Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen (insbesondere Lärmerkrankungen und Schädigungen der Wirbelsäule) mit 28 Prozent. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Verdachtsanzeigen: Bei den meisten Anzeigen handelt es sich um Erkrankungen durch physikalische Einwirkungen, gefolgt von Hautkrankheiten.

Verdacht einer Berufskrankheit

Kreisdiagramm zur Verteilung der Berufskrankheiten: 52 % durch physikalische Einwirkung, 28 % Hautkrankheiten, 11 % Atemwegs- und Lungenerkrankungen, 6 % chemische Einwirkung, 3 % sonstige Ursachen und unter 1 % Infektions- oder Parasitenkrankheiten.

Rentenfälle

Ringdiagramm zur Verteilung der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten. Den größten Anteil machen Erkrankungen der Atemwege, Lungen, des Rippenfells und Bauchfells mit 33 % aus. Es folgen durch physikalische Einwirkungen verursachte Krankheiten mit 28 %, Hautkrankheiten mit 24 % sowie durch chemische Einwirkungen verursachte Krankheiten mit 11 %. Krankheiten sonstiger Ursache machen 3 % aus, Infektions- oder Parasitenkrankheiten sowie Tropenkrankheiten 1 %.
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