Der sichere Weg – Arbeitsschutz für kleine Unternehmen
Kleine und kleinste Unternehmen prägen die deutsche Wirtschaft – und hier passiert ein Großteil der schweren Arbeitsunfälle. Oft fehlt es nicht an Sorgfalt, sondern an Zeit und Ressourcen. Arbeitsschutz läuft nebenbei, Risiken wachsen. Dabei liegt viel in Ihrer Hand. Als Unternehmerin oder Unternehmer stehen Sie im Zentrum dieses Systems: Sie entscheiden, wie gearbeitet wird und wie sicher. Die gesetzlichen Unternehmerpflichten geben Ihnen dafür einen klaren Rahmen und unterstützen Sie dabei, Maßnahmen für sicheres und gesundes Arbeiten im Alltag schnell umzusetzen.
Die Unternehmerpflichten
Übernehmen Sie Verantwortung
Im Arbeitsschutz haben Sie als Unternehmerin oder Unternehmer klare Pflichten. Diese gesetzlichen Unternehmerpflichten sind für Sie ein praktisches Steuerungsinstrument. Sie können damit Arbeitsschutz strukturiert angehen, Risiken früh erkennen und gezielt handeln. Zu den Unternehmerpflichten gehören die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung, die Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Betriebsanweisung sowie Erste Hilfe. Wenn Sie diese gesetzlichen Vorgaben umsetzen, sind Sie auf der sicheren Seite und alle Beschäftigten können gesund und produktiv arbeiten.
Wir unterstützen Sie dabei, einfach zu starten, sicher zu handeln und direkt ins Machen zu kommen. Legen Sie los – Schritt für Schritt.
Fachleute einbinden oder selbst kümmern

Ob kleines oder großes Unternehmen: Sie müssen eine betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung sicherstellen. Dafür gibt es zwei Wege: die Regelbetreuung oder die alternative Betreuung. Bei der Regelbetreuung arbeiten Sie fest mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie einer Betriebsärztin oder einem Betriebsarzt zusammen. Bei der alternativen Betreuung qualifizieren Sie sich selbst und greifen bei Bedarf auf gezielte Unterstützung zurück.
Als Unternehmerin oder Unternehmer eines kleinen Unternehmens sind Sie eng in die Arbeitsabläufe eingebunden und können den Arbeitsschutz daher selbst gut im Blick behalten. Für sie lohnt sich die alternative Betreuung: In einem Online-Fernlehrgang erhalten Sie die Grundlagen verständlich aufbereitet und können Sie eigenständig erarbeiten. Das Kompetenzzentrum betreut Sie nach Bedarf per Telefon, E-Mail, Video oder sogar vor Ort – alles kostenlos.
Risiken vermeiden

Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage für sicheres Arbeiten in Ihrem Unternehmen. Sie schauen systematisch auf Arbeitsplätze und Abläufe und klären: Was kann passieren und wie lässt sich das verhindern? Daraus leiten Sie konkrete Maßnahmen ab, die Risiken reduzieren oder ganz beseitigen. Starten Sie pragmatisch: Wählen Sie einen Bereich, identifizieren Sie konkrete Risiken und setzen Sie passende Lösungen um. So schaffen Sie Schritt für Schritt mehr Sicherheit.
Wichtig: Die Gefährdungsbeurteilung ist keine einmalige Aufgabe. Sie muss kontinuierlich gepflegt und bei Veränderungen angepasst werden – etwa bei neuen Geräten, neuen Abläufen oder nach einem Unfall. Dokumentieren Sie Ihre Schritte und prüfen Sie regelmäßig, ob die Maßnahmen im Alltag funktionieren.
Sicheres Verhalten erklären

Unterweisungen sorgen dafür, dass Ihre Beschäftigten wissen, wie sie sicher arbeiten. Sie erklären Gefahren, zeigen Schutzmaßnahmen und machen deutlich, was im Alltag und im Notfall zu tun ist.
Knüpfen Sie bei Ihren Unterweisungen an konkrete Situationen im Betrieb an und beziehen Sie die Beschäftigten aktiv ein. Kurze Beispiele, Übungen und klare Botschaften helfen, Inhalte nachhaltig zu verankern. So entsteht Sicherheit im Handeln und Arbeitsschutz wird Teil des Arbeitsalltags. Je nach Arbeitsplatz und Aufgabe müssen Sie Ihre Beschäftigten mindestens einmal pro Jahr über Gefahren und Schutzmaßnahmen informieren. Trainieren Sie richtiges Verhalten, damit es verinnerlicht wird.
Klare Regeln festlegen

Mit Betriebsanweisungen schaffen Sie klare Regeln für sicheres Arbeiten. Sie dokumentieren, welche Gefahren bei Tätigkeiten oder im Umgang mit Arbeitsmitteln bestehen und wie sich Beschäftigte richtig verhalten. Grundlage ist die Gefährdungsbeurteilung: Hier bestimmen Sie, welche Schutzmaßnahmen gelten und wie im Stör- oder Notfall zu handeln ist.
Wichtig ist, dass alle die Inhalte kennen und verstehen. Formulieren Sie Betriebsanweisungen einfach und konkret und machen Sie sie im Betrieb sichtbar. So geben Sie Orientierung im Alltag und sorgen dafür, dass alle nach denselben Regeln sicher arbeiten.
Im Notfall helfen

Erste Hilfe muss im Betrieb klar organisiert sein. Sorgen Sie dafür, dass im Notfall schnell gehandelt wird: Benennen Sie Ersthelfer, stellen Sie einen Verbandkasten bereit und hängen Sie Notrufnummern gut sichtbar aus. Je nach Betrieb ergänzt ein Rettungsplan die Vorbereitung.
Wichtig ist, dass alle wissen, was zu tun ist. Das vermitteln Sie auch über Unterweisungen. Im Ernstfall zählt jede Minute: Ruhe bewahren, die Situation einschätzen, Erste Hilfe leisten und den Notruf absetzen. Eine gute Vorbereitung gibt Sicherheit und hilft, im entscheidenden Moment richtig zu handeln.
Glossar – die 10 wichtigsten Begriffe im Arbeitsschutz
Gefährdungsbeurteilung
Überblick über alle Risiken im Unternehmen
Hier schauen Sie systematisch: Was kann in meinem Unternehmen passieren? Und was kann ich tun, damit nichts passiert? Die Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen im Arbeitsschutz.
Betriebsanweisung
Klare Regeln für Tätigkeiten
Hier steht, wie bestimmte Arbeiten sicher durchgeführt werden. Sie gibt Orientierung und sorgt dafür, dass alle im Unternehmen nach denselben Regeln handeln.
Unterweisung
Erklärung für Beschäftigte
Ihre Beschäftigten müssen wissen, wie sie sicher arbeiten. In kurzen, verständlichen Unterweisungen erklären Sie Gefahren, richtiges Verhalten und was im Notfall zu tun ist.
SRS (Stolpern, Rutschen, Stürzen)
Häufigste Unfallursache
Die meisten Unfälle passieren durch kleine Dinge: nasse Böden, herumliegende Gegenstände oder unübersichtliche Wege. Ordnung und Sauberkeit verhindern hier schon viel.
PSA (Persönliche Schutzausrüstung)
Schutz für den Körper
Dazu gehören zum Beispiel Sicherheitsschuhe oder Handschuhe. PSA schützt dort, wo sich Risiken anders nicht ausreichend vermeiden lassen – und muss passend ausgewählt und getragen werden.
Brandschutz
Schutz vor unkontrolliertem Feuer
Dazu gehören funktionierende Feuerlöscher, freie Fluchtwege und das richtige Verhalten im Ernstfall. Gerade im Handel können Papier und Verpackungen schnell zur Brandlast werden.
Ersthelfer/in
Hilfe im Notfall
Mindestens eine geschulte Person im Unternehmen muss im Ernstfall helfen können. Ersthelfer überbrücken die Zeit, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Prüfung von Arbeitsmitteln
Sicherheit von Geräten
Arbeitsmittel wie Leitern oder elektrische Geräte müssen regelmäßig geprüft werden. So erkennen Sie frühzeitig Mängel und vermeiden Unfälle.
Verbandkasten
Erste Hilfe griffbereit
Der Verbandkasten muss vollständig, aktuell und gut erreichbar sein. Regelmäßiges Prüfen stellt sicher, dass im Notfall alles vorhanden ist.
Notfallplan
Klarheit im Ernstfall
Im Notfall muss jeder wissen, was zu tun ist. Ein klarer Ablauf hilft, schnell und richtig zu handeln – ohne Chaos und Unsicherheit.
