Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Wenn Langeweile krank macht

Es gibt Beschäftigte, die sich weit über das geforderte Maß für ihren Job engagieren und sich gerne damit identifizieren. Andere hingegen sind mit ihrem Job unzufrieden, langweilen sich. Oft spricht man dann von Bore-out. Mit diesem Zustand geht eine Unterforderung einher, die Vorgesetzte erkennen und verhindern können.
Wenn Langeweile krank macht

Foto: Shift Drive/ shutterstock.com

Bore-out beschreibt den Zustand, wenn Unterforderung, Desinteresse und Langeweile am Arbeitsplatz zusammenkommen. Dies führt auf Dauer bei Betroffenen zu abnehmender Konzentration und einer verminderten Motivation. Die Folge ist, dass Beschäftigte das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verlieren, weil diese zu selten oder nur geringfügig gefordert sind. 

 

Monotonie weit verbreitet

Laut Stressreport  2012 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fühlen sich 13 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen fachlich unterfordert. Monotonie, etwa durch ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge, ist laut Stressreport in den Branchen Verkehr und Lagerei weit verbreitet. Gegen alle Formen der Unterforderung, qualitativ wie quantitativ, kann Prävention helfen. Damit verhindern Führungskräfte, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen innerlich kündigen und dadurch Kosten durch Fehlzeiten, Unproduktivität und mangelhafte Arbeitsleitung verursachen.

Tipps für Führungskräfte

Als Vorgesetzter oder Vorgesetzte können Sie einiges tun, um dem Bore-out am Arbeitsplatz zu begegnen. Achten Sie schon bei der Einstellung auf folgende Aspekte:

    1. Definieren Sie das Tätigkeitsfeld in der Stellenausschreibung  realistisch, konkret und nachvollziehbar
    2. Gleichen Sie die Erwartungen der Bewerber mit ihren Erwartungen ab
    3. Nehmen Sie ausschließlich Bewerber in die engere Auswahl, die dem Anforderungsprofil entsprechen
    4. Investieren Sie genügend Zeit in die Einarbeitung neuer Teammitglieder, denn hier klären Sie Zuständigkeiten und Perspektiven

Bei bestehenden Arbeitsverhältnissen ist Folgendes relevant:

    1. Bleiben Sie im Gespräch: Sind die Beschäftigten zufrieden mit Aufgabeninhalten und Arbeitsmenge? Werden sowohl die Erwartungen der Beschäftigten als auch Ihre erfüllt?
    2. Ermutigen Sie Beschäftigte, eigene Ideen einzubringen und Wünsche hinsichtlich ihrer Arbeitsaufgaben, Verantwortung und Weiterentwicklung zu formulieren.
    3. Überlegen Sie, welche Mitarbeiter Sie durch welche Aufgaben, Anforderungen und Perspektiven am besten motivieren und fördern können. Während der eine vielleicht konkrete Vorgaben und Routine schätzt, erzielt der andere durch mehr Freiräume und neuen Herausforderungen das beste Arbeitsergebnis.
    4. Beteiligen Sie Beschäftigte an relevanten Entscheidungen. Das ermöglicht ihnen, ihre Kompetenzen zu erweitern und sie erfahren gleichzeitig Wertschätzung.
    5. Fassen Sie für unterforderte Mitarbeiter nach Möglichkeit einzelne Tätigkeiten zu größeren Arbeitseinheiten zusammen, zum Beispiel die Annahme, Verräumung, Auszeichnung, Kontrolle und Bestellung von Waren

Psychische Belastung erkennen

Im Kompendium Arbeitsschutz, der Wissensplattform der BGHW, finden Sie mehrere Module der Reihe BGHW-Wissen zum Thema „Psychische Belastung und Beanspruchung“. Hier finden Sie Hintergründe und Hilfestellungen rund um die gesunde Arbeitsplatzgestaltung.

„... und wieder nix zu tun“: Ein aktueller Beitrag im BGHW-Blog gibmirnull.de beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema.

Pressekontakt:

Siegrid Becker

Pressestelle der BGHW

Telefon 0621 183-5960

E-Mail

Diesen Beitrag teilen
Diesen Beitrag teilen