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Betriebssport

Es ist anerkannt, dass Sport einen Ausgleich für zu den Belastungen durch die Berufstätigkeit entstehende Belastungen schaffen kann. Er unterstützt das Wohlbefinden der Beschäftigten, erhält deren Leistungsfähigkeit und dient damit letztlich auch betrieblichen Interessen. Betriebssport steht deshalb unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Es müssen jedoch fünf Kriterien erfüllt sein, die das Bundessozialgericht in seiner Rechtsprechung aufgestellt hat.

Fünf Regeln für Betriebssport

Fünf Regeln für Betriebssport

Ausgleichscharakter, kein Wettkampf

Die sportlichen Übungen müssen dem Ausgleich für körperliche, geistige oder nervliche Belastungen durch die Betriebstätigkeit dienen, nicht dagegen der Teilnahme am allgemeinen sportlichen Wettkampfverkehr oder der Erzielung von Spitzenleistungen. Dieser Zielsetzung entspricht am ehesten der reine Ausgleichssport in Form von Lockerungsübungen. Grundsätzlich sind jedoch alle Sportarten geeignet, die eine entsprechende körperliche Leistung verlangen und nicht nur der reinen Unterhaltung dienen. Hierzu zählen auch Sportarten, in denen Mannschaften gegeneinander antreten, zum Beispiel Fußball. Wettkämpfe, die zu sportlichen Spitzenleistungen auffordern - wie etwa Firmenfußballturniere oder eine Betriebssportliga -, stehen nicht unter Versicherungsschutz. Bei Mannschaftssportarten ist deshalb auch ein gelegentlicher Wettkampf außerhalb der regelmäßigen Übungsstunden nicht versichert.

Regelmäßigkeit

Der Sport muss regelmäßig stattfinden. Die ist der Fall, wenn die Sportübungen regelmäßig mindestens einmal monatlich stattfinden und die Beschäftigten ebenso regelmäßig daran teilnehmen. Nicht unter den Begriff des Betriebsausgleichssports fallen somit Betätigungen, die lediglich hin und wieder, also in unregelmäßigen Abständen, ausgeübt werden.

Nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Teilnehmerkreis muss im Wesentlichen auf die Beschäftigten des veranstaltenden Unternehmens beschränkt sein. Das gilt genauso, wenn mehrere Unternehmen gemeinsam Betriebssport anbieten. Daher ist es unkritisch, wenn sich mehrere Firmen zum gemeinsamen Betriebssport zusammenschließen, zum Beispiel aus organisatorischen Gründen oder wenn die Teilnehmerzahl in einem Unternehmen nicht ausreicht.

Übungszeit und -dauer

Zeit und Dauer sportlicher Übungen müssen im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit stehen. Hier wird vorausgesetzt, dass ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den Übungen und der versicherten Tätigkeit besteht. Dies ist erfüllt, wenn die Übungen vor oder nach der Arbeitstätigkeit stattfinden. Auch Sportübungen während der Arbeitspausen erfüllen diese Voraussetzungen.

Unternehmensbezogene Organisation

Dieses Merkmal setzt die Einflussnahme des Unternehmens auf die Durchführung des Betriebsausgleichssports voraus. Dazu gehören:

  • ein wesentliches Interesse des Unternehmens an der Durchführung des Ausgleichssports
  • die Aufstellung der Sportgruppen
  • Festsetzung der Übungszeiten und die Auswahl des Übungsplatzes
  • Bestimmung von Aufsichtpersonen
  • Sicherstellung, dass die Sportübungen ihren Ausgleichszweck erfüllen
  • oder ein finanzielles Engagement des Unternehmens. 

Wird der Sport ausschließlich aus privatem Interesse ausgeübt, zum Beispiel in  Sportgruppen, die die Beschäftigten aus eigener Initiative gegründet haben, fehlen die Voraussetzungen des Betriebsausgleichssports, insbesondere die unternehmensbezogene Organisation. Das gilt auch, wenn der Sport in loser Verbindung mit Sportgruppen anderer Betriebe ausgeübt wird. Bestimmte Voraussetzungen für den Betriebsausgleichssport sind auch dann nicht erfüllt, wenn sich Mannschaften von Fall zu Fall mit denen anderer Betriebe zum Sport absprechen.

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